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Jahreshauptversammlung der Kreisjägerschaft : Das Raubwild bereitet den Jägern Sorgen

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Aus der Redaktion des Pinneberger Tageblatts

Die Bodenbrüter massiv gefährdet. Wildschweine werden im südlichen Kreisgebiet zum Verkehrsrisiko.

Ellerhoop | Die Kreisjägerschaft Pinneberg (KJS) hat mit einem Imageproblem zu kämpfen. „Das Thema Jäger ist in der Öffentlichkeit weiterhin ein schwieriges Thema“, sagte der Vorsitzende Hans Wörmcke am Freitag während der Jahreshauptversammlung im Gartenbauzentrum in Ellerhoop. „Die Bevölkerung versteht oft nicht, was Jäger alles tun“, sagte Wörmke. Jäger seien oft mit dem Bild toter Tiere verbunden. „Unsere Aufgabe ist die Hege und Pflege der Bestände. Wir sind eine Umweltschutzorganisation, werden aber nicht so wahrgenommen“, sagte Wörmke.

Dennoch konnte die Kreisjägerschaft ihre Mitgliederzahl im vergangenen Jahr steigern. 36 Austritten und 16 Todesfällen standen 77 Eintritte gegenüber. „Dieser positive Trend freut uns sehr – insbesondere vor dem Hintergrund, dass viele andere Vereine eher schrumpfen“, so Wörmcke.

Um die Tierwelt zu schützen, müssen gewisse Arten zurückgedrängt werden. Sorgen bereiten den Jägern vor allem Maderhunde und Raubwild. „An der Elbe sind Bodenbrüter kaum noch vorhanden“, stellte Wörmke fest. „Der Mader wird zur Plage“, erläuterte der stellvertretende Kreisjägermeister Christian Schadendorf. Auch die Populationen von Dachsen und Füchsen würden im Kreisgebiet deutlich zunehmen. In Wäldern des Staatsforstes und auf Naturschutzflächen dürfen sie nicht bejagt werden, sodass sie sich ungehindert ausbreiten und insbesondere Bodenbrüter dramatisch dezimieren können.

Michael Kruse referierte über „Biotopmaßnahmen im Kreis Pinneberg“
Michael Kruse referierte über „Biotopmaßnahmen im Kreis Pinneberg“ Foto: Bastian Fröhlig
 

Und noch eine Tierart bereitet den Jägern Sorgen: Wildschweine. 88 Stück wurden im abgelaufenen Jagdjahr erlegt. „Im Vorher waren es 44. Diese waren vor allem in wenig besiedelten Gebieten im Norden des Kreises unterwegs“, sagte Schadendorf. Mittlerweile seien sie aber verstärkt im südlichen Kreisgebiet anzutreffen. „Innerhalb kürzester Zeit hat sich ein eigener Bestand aufgebaut“, erläuterte Schadendorf. Schwarzwild sei in Pinneberg, Holm, Appen und Wedel erlegt worden. „Wir müssen das Schwarzwild scharf bejagen. Es gibt ein ewrhöhtes Verkehrsrisiko. Es liegt in unserer Verantwortung das zu minimieren“, sagte Schadendorf. Zudem gäbe es vermehrt Berichte über Wildschweine, die Vorgärten zerwühlen und in Stadtgebieten umherschweifen.

Schatzmeister Sascha Otto legte sein Amt nach vier Jahren nieder, konnte aber eine sehr positive Bilanz aufweisen. Das Geschäftsjahr 2016 beendete die KJS mit einem Gewinn von fast 96.000 Euro. Zudem wurde der Kredit in Höhe von 40.000 Euro für den Schießstand in Heede ausgelöst. „Der gehört jetzt komplett uns“, so Otto. Und es soll weiter investiert werden. Ein neues Vereinsheim, eine 300-Meter-Bahn sowie ein Schießkino sind mittelfristig geplant.

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Jens Duwe aus Quickborn wurde zum neuen Schatzmeister gewählt, Detlef Kleinwort zum Beisitzer. Christian Jentsch besetzt das Amt des Obmanns für Öffentlichkeit/Jugendarbeit. Thomas Kröger wurde zum Kreisschießobmann gewählt. Die Jäger wählten Jan Getgens zu seinem Stellvertreter. Im Anschluss an die Jahreshauptversammlung referierte Michael Kruse über „Biotopmaßnahmen im Kreis Pinneberg“.

Der stellvertretende Kreisjägermeister Christian Schadendorf stellte die Strecke des im abgelaufenen Jagdjahres – jeweils von April bis Ende März des Folgejahrs – vor. Sechs Stück Rot-, vier Stück Damm- und 1691 Stück Rehwild wurden erlegt. Zudem schossen die Jäger im abgelaufenen Jagdjahr 88 Wildschweine, 812 Hasen, 67 Kaninchen, 504 Füchse, neun Waschbären, 121Marderhunde, 231 Marder, 89 Iltisse, 75 Dachse, 17 Minks, 167 Fasane, 522 Tauben, 698 Gänse, 775 Enten, 20 Schnepfen und 1012 Rabenkrähen.
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erstellt am 10.Apr.2017 | 10:00 Uhr

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