zur Navigation springen

Pinneberger Tageblatt

10. Dezember 2016 | 02:12 Uhr

Baustelle am Siebentunnelweg : Das Nadelöhr in Halstenbek verärgert die Anwohner

vom
Aus der Redaktion des Pinneberger Tageblatts

Die Anwohner und Geschäftsleute am Siebentunnelweg klagen über unzumutbare Zustände. Die Sperrung dauert noch bis August.

Halstenbek | Fahrradfahrer, Schüler und eilige Passanten queren gleichzeitig die Baustelle am Halstenbeker Siebentunnelweg. Die durch den Tunnel führende Straße ist abgesperrt. Passanten wie Radfahrer drängeln sich auf dem nicht abgesperrten Rad- und Fußweg von etwa zwei Metern Breite. Sie sind gezwungen, sich den Weg beidseitig zu teilen. Bagger versperren zusätzlich einen Teil des Fußwegs. Die Nerven zahlreicher Passanten, aber auch von Geschäftsleuten liegen blank.

Mascha Fehlauer leidet – wie zahlreiche Eltern auch – unter der schon seit vier Wochen bestehenden Situation. Sie holt ihre Tochter – wie auch die CDU-Chefin Kirsten Sajitz – täglich von der Grundschule Bickbargen ab. „Viele Leute sind darauf angewiesen, diese Baustelle zu passieren“, klagt Fehlauer. Es sei hier „äußerst eng und wuselig“, bestätigt Kirsten Sajitz. Man müsse sich an restlichen Menschen zwischen Wand und Bagger vorbeiquetschen. Unter den Passierenden befinden sich zu den Stoßzeiten morgens und mittags besonders viele Kinder von Grundschule Bickbargen wie von Wolfgang-Borchert-Gymnasium.

Die einzige mögliche Umgehung der Baustelle führt über die Lübzer Straße. „Auch hier gibt es nun viel mehr Stau“, so Fehlauer. Die Situation bezeichneten viele Betroffene „als gruselig“.

Schuhmachermeister Marcus Meyer sowie Angela Neumann, Geschäftsinhaberin der Blumenstube Siebentunnelweg, leiden indessen unter starken Umsatzeinbußen. „Meine Einnahmen sind sehr beeinträchtigt“, beschwert sich Meyer. Wenn er mit den Händen buddele, komme er schneller voran als die Bauarbeiter. Zahlreiche Kunden seien abgeschreckt und kämen nicht. Neumann befürchtet, dass sich manche ihrer Kunden umorientieren. Die Situation der Geschäftsleute von Imbissbude, Schneiderei, Kiosk und Friseur sei identisch.

Schuhmachermeister Marcus Meyer: „Vergleichbare Bauarbeiten in der Dominikanischen Republik dauern nur zwei  Wochen.“
Schuhmachermeister Marcus Meyer: „Vergleichbare Bauarbeiten in der Dominikanischen Republik dauern nur zwei Wochen.“ Foto: Heiderhoff
 

Ursprünglich war geplant, im Bereich der Bahnunterführung nur die Gasleitungen zu erneuern. Während der Arbeiten stellte sich jedoch heraus, dass auch Wasser- und Abwasserleitungen erneuerungsbedürftig seien. „Da bei allen Arbeiten am und im Tunnel die Zustimmung der Bahn eingeholt werden musste, kam es zu ersten Verzögerungen“, informierte Sajitz. Es sei auch infolge der zahlreichen Wasserabflüsse mit großen Arbeitsaufwand zu rechnen.

Die Sprecherin der Gemeindewerke (GWG), Anja Liedtke, verwies indes auf eine positive Begebenheit. Es sei immerhin möglich, den Fußgängerweg durch den Tunnel weiterhin zu nutzen. „Wir bitten um Verständnis, dass es bei der Querung während der Bauarbeiten zu Einschränkungen kommen kann“, so Liedtke. Weiterer Fahrplan: Die Sperrung des Tunnels soll noch bis August andauern. Zahlreiche Arbeiten können nicht mit großem Gerät erfolgen, sondern sind nur mit Schaufel und Schubkarre zu realisieren.

Angela Neumann, Geschäftsinhaberin der Blumenstube: „Die Baustelle am Siebentunnelweg macht uns sehr zu  schaffen.“
Angela Neumann, Geschäftsinhaberin der Blumenstube: „Die Baustelle am Siebentunnelweg macht uns sehr zu schaffen.“ Foto: Heiderhoff
 

Der Tunnel wird im Zuge der Arbeiten neu gestrichen und mit LED-Leuchten versorgt. „Interessant ist, dass aufgrund einer alten Vereinbarung zwischen Bahn und Staat, die Bahn weder Niederschlags- noch Abwassergebühr bezahlt – weder in Halstenbek noch sonstwo“, erläuterte Sajitz. Es ist nicht möglich, den Tunnel zu verbreitern. Größere Umbauten können infolge der Kosten nicht erfolgen und sind auch nur in Abstimmung mit der Bahn möglich.

Mit dem Thema wollen sich die Politiker beschäftigen. „Die Ampelregelung hat sich allerdings für den Kfz-Verkehr bewährt“, so Sajitz. Auto- und Räder auf der Straße gemeinsam passieren lassen, sei zudem schon mal angedacht worden. „Es ist aber auch Sicherheitsgründen abzulehnen“, sagt Sajitz.

Karte
zur Startseite

von
erstellt am 08.Jun.2016 | 17:00 Uhr

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen