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Pinneberger Tageblatt

28. März 2017 | 20:00 Uhr

Dauereinsatz für die schönen Künste

vom
Aus der Redaktion des Pinneberger Tageblatts

Portrait Die Brüder Cord und Fritz Garben bereichern Pinnebergs Kulturlandschaft seit vielen Jahren

Die Freude an der Musik hat die Brüder Fritz (78) und Cord (73) Garben zeitlebens verbunden. Aufgewachsen in Grohnde an der Weser, genossen die im Kulturverein Pinneberg (KVP) aktiven Brüder intensive Kindheits- und Jugendjahre mit reichlich Klavierstunden. „Wir kennen uns seit 1943“, flachst der stellvertretende KVP-Vorsitzende Cord Garben. Es war kein anderer als sein Bruder Fritz, der ehemalige Vereinsvorsitzende, der seinen vielfach international ausgezeichneten Künstler-Bruder überzeugte, sich für den Verein zu engagieren. Mit Erfolg. Die hochkarätigen musikalischen Events und Neujahrskonzerte sind in Pinneberg zu einem gesellschaftlichen Ereignis geworden.

Der in den USA für seine Schallplattenarbeit mit sieben Grammy-Awards ausgezeichnete Cord Garben schafft es immer wieder, Musiker mit internationaler Reputation, darunter Mitglieder des Philharmonischen Staatsorchesters Hamburg, für die Pinneberger Konzertreihen zu gewinnen.

Aber von vorne: Fritz und Cord Garben besuchten das Schiller-Gymnasium in Hameln. Die Eltern führten sie bereits früh an die Musik heran. „Mein Vater spielte Klavier, meine Mutter war sehr musikalisch, sang und interessierte sich für Klassik“, erinnert sich der ehemalige Offizier der Deutschen Bundeswehr Fritz Garben. Mit ihren Söhnen besuchte Anneliese Garben häufig Sinfoniekonzerte und Opern in Hameln.

Der spätere Dirigent, Produzent, Pianist und künstlerische Leiter Cord Garben begann im Alter von acht Jahren Klavier zu spielen. „Nach eine Haut-Erkrankung musste ich zeitweise aussetzen und konnte wieder spielen, als ich 14 Jahre alt wurde“, erinnert er sich. Zu dieser Zeit begann er auch Cello-Stunden zu nehmen und im Schulorchester zu musizieren.
Cord Garben ging nach der Schulzeit zur Bundeswehr und wurde dort Untergebener seines Bruders. Bruder Fritz zeichnete in Bückeburg verantwortlich für die Ausbildung der Offiziersanwärter. „Während der beruflichen Zeit sind wir uns immer mal wieder begegnet“, sagt Fritz Garben.

Der seit Ende der 1990er Jahre im Kreis Pinneberg lebende Fritz Garben engagierte sich von 2001 bis 2008 als Vorsitzender beim KVP, bis 2014 war er zweiter Vorsitzender. Er zog damals von Bückeburg, seinem letzten Dienstort, nach Ellerhoop, um seine in Pinneberg lebenden Schwiegereltern, Landrat a.D. Dr. Udo Sachse und dessen Frau Rosemarie im Alter zu betreuen. Die Eltern der Brüder wohnten ebenfalls in Aumühle und lebten somit nicht weit entfernt.

Der erste Kontakt zum KVP entstand im Jahr 2000. Fritz Garben engagierte sich bei den Rotariern in Pinneberg. Während er eine Veranstaltung mit seinem Klavierspiel bereicherte, kam der damalige Bürgermeister Horst-Werner Nitt auf ihn zu. „Er fragte mich, ob ich bereit wäre, den Kulturvereinsvorsitz zu übernehmen“, erinnert sich Fritz Garben.

Der damals ehrenamtlich als Schiedsmann in Elmshorn engagierte, kulturbegeisterte Garben ließ sich nicht zweimal bitten. Er fragte umgehend seinen Bruder Cord, ob er bereit wäre, musikalische Programme für den Kulturverein zu organisieren. „Obwohl er anderweitig sehr eingespannt war, stimmte er zu“, berichtet Fritz Garben. Das habe ihn entspannt. „Ich wusste, wenn mein Bruder dabei ist, sind die wichtigsten Veranstaltungen unter Dach und Fach“, erinnert sich Fritz Garben.

Der stellvertretende KVP-Vorsitzende Cord Garben übernahm die Verantwortung als musikalischer Leiter. 2001 initiierten die Brüder ein Neujahrskonzert in Pinneberg. Mit Erfolg : Mehr als 200 Besucher kamen zum Auftakt. „Von da an ging es raketenmäßig nach oben“, berichtet Fritz Garben.

Die KVP-Mitglieder veranstalten das Neuhjahrskonzert seit 2004 im Cap Polonio, um einen noch festlicheren Rahmen bieten zu können. Die Veranstaltungen sind regelmäßig ausverkauft. „Seit Jahren haben wir vollen Zuspruch. Es hat den Anschein, dass man dort gewesen sein muss“, so Fritz Garben.

Die Musiker gehören zu den Mitgliedern des Philharmonischen Staatsorchesters Hamburg – mit Ausnahme der Konzertmeisterin des NDR Elbphilharmonic Orchesters. Cord Garben ist als Dirigent regelmäßig mit einem festen Stamm von 13 Musikern im Einsatz. „Wir haben zum Glück Top-Leute“, betont er. Das Publikum freue sich, nicht nach Hamburg fahren zu müssen, sondern Konzerte auf hohem künstlerischen Niveau in Pinneberg vorzufinden.

Die damals von Bürgermeister Nitt so genannten Rathauskonzerte gibt es mittlerweile seit zehn Jahren. Regionale Künstler und internationale Größen musizieren während der Veranstaltungen. Cord Garben moderiert alle Events. Er organisiert nicht nur die Musiker, sondern gewährt seinen Konzertbesuchern immer auch Einblicke in die Musikgeschichte. Der in Wohltorf lebende Cord Garben und sein Bruder treffen sich regelmäßig in Hamburg, „um neue Konzertideen auszubrüten“. „Zwischen uns besteht ein enger, geistiger und seelischer Verbund“, fasst Fritz Garben zusammen.

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