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Pinneberger Tageblatt

07. Dezember 2016 | 17:28 Uhr

Plakataktion in Halstenbek : Das Flüchtlings-Projekt ist ein Erfolg

vom
Aus der Redaktion des Pinneberger Tageblatts

Grüne, SPD und FDP hoffen erneut auf Wohnraum von Privatpersonen. Die Unterbringung wurde erleichtert.

Halstenbek | „Weltoffene Vermieter gesucht!“ 40 Plakate von Grünen, SPD und FDP mit solchen Schriftzügen haben das Stadtbild im vergangenen November und Dezember geprägt. Mit ihrer ungewöhnlichen Aktion haben die Halstenbeker Parteimitglieder Wohnraum für Flüchtlinge gesucht. „Der Erfolg unserer Aktion war deutlich spürbar“, erläutert Gudrun Gabriel-Schröder von den Halstenbeker Grünen. Es habe nach Auskunft der Verwaltung während des Projekts erheblich mehr Wohnraum von privat zur Verfügung gestanden.

Die Parteimitglieder sitzen deshalb bereits in den Startlöchern, um ab Juni eine erneute Aktion zu starten. „Wir warten eigentlich nur noch auf das Signal der Verwaltung“, erläutert Nicolai Overbeck von der SPD. Das Vorhaben habe gezeigt, dass viele Halstenbeker bereit seien, Wohnungen zu vermieten und sich zurückzumelden.

Mit ihrem Vorhaben wollen die Parteimitglieder eine zentrale Unterbringung möglichst vermeiden. „Die Integration der Asylbewerber gelingt besser, wenn sie in Wohnungen untergebracht sind“, so Overbeck. Die oft traumatisierten Flüchtlinge kämen in Wohnungen besser zur Ruhe als in Sammelunterkünften, sagte Wolfgang Pipping (FDP).

Aktuell stehen an der noch genutzten Unterkunft am Bickbargen 40 Plätze zur Verfügung. Acht Plätze davon sind belegt. Die Parteimitglieder werden vorsorglich tätig. Denn infolge der Sanierung der Unterkünfte an der Altonaer Chaussee sind die Unterbringungsmöglichkeiten recht übersichtlich.

„Die Lage momentan ist entspannt“, informiert Grünen-Ratsfrau Gabriel-Schröder. Im Februar und März gab es keine erneuten Zuweisungen. „Wir gehen davon aus, dass dieser Trend anhält“, berichtete Gabriel-Schröder. Insgesamt gibt es derzeit 222 Flüchtlinge in Halstenbek. Die Unterkünfte am Neuen Weg seien so gut wie belegt. „Aktuell kommen hauptsächlich Familien und weniger Alleinreisende“, informierte Gabriel-Schröder. Bei der Belegung des Wohnraums sei die geschlechtliche und die Trennung nach Herkunftsländern zu beachten.

Die Plakate informieren Interessierte über Vermietungskonditionen: Die Gemeinde Halstenbek als Mieter garantiert regelmäßige Zahlung und übernimmt die Verantwortung für das Objekt.

Mit ihrer Aktion unterstützten die Parteien als Erste im Kreis Pinneberg die Suche nach Wohnungen mit ortsüblicher Miete und in gutem Zustand. „Wir haben damals den anregenden Hinweis der Verwaltung aufgegriffen“, erläuterte Pipping. Sie habe darauf hingewiesen, dass „eine Handlungsoption“ bestünde.

Die Parteien freuen sich zudem über eine positive Rückmeldung der Kirchen. Einzelne Schulen verwendeten Plakate für den Unterricht. Sogar das Deutsche Museum in Berlin forderte die Plakate an. Die Aktion sei von „zeitgeschichtlicher Relevanz“. Die Parteien realisierten während der vergangenen Aktion wenig beschädigte Plakate. „Unser größter Feind war aber der Dauerregen“, so Overbeck.

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erstellt am 11.Mai.2016 | 12:15 Uhr

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