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Pinneberger Tageblatt

23. März 2017 | 21:17 Uhr

Vor der Wahl : Das wollen die CDU-Kandidaten

vom
Aus der Redaktion des Pinneberger Tageblatts

Am Sonnabend, 5. November, wird es ernst für drei Politiker aus dem Pinneberger CDU-Kreisverband. Dann wählt die Kreismitgliederversammlung einen von ihnen zum CDU-Bundestagskandidaten des Kreises Pinneberg.

Kreis Pinneberg | Am Sonnabend, 5. November, wird es ernst für drei Politiker aus dem Pinneberger CDU-Kreisverband. Dann wählt die Kreismitgliederversammlung einen von ihnen zum CDU-Bundestagskandidaten des Kreises Pinneberg. Doch was wollen sie in Berlin erreichen? Welche Ansichten haben Sie zu aktuellen Problemen? shz.de hat die Kandidaten dazu befragt. Heute: Teil 1.

In welchen Bereichen würden Sie sich in Berlin am liebsten einbringen?

Dagmar Steiner

Infrastruktur: flächendeckendes schnelles Internet zur Sicherung einer dynamischen wirtschaftlichen Entwicklung und der Attraktivität von Wohnstandorten; Gesundheit/Pflege: Sicherstellung der medizinischen und pflegerischen Versorgung im ländlichen Raum; Bildung/Forschung: Forschung in Zukunftstechnologien intensivieren, Förderung der beruflichen Weiterbildung, vergleichbare Bildungsabschlüsse zur Unterstützung der mobilen Gesellschaft.

Kole Gjoka

Die Schwerpunkte  würde ich am liebsten in den Bereichen Integration und Wirtschaft setzen. Meine Erfahrungen als ehemaliger Flüchtling, Mitarbeiter, leitender Mitarbeiter, Arbeitgeber und als ehrenamtlicher Helfer möchte ich gerne in der Bewältigung der Flüchtlingskrise einbringen. Auch im Bereich internationale Politik, speziell den Balkan, würde ich auch meine Kenntnisse und Verbindungen unserem Land zugutekommen lassen.

Ernst-Michael von Abercron

Sehr wichtig ist mir eine Mitarbeit im Innen- und Rechtausschuss, da hier  unmittelbarer Bezug zu den brennenden Fragen auch in unserer Region besteht. Das gilt  für den gesamten  Bereich der Inneren Sicherheit, der Strafverfolgung, Fragen der Zuwanderung und Integration. Fachlich besonders nahe liegen mir auch die Bereiche Umwelt- und Agrarpolitik. Hier werden die Weichen für die künftige Entwicklung des Klimaschutzes und des ländlichen Raumes gestellt.

 

Mit welchem Spitzenkandidaten möchten Sie in den Wahlkampf ziehen, mit Angela Merkel oder einem anderen?

Dagmar Steiner

Angela Merkel ist eine starke Bundeskanzlerin. Sie hat Deutschlands internationale Wettbewerbsfähigkeit gestärkt, für Sicherheit und Stabilität gesorgt, und Deutschland als bedeutende Nation in Europa und der Welt etabliert. Ihre Führungsstärke hat sie über viele Jahre unter Beweis gestellt. Sie hat in der Bevölkerung über Parteigrenzen hinweg große Anerkennung, ich würde gerne den nächsten Wahlkampf mit Angela Merkel als Spitzenkandidat führen.

Kole Gjoka

Unsere Spitzenkandidatin ist und bleibt Dr. Angela Merkel. Ihre Wirtschaftspolitik, Europapolitik, humanitäre Flüchtlingspolitik und weitsichtige Politik machen sie als Spitzenkandidatin unverzichtbar. Ihre ruhige Handlung, Klarheit und auch Zugeständnisse sind Teil einer sicheren Zukunft. Ihre Haltung in der Flüchtlingspolitik hat unsere christlichen Werte in den Vordergrund gebracht.

Ernst-Michael von Abercron

Angela Merkel wird mit großer Wahrscheinlichkeit unsere Kanzlerkandidatin und das ist auch gut so! Zurzeit ist innerhalb und außerhalb der Union niemand erkennbar, der in einer derart schwierigen weltpolitischen Lage für Deutschland und Europa vergleichbar viel Gewicht und Erfahrungen einbringen kann. Keine Kanzlerschaft war bisher fehlerlos. Wichtig ist, dass Fehler der Sicherheit und Zuwanderung erkannt wurden und nun gelöst werden. Dass Deutschland insgesamt blendend dasteht, hat ganz sicher auch mit der Politik von Angela Merkel zu tun.

 

Wo stehen Sie in Sachen Flüchtlingspolitik – bei Angela Merkels „wir schaffen das“ oder Horst Seehofers Obergrenze von 200.000?

