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Pinneberger Tageblatt

06. Dezember 2016 | 09:23 Uhr

Zahl der Insolvenzen gesunken : Das Landgericht präsentiert neue Bilanz

vom
Aus der Redaktion des Pinneberger Tageblatts

Zum vierten Mal in Folge sind die bezirksweiten Eingangszahlen zurückgegangen. Immerhin um sechs Prozent bei den Privatinsolvenzen und um zwei Prozent bei den sonstigen Insolvenzen.

Itzehhoe | Die Bemessungsparameter für die Bilanz eines Landgerichts sind schwer zu beschreiben. Weder Fallzahlen noch das Betrachten der Einnahmen und Ausgaben lassen eine objektive Bewertung zu. Und so war der Präsident des Landgerichtes Itzehoe nach der Jahrespressekonferenz um eine neutrale Aussage bemüht. „Das vergangene Jahr war wenig spektakulär, eher ein normales“, sagte Bernhard Flor. Allerdings sei es dennoch arbeitsreich gewesen.

„Besonders die zahlreichen Personalwechsel auf den verschiedensten Positionen haben uns beschäftigt. Aber das haben wir gut hinbekommen“, sagte Flor. Zum Landgerichtsbezirk Itzehoe gehören auch die Amtsgerichte in Pinneberg, Elmshorn, Meldorf und Itzehoe. Insgesamt werden dort mehr als 500 Mitarbeiter beschäftigt – davon etwa 100 Richterinnen und Richter.

Die Präsentation der Eingangszahlen für das Jahr 2015 offenbarten in nur wenigen Bereichen auffällige Ausschläge. So sei die Entwicklung bei den Zwangsversteigerungen und -verwaltungen mit einem Plus von neun Prozent auch deshalb bemerkenswert, weil sie seit 2011 erstmals wieder angestiegen sei und gegen den Landestrend verläuft. In den anderen Teilen Schleswig-Holsteins sind die Zahlen zurückgegangen, so Flor.

 

Erfreulicher lese sich die Statistik für die Insolvenzen. Zum vierten Mal in Folge seien die bezirksweiten Eingangszahlen zurückgegangen. Immerhin um sechs Prozent bei den Privatinsolvenzen und um zwei Prozent bei den sonstigen Insolvenzen. Darüber hinaus unterlägen die Eingangszahlen für die übrigen Bereiche den „normalen Schwankungen“.

Unter der Überschrift „Bürgernähe der Justiz“ forciert das Landgericht seit kurzer Zeit bei Zivilrechtsverhandlungen den Einsatz von Videokonferenzen. Inzwischen seien alle Gerichtsbezirke im Land mit der entsprechenden Technik ausgestattet. Diese diene etwa bei Zeugenvernehmungen als Unterstützung. Dietmar Wullweber, Vizepräsident des Landgerichts Itzehoe, betonte in diesem Zusammenhang: „Diese Technik ist ein wertvolles Hilfsmittel, aber der persönliche Eindruck eines Zeugen oder Beklagten ist aus meiner Sicht immer noch wichtiger.“ Wenn aber Zeugen gehört werden müssen, die nicht in der Nähe des Verhandlungsortes wohnhaft sind, sei der Einsatz einer Videoschaltung durchaus sinnvoll, so der Vizepräsident des Landgerichtes.

Vorteile für den Bürger sollen auch die seit diesem Jahr abgehaltenen Gerichtstage bringen. In regelmäßigen Abständen führt der 4. Senat für Familiensachen des Oberlandesgerichts einzelne Verhandlungen und nicht öffentliche Anhörungen unter anderem in Itzehoe durch. Damit soll den Beteiligten, insbesondere Kindern, die bisweilen beschwerliche Anreise nach Schleswig erspart werden. Vorgestellt wurden zudem Stephanie Lüdke (42) als neue Geschäftsleiterin sowie Jörg Hansen (47), der als Verwaltungsreferent unter anderem für den Haushalt des Landgerichtsbezirkes zuständig ist.

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erstellt am 19.Apr.2016 | 17:00 Uhr

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