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Pinneberger Tageblatt

29. März 2017 | 03:40 Uhr

Debatte läuft – aber ohne Vereine

vom
Aus der Redaktion des Pinneberger Tageblatts

Sportentwicklungsplan VfL Pinneberg, Sport-Club Pinneberg und SuS Waldenau bislang nicht in das Konzept mit eingebunden

Die ersten Weichen sind gestellt. Bereits Ende 2017 soll der lang erwartete Sportentwicklungsplan für Pinneberg vorliegen. Doch die drei Vereine der Kreisstadt – der VfL Pinneberg, der Sport-Club Pinneberg und der SuS Waldenau – sind bisher nicht beteiligt.

„Wir haben den Sportentwicklungsplan seit Jahren gefordert. Wir sind weder informiert noch mit eingebunden worden“, sagt Uwe Hönke, Geschäftsführer des VfL Pinneberg. Er spreche für alle drei Vereine. Mitte Februar hat er den Ausschuss für Kultur, Sport und Jugend darüber informiert. Doch bislang habe sich niemand von der Verwaltung bei ihm und den anderen Sportvereinen gemeldet, so Hönke im Gespräch mit unserer Zeitung.

In dem besagten Ausschuss wurde über den aktuellen Stand des Sportentwicklungsplans berichtet. Mit der Erstellung beauftragt ist die kommunale Sportentwicklungsplanung (INSPO)
an der Fachhochschule für Sport und Management Potsdam der Europäischen Sportakademie Land Brandenburg. Ein erstes Gespräch habe es Anfang Januar gegeben. Seitens der Verwaltung, des Kommunalen Servicebetriebs Pinneberg und des Kreissportverbandes werde zurzeit eine Datengrundlage geschaffen. Außerdem soll es eine Bevölkerungsbefragung mit einer Stichprobe von 6000 Pinnebergern geben. Diese Erhebung soll möglichst vor Beginn der Osterferien abgeschlossen werden.

Darüber hinaus erfolgen im Rahmen der Planungen unter anderem eine Angebotsanalyse, eine Sportstättenbilanzierung, eine baufachliche Bewertung kommunaler Sportanlagen und eine Einschätzung des Investitionsbedarfs sowie die Überprüfung der städtischen Sportförderung.

Doch bei den Vereinen ist die Enttäuschung groß, dass gerade sie nicht mit an Bord sind. „Die Stadt darf nicht Gefahr laufen, dass es an den Vereinen vorbeiläuft. Wir wollen aktiv mitarbeiten. Alle drei Pinneberger Sportvereine repräsentieren mehr als 8000 Menschen“, sagt Hönke.

Schon seit Jahren fordern VfL, SCP und SuS Waldenau einen Sportentwicklungsplan. Während eines gemeinsamen Sportforums 2014 in Pinneberg war der Elmshorner Bürgermeister Volker Hatje eingeladen, um über die Situation in seiner Stadt zu sprechen – denn Elmshorn hat bereits einen Sportentwicklungsplan.

„Grundsätzlich gefällt mir das Konzept, das die Verwaltung vorgelegt hat“, sagt Hönke, doch wie werde es jetzt umgesetzt?

Hönke gibt zu bedenken, dass sich die deutsche Sportlandschaft in einem tiefgreifenden Wandel befindet. Angesichts der zunehmenden Alterung der Bevölkerung steigt die Nachfrage nach Sport und vor allem Bewegung auch bei älteren Mitbürgern und die Notwendigkeit, Angebote und Sporträume dementsprechend bereitzustellen. Es gebe immer mehr Menschen mit Migrationshintergrund. Das habe sich schon vor der Flüchtlingskrise abgezeichnet. Es gebe massive Veränderungen im Bildungssystem wie beispielsweise G 8, so Hönke.

„Es geht darum, eine Vernetzung zustande zu bringen aufgrund der Rahmenbedingungen und der Wünsche der Menschen vor Ort, um hier die Weichen für die Zukunft zu stellen“, fasst es Hönke zusammen. Er wagt eine Prognose: „Das Ergebnis wird darauf hinauslaufen, dass die Sportstätten in Pinneberg den modernen Anforderungen nicht entsprechen.“



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erstellt am 10.Mär.2017 | 16:43 Uhr

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