Dagmar Steiner

Humanität gehört zur CDU. Jedem Verfolgten muss Schutz gewährt werden. Umgekehrt muss jeder, der zu Unrecht Asyl beantragt oder unser Gastrecht missbraucht das Land umgehend verlassen – ebenso bei Nichtintegration. Wir müssen die Außengrenzen der EU besser schützen, Frontex entsprechend verstärken. Zusammen mit allen anderen Maßnahmen und Bekämpfung der Fluchtursachen in den Heimatländern, bleiben wir unter 200.000 Flüchtlingen pro Jahr.

Kole Gjoka

In Sachen Flüchtlingspolitik stehe ich zu Angela Merkel Aussage  „wir schaffen das“, mit der Ergänzung „die schaffen das, wir helfen dabei“. Ein Beispiel guter Integration bin ich selbst. Das habe ich selber geschafft, und meine Freunde und die Gesellschaft hier haben mir bei meinem Weg geholfen. Wir sind ein Zuwanderungsland,  deshalb ist eine jährliche Zuwanderungsobergrenze sinnvoll. Wir sollten strikt trennen zwischen Zuwanderern und Flüchtlingen, und die Unterschiede verstehen. Herr Seehofer hat gute Oppositionspolitik gemacht, und ist zur Zeit auf der Suche nach dem richtigen Weg.

Ernst-Michael von Abercron

In beiden Formulierungen sind Wahrheiten enthalten. Die Äußerung unserer Kanzlerin mit Blick auf die Erstversorgung und Unterbringung ist Realität geworden – das haben wir dank zahlreicher ehrenamtlicher Helfer tatsächlich geschafft. Richtig ist aber auch, dass unser Land nicht noch einmal in so kurzer Zeit so viele Menschen aufnehmen kann. Eine feste Grenze für erfolgreiche Asylverfahren ist rechtlich nicht möglich, wohl aber eine obere Richtgröße. Denn weder die ohnehin gebeutelten sozialen Sicherungssysteme noch der gesellschaftliche Zusammenhalt dürfen gefährdet werden.

 

Die terroristische Bedrohung wird auch in Deutschland immer größer. Wie soll dem begegnet werden?

Dagmar Steiner

Wir und andere Länder werden durch Terroristen aus dem In- und Ausland bedroht. Deshalb muss die internationale Zusammenarbeit und Vernetzung der Geheimdienste verstärkt werden, Datenspeicherung ist erforderlich, um schnell die Netzwerke der Terroristen aufspüren zu können. Das aktuelle Maßnahmenpaket der Bundesregierung muss konsequent bis 2020 umgesetzt werden (mehr Bundespolizei, Datenaustausch zwischen den Nachrichtendiensten, ...)

Kole Gjoka

Die Wachsamkeit unserer Bevölkerung ist eine gute Möglichkeit, Terroraktivitäten vorzubeugen, aber wir müssen auch nicht in Angst und Panik verfallen. Die Zusammenarbeit unserer Dienste in Deutschland, aber auch mit unseren internationalen Partnerdiensten muss besser funktionieren. Durch die Schaffung neuer Polizeistellen kann beziehungsweise muss die Polizeipräsenz verstärkt werden. Ebenso bedarf es sofortige Verbesserung bei der Ausrüstung und Vergütung der Polizisten.

Ernst-Michael von Abercron

Wir haben eine völlig neue Bedrohungslage. Neben den rechts- und linksextremistisch motivierten Gewalttaten sind wir ins Visier islamistischer Terrorgruppen geraten. Gleichzeitig erleben wir die absurde Situation, dass der Verfassungsschutz rund die Hälfte seiner Mitarbeiter zur Betreuung parlamentarischer Untersuchungsausschüsse abstellen muss. Uns bedrohen nicht unsere Geheimdienste, sondern Terroristen. Wir müssen unsere Sicherheitsbehörden personell, technisch und rechtlich deshalb so ausstatten, dass sie ihre Arbeit unbürokratisch, rechtsstaatlich und erfolgreich erfüllen können.

Dagmar Steiner ist 52 Jahre alt, verheiratet und hat zwei Kinder. Steiner ist Fachärztin für Radiologie und arbeitet im Krankenhausmanagement der Asklepios Kliniken in Hamburg. Sie ist stellvertretende Vorsitzende des CDU-Kreisverbands. Kole Gjoka ist 46 Jahre alt. Er kam 1996 als Flüchtling aus Albanien nach Elmshorn. Er ist verheiratet. Gjoka ist Inhaber der Firma Auto-Pflegeservice Riewesell. Er ist bürgerliches Mitglied der CDU-Fraktion Elmshorn und des Ortsvorstands. Ernst-Michael von Abercron ist 64 Jahre alt. Er ist verheiratet und hat zwei Kinder. Er arbeitet im Kieler Ministerium für Ernergiewende, Landwirtschaft, Umwelt und ländliche Räume. Er ist Mitglied im Vorstand des Pinneberger CDU-Kreisverbands.
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erstellt am 01.Nov.2016 | 10:00 Uhr

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