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Pinneberger Tageblatt

23. März 2017 | 21:13 Uhr

DaZ-Klasse – Ein Erfolgsmodell

vom
Aus der Redaktion des Schenefelder Tageblatts

Gymnasium Startschuss für Deutsch als Zweitsprache fiel vor einem Jahr / „Schneller Lernerfolg“, sagt Koordinatorin Keller-Neffgen

Stundenpläne einzelner Schüler sind an Pinnwänden befestigt. Eine Weltkarte befindet sich an der Wand. Jale Allbarsi aus Afghanistan sitzt neben Schülern ihrer Klasse. Ein den Hinweis auf ihre Herkunftssprache (Farsi) enthaltendes Namensschild klebt am Tisch. Jale ist eine von insgesamt 16 Schülern aus der DaZ-Klasse am Gymnasium Schenefeld.

Es ist genau ein Jahr her, dass der Startschuss fiel und der Unterricht begann. „Nach einem Jahr sehen wir große Fortschritte“, erläutert die Koordinatorin Karin Keller-Neffgen. Die meisten der Schüler besuchen inzwischen die Regelschule. Für die älteren, in Schenefeld verbleibenden Jugendlichen bedeutet dies, dass sie an Gemeinschaftsschule, am Gymnasium und an der Berufsschule lernen. Ziel des Angebots: Mädchen und Jungen, deren Herkunftssprache nicht Deutsch ist, bei der erfolgreichen Teilnahme am Unterricht zu unterstützen. Die Sprachförderung ist unterteilt in Basis-, Aufbau- und Integrationsstufe. Sechs- bis Elfjährige ohne Deutschkenntnisse werden in der Basisstufe des DaZ-Zentrums beschult. Die Schüler lernen im individuellen Tempo Deutsch.

Der DaZ-Unterricht umfasst 25 Stunden. Vier Dozenten unterrichten schwerpunktmäßig. Ziel ist es, Sprachkenntnisse auf B-1-Niveau zu erreichen. „Wir haben eine große Spannbreite von sprachlichen Niveaus“, so Keller-Neffgen. Sie koordiniert mit Doris Wendel das DaZ-Zentrum am Gymnasium. Die Mädchen und Jungen sollen in der Klasse mindesten ein Jahr lang bleiben. Monatlich kommt im Schnitt ein Schüler hinzu. „Bisweilen wird auch jemand ausgewiesen“, berichtet die Koordinatorin. Erst jüngst sei dies bei zwei Kindern der Fall gewesen.

Die Arbeit sei grundsätzlich „anders“ als in anderen Regelklassen. Dies fange schon bei den zeitaufwendigen Elterngesprächen an. „Man muss sich persönlich sehen“, so Keller-Neffgen. Ein Dolmetscher ist im Regelfall dabei.

„Die Arbeit ist super“, lobt die ehrenamtlich in der Klasse unterrichtende Amgret Paulsen vom Freiwilligen Forum. Die pensionierte Lehrerin beobachtet bei ihren Schülern „eine tolle Entwicklung“. Die Kinder erlernten die deutsche Sprache überraschend schnell.

Yale besucht schon den Unterricht in anderen Regelklassen – und zwar in unterschiedlichsten Fächern. Sie fühlt sich vor allem im internationalen Klassenverbandwohl. „Wir sind hier alle Freunde und mögen uns so sehr“, sagt Yale.

Zu den hauptsächlichen Unterstützern des DaZ-Teams gehören vier Helfer vom Freiwilligen Forum als sogenannte Zweitbesetzung.

Doch auch die Stadt Schenefeld und Blau-Weiß 96 sind wichtige Säulen beim Integrationsprozess. „Unsere beseelende, mit Spaß verbundene Arbeit ist erfolgreich“, erläutert Keller-Neffgen. Mit Wendel, Klassenlehrerin Manush Snoyeck und Paulsen trifft sie sich auch privat, um individuelle Stundenpläne zu besprechen. Schulleiterin Carola Weber (kleines Foto) lobt das Modell des individuellen Lernens. „Das DaZ-System ist vorbildlich und liefert Ideen für den normalen Schulbetrieb“, bilanziert die Schulleiterin.




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