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Pinneberger Tageblatt

28. März 2017 | 00:33 Uhr

Der Pastor ist dann mal weg : Christopher Fock nimmt sich eine Auszeit

vom
Aus der Redaktion des Pinneberger Tageblatts

Sabbatical: Angela Heine übernimmt die Vertretung für Fock.

Bönningstedt | Die Idee, eine Auszeit – ein sogenanntes Sabbatical – zu nehmen, hatte der Bönningstedter Pastor Christopher Fock schon länger. „Ich habe nicht damit gerechnet, dass mein Antrag so schnell genehmigt wird, das kam ziemlich überraschend“, sagte Fock. Denn bereits ab dem 1. April macht Fock dann drei Monate lang das, wofür er sonst oft keine Zeit findet: lesen, reisen, Rad fahren, segeln und Gitarre spielen zum Beispiel. Teils mit seiner Familie, teils allein, will er Städte besuchen oder einfach auch mal Nichts tun. „Da die Bewilligung so plötzlich kam, konnte ich die freie Zeit nicht so ganz lang im Voraus planen“, sagte Fock.

Seine Vertretung allerdings hat er in Windeseile eingearbeitet. „Das ist sozusagen eine kontinuierliche Übergabe, ein fließender Wechsel – kein fliegender“, betonte Fock. Sein „Ersatz“, Pastorin Angela Heine, fühlt sich gut vorbereitet. Sie hat bereits Gespräche mit Fock und auch der Ellerbeker Pastorin Birgit Vocka geführt. „Das meiste wird so weitergehen: Kirchenfrühstück, Konfirmandenuntericht, Gottesdienste, Beerdigungen und Taufen – was immer zu vertreten ist“, sagte sie im Gespräch mit unserer Zeitung. Ein Teil pastoraler Arbeit allerdings könne nicht einfach so übernommen werden: Der, der auf längerem Kennen und gewachsenem Vertrauen beruhe.

Pastorin Angela Heine ist neugierig darauf, was es in Bönningstedt zu lernen gibt.
Pastorin Angela Heine ist neugierig darauf, was es in Bönningstedt zu lernen gibt. Foto: pt

Geboren ist die 62-jährige Heine in Hannover. Nach dem Tod ihres Vaters – sie war gerade einmal zwölf Jahre alt – zog ihre Mutter mit ihr und den drei älteren Geschwistern nach Bremen, wo sie ihr Abitur machte. Nach Studium und Examen nahm sie in Hamburg-Großlohe an und leitet später 18 Jahre lang eine Kirchengemeinde in Hamburg-Iserbrook. Seit Mai 2013 arbeitet sie im Vertretungspfarramt des Kirchenkreises und wohnt in Rellingen.

„Bönningstedt ist für mich etwas Neues, weil ich zum ersten Mal in einer Gemeinde mit nur einer Pfarrstelle vertrete“, sagte Heine. Das sei schon anders als in Hamburg, Rellingen, Pinneberg, Uetersersen oder Tornesch, wo sie zuvor eingesprungen war. „Es ist kleiner und dörflicher – und ich bin neugierig, was in Bönningsstedt zu entdecken und zu lernