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Pinneberger Tageblatt

10. Dezember 2016 | 15:47 Uhr

Auf Schatzsuche im Klövensteen : Daumen hoch für die Stadtranderholung in Pinneberg

vom
Aus der Redaktion des Pinneberger Tageblatts

Der neunjährige Lion ist mit 22 anderen Kindern mit dem Komet unterwegs. Nächstes Ausflugsziel - St. Peter-Ording.

Pinneberg | Es ist Dienstag. Ein guter Tag. Denn die Ferien sind erst vier Tage alt. Mehr als fünf Wochen liegen also noch vor ihm. Wochen, in denen Lion machen kann, was er will. In denen er draußen sein kann. Die er mit seinem besten Freund Julian verbringen kann. Während der noch im Land der Träume weilt, schlägt Lion die Decke zurück. Um 7.30 Uhr. Bloß keine Zeit verschwenden.

Sechs Wochen lang schulfrei – wie verbringen Kinder in Pinneberg eigentlich die Ferien? Reporterin Felicitas Mertin begleitet sie bei Aktionen, die die Stadtjugendpflege und der Verbund aus Jugend- und Schulsozialarbeit anbieten.

Lion ist neun Jahre alt. Nach den Sommerferien kommt er in die vierte Klasse der Helene-Lange-Schule in Pinneberg. Dann gehört er zu den Großen. Ein böses Wort über die Schule verliert er nicht. Er sagt, er gehe gern hin. Sein Lieblingsfach? Mathe. Was genau? Mal-Aufgaben. Gerechnet wir erst wieder in ein paar Wochen. Stattdessen macht sich Lion mit seinem kleinen Bruder Lenny (8) auf den Weg zum Kinder- und Jugendtreff Komet im Quellental.

Lion ist eines von etwa 30 Kindern im Alter von acht bis zwölf Jahren, die in den ersten beiden Wochen der Sommerferien täglich in den Komet kommen. Jeden Tag erwartet sie ein anderes Programm. Von der Rundfahrt durch den Hamburger Hafen bis zu einer Olympiade. Heute steht eine Schatzsuche an – auf dem Fahrrad.

Ein Herz und eine Seele: Lion (r.) mit seinem besten Freund Julian.
Ein Herz und eine Seele: Lion (r.) mit seinem besten Freund Julian. Foto: Mertin
 

23 Kinder tummeln sich im Garten des Komet. Betreuer Saim (Kasi) Cetinkaya ruft sie zusammen. Bevor sie starten, überprüfen zwei Polizisten des örtlichen Reviers die Fahrräder. Lion kann aufatmen. Polizeihauptmeisterin Silke Trojahn stellt keine Mängel fest. Er darf fahren – eigentlich. Denn das Fahrrad gehört seinem Bruder Lenny und der will es wieder haben. Lions steht zu Hause, es ist ein BMX. Mit dem macht er die Rampe unter der Hochbrücke unsicher. Für den Verkehr ist es nicht geeignet. Kasi zeigt auf ein pinkes Fahrrad vom Komet, das übrig ist. Lion schüttelt den Kopf. Nein, mit einem pinken Fahrrad fahre er nicht. Julian kommt dazu und beschwichtigt: „Das ist doch nicht peinlich, ist doch egal“, sagt er. Das gute Zureden seines besten Freundes hilft nicht viel. Aber aufsteigen muss Lion am Ende doch, denn es geht los. Der Neunjährige reiht sich gleich im ersten Drittel ein. Er ist ein sicherer Radfahrer.

Im Wildgehege Klövensteen bleibt Lion am Uhu-Käfig stehen. Er entdeckt auf Anhieb zwei der Tiere in den Bäumen.
Im Wildgehege Klövensteen bleibt Lion am Uhu-Käfig stehen. Er entdeckt auf Anhieb zwei der Tiere in den Bäumen. Foto: Mertin
 

Ob er sich schon Verletzungen zugezogen hat? „Nein, nur Prellungen“, sagt er selbstbewusst. Nach ein paar Minuten ist das Lächeln zurück. „Das pinke Fahrrad ist doch gar nicht so schlimm. Eigentlich ist es nach Gelb meine zweite Lieblingsfarbe“, gesteht Lion. Die Gruppe fährt Richtung Klövensteen. Lion und ein paar Jungen diskutieren über den morgigen Ausflug nach St. Peter-Ording. Wie weit sie wohl in der Nordsee rausschwimmen dürfen?

Kasi pfeift. Erster Stopp am Wildgehege Klövensteen. Lion ist sofort bei Julian. Ob sie oft zusammen seien? „Immer wenn wir Zeit haben, verbringen wir sie zusammen“, sagt Julian und fügt nachdenklich an: „Manchmal streiten wir uns auch, aber das ist für beste Freunde normal.“ Sie schlendern vorbei an Waschbären, Uhus und Rehen. Dann geht es weiter. Nur wenige hundert Meter. Zum letzten Stopp: dem Waldspielplatz.

Betreuerin Eugenia Koch-Wunder packt Obst und Gemüse aus. Lion schüttelt den Kopf. Er habe keinen Hunger. Der Neunjährige will lieber sofort loslegen. Klettern, danach Fußballspielen. Um 14 Uhr ist es endlich soweit: Die Schatzsuche steht an. Alle versammeln sich. Kasi zeichnet einen Kompass in den Sand. Er kündigt an, vorläufig nur einen Tipp zu geben: Der Schatz befinde sich in nord-östlicher Richtung. Die Kinder schwärmen aus. Zehn Minuten vergehen. Nichts. Lion rennt durch den Wald. Zweiter Tipp: Der Baum, unter dem der Schatz liegt, habe eine Y-Form. Nach knapp 20 Minuten heben sie die „Goldtruhe“. Darin sind Süßigkeiten. Das Tagesziel ist erreicht. Lions Akku ist aber noch lange nicht leer. Er will noch schwimmen gehen. Für Langeweile bleibt keine Zeit. Schließlich sind die Ferien nur sechs Wochen lang.

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erstellt am 27.Jul.2016 | 17:00 Uhr

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