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Pinneberger Tageblatt

26. März 2017 | 19:07 Uhr

Mit Kommentar : Das plant der Verkehrsminister

vom
Aus der Redaktion des Pinneberger Tageblatts

Eine Übersicht über die aktuellen Verkehrsbauprojekte in der Region.

Kreis Pinneberg | U-Bahn nach Schenefeld, mehr S-Bahnen nach Wedel, der Ausbau des Pinneberger Bahnhofs und die Reaktivierung der Strecke Uetersen-Tornesch: Im Gespräch mit unserer Zeitung äußerte sich Reinhard Meyer, Landesminister für Wirtschaft, Arbeit, Verkehr und Technologie, zu zahlreichen Themen, die die Menschen im Kreis Pinneberg bewegen. Eine Übersicht:

S- oder U-Bahnanschluss für Schenefeld

Ende November haben Hamburg und Schleswig-Holstein beschlossen, dass mit der Konzeptstudien zu einem U- beziehungsweise S-Bahnausbau im Hamburger Westen auch eine Anbindung Schenefelds geprüft wird. Die südliche S-Bahn-Variante bezeichnete Meyer als „eher unwahrscheinlich“. Realistischer sei die U-Bahn-Variante über den Bereich Osdorfer Born. „Details muss aber die Expertise ergeben.“

Reaktivierung der Strecke Tornesch-Uetersen

Im Langfristprogramm für den landesweiten Nahverkehrsplan sei das Projekt bereits drin. Das Problem, laut Meyer: „Wir haben zwar ein Gutachten, dieses ist jedoch aus dem Jahr 1997. Das kann man getrost beiseite legen.“ Vereinbart sei, noch im März ein Gespräch mit den Betroffenen entlang der Strecke zu führen: Mit Nah.SH (Nahverkehrsverbund in Schleswig-Holstein), dem Kreis, der Uetersener Eisenbahn als Eigentümer der Strecke und der Norddeutschen Eisenbahngesellschaft. Das Ziel sei, ein neues Gutachten in Auftrag zu geben. „Das wäre dann der Startschuss, über eine Reaktivierung der Strecke nachzudenken.“

S1-Ausbau nach Wedel

Seit dem Fahrplanwechsel im Dezember 2016 fahren auf der S1-Strecke von und nach Wedel bereits häufiger die Züge im Zehn-Minuten-Takt. Der von vielen Wedelern gewünschte ganztätige Ausbau dieses Taktes scheitert laut Meyer bisher unter anderem an Hamburg. Denn bei grenzübergreifenden Fahrplanänderungen werden die Kosten zwischen den Bundesländern geteilt. Die jeweils vier zusätzlichen S1-Fahrten pro Richtung zum bisher letzten Fahrplanwechsel kosten laut Meyer beispielsweise 150  000 Euro pro Jahr. Davon tragen Hamburg 111  000 und Schleswig-Holstein 44  000 Euro. Ein weiteres Problem: Auf der Strecke zwischen Blankenese und Wedel ist die Strecke teilweise eingleisig. „Damit ist man bei der Taktung irgendwann an der Kapazitätsgrenze und müsste baulich erheblich investieren“, sagt Meyer.

Ausbau Pinneberger Bahnhof

Mit einem Investitionsvolumen von etwa 25 bis 30 Millionen Euro ist die Umgestaltung des Pinneberger Bahnhofs aktuell das größte Bahnhofsprojekt in Schleswig-Holstein. Die Bauarbeiten auf dem Pinneberger Bahnhof stadtseitig haben bereits begonnen und die neue P+R-Anlage ist bereits fertiggestellt. Meyer: „Dieses Jahr folgt der Busbahnhof.“ Er rechnet mit einer Fertigstellung bis 2020: „Dann kommt noch der Bahnhofsvorplatz und gegebenenfalls ein Fahrradparkhaus bis 2021.“

Besucherzentrum X-Fel

Die Forschungsanlage European X-Fel in Schenefeld ist nach Meyers Einschätzung eines der größten wissenschaftlichen Projekte, das es derzeit in der Welt gibt. „Aber es kennt bloß kaum jemand, weil es unterirdisch und verdammt schwer zu erklären ist.“ Daher spricht sich Meyer klar für ein Besucherzentrum aus, auch um beispielsweise Schulklassen für Naturwissenschaften zu interessieren. Gemeinsam mit Hamburg wurde nun vereinbart, mit den Fördertöpfen der Metropolregion diese Idee aufzugreifen. Die Kosten liegen bei drei bis vier Millionen Euro.

Neue A7-Ausfahrt

„Insbesondere zwischen Schnelsen-Nord und Quickborn brauchen wir eine zusätzliche Ausfahrt“, betont Meyer. Es gebe aber sehr unterschiedliche Interessenlagen. Beide Kreise seien dafür: Pinneberg und Segeberg. Auf Gemeindeebene habe Bönningstedt bisher ablehnend reagiert, Hasloh stimme unter bestimmten Voraussetzungen zu, Quickborn sei dafür. Das Hauptproblem seien bisher die ablehnenden Rats-Beschlüsse in Norderstedt.

Mehr Zughalte in Tornesch ab Dezember. Eine richtig gute Nachricht für die  Region, deren  Bevölkerungszahl ständig  steigt.  Seltsam nur der Termin der Bekanntgabe. Der aktuelle Fahrplan  ist knapp drei Monate alt, der neue kommt erst in neun Monaten heraus?  Ach ja, im Mai ist Landtagswahl!

 

Geschenkt. Das sind halt die üblichen politischen Spielchen. Im Grunde genommen ist  es auch völlig  egal, weshalb es zusätzliche  Bahnverbindungen gibt. Wichtig ist, dass es sie gibt. Und  da hat die Landesregierung seit  einigen Jahren mit den kontinuierlichen Verbesserungen des Bahnangebots für Tornesch  den richtigen Weg eingeschlagen. Gut so!  Allerdings: Der Weg ist noch nicht  zu Ende. Da geht noch mehr! 

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erstellt am 08.Mär.2017 | 16:00 Uhr

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