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Pinneberger Tageblatt

24. März 2017 | 21:06 Uhr

„Das wichtigste Gut für Vereine“

vom
Aus der Redaktion des Pinneberger Tageblatts

C-Lizenz 120 Lerneinheiten ermöglichen es, Trainer im Breitensport zu werden / Derzeit gibt es im Kreis etwa 1200 gültige Scheine

„Es war eine außergewöhnlich engagierte Truppe“, lobte Stefan Göttsche, Lehrreferent des Kreissportverbands (KSV) die Absolventen der Ausbildung zum Übungsleiter mit Schwerpunkt „Breiten- und Freizeitsport“. Alle 20 Teilnehmer absolvierten die Prüfung mit Erfolg. Die sogenannte C-Lizenz ist der Einstieg im sportartenübergreifenden Breitensport, wenn mit Kindern, im Fitnessbereich oder mit Senioren gearbeitet wird.

„Wir haben aktuell 1200 gültige Übungsleiterlizenzen im Kreis Pinneberg – also Trainer mit Qualifikation. Dazu kommen noch die qualifizierten Sportlehrer“, erläutert Karten Tiedemann, Geschäftsführer des KSV. Dabei sei die Quote derjenigen, die ohne Lizenz eine Mannschaft trainieren oder einen Trainer unterstützen deutlich höher. „Es ist sicherlich das zehnfache an Trainerin ohne Lizenz“, so Tiedemann. Eine Trainerlizenz sei in vielen Bereichen nicht notwendig. Oft würden Vorqualifikationen wie Übungsleiterassistenz oder Fortbildungen zu Gruppenhelfern reichen.


Grundausbildungen und spezielle Sportarten


„Hervorragend ausgebildete Übungsleiter sind das wichtigste Gut für Vereine“, betonte Tiedemann die Notwendigkeit der Aus- und Fortbildung. „Es ist nie falsch, sich fortzubilden und neue Eindrücke zu sammeln.“ Im vergangenen Jahr bot der KSV 202 sportartenspezifische Lerneinheiten an. Hinzu kamen die Stunden für die Grundausbildungen. „Wir haben damit 579 Menschen erreicht, die sich weiterbilden wollten“, erläuterte Tiedemann. Damit biete der KSV, der die Ausbildungen im Auftrag des Landessportbunds mache, das umfangreichste Angebot aller Kreise in Schleswig-Holstein. Und das seit den 1970er Jahren. „Es ist unser Bestreben, möglichst viele qualifizierte Seminar- und Bildungsangebote im Kreis stattfinden zu lassen, damit unsere Trainer nicht weit reisen müssen und kurze Wege haben“, so Tiedemann.

Die Kreis- und Landessportverbände, die Fachverbände wie der Deutsche Fußball Bund (DFB) oder der Deutsche Handball Bund (DHB) vergeben die jeweiligen Lizenzen. Im Jugendbereich zudem die Kreisjugendringe. Allerdings erkennt nicht jeder Fachverband die Lizenzen der Landessportverbände an. „Viele Fachverbände haben eigene Regelungen. Ich kann nur an diese appellieren, die Lizenzen anzuerkennen. Bei den Tänzern und den Turnern klappt es beispielsweise hervorragend“, erläutert Tiedemann. Daher sei es vor der Anmeldung zu einer Trainerausbildung wichtig, sich Gedanken zu machen, was das Ziel sei. „Wenn ich weiß, ich will Fußballtrainer werden, bin ich beim DFB gut aufgebhoben. Wenn ich im Breitensport arbeiten will oder vielleicht nicht sicher bin, wohin der Weg führt, bin ich bei einem KSV-Lehrgang gut aufgehoben, weil ich mich dann noch entscheiden kann“, sagt Tiedemann. Denn dort würden die Grundlagen vermittelt. Mit der C-Lizenz könne im Breitensport trainiert werden. 120 Lerneinheiten müssen dafür absolviert werden. Wer im Bereich der Prävention wie Rückentraining oder Rehabilitation wie Herz-Gruppen trainieren will, benötigt die B-Lizenz, für die weitere 60 Lerneinheiten notwendig sind. „Das Risiko ist dort zu groß, dass etwas passiert. Da müssen die Trainer fundierte medizinische Kenntnisse haben“, erläutert Tiedemann.


Ausbildung auch gut für das Honorar


Alle vier Jahre müssen die Trainer ihre Lizenz erneuern und dafür 15 Lerneinheiten nachweisen. Bei B-Lizenzen müssen die Lerneinheiten alle zwei Jahre nachgewiesen werden. Die Ausbildung schlage sich am Ende auch in den Honoraren wieder, die ein Trainer verlangen kann. „Wer eine A-Lizenz hat oder Diplom-Trainer ist, muss schon eine Granate sein und merkt das sicherlich auch im Geldbeutel“, sagt Tiedemann lachend.

Nachholbedarf sieht Tiedemann in den Vorständen der Vereine: „Es wäre schön, wenn alle Vorstandsmitglieder sich schulen lassen würden.“ Dafür gib es die Ausbildung zum Vereinsmanager. „Auch Funktionären kann Fortbildung nicht schaden“, sagt Tiedemann. Besonders stolz ist er für den 1. April mit Stefan Wagner einen besonderen Dozenten für einen „Satzungsworkshop“ gewonnen zu haben. Wagner unterrichtet seit Jahren an der Führungsakademie des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB) in Köln. „Satzung klingt erst einmal trocken, aber er bringt es sehr unterhaltsam durch viele Beispiele aus der Praxis rüber“, wirbt Tiedemann.

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www.ksv-pinneberg.de


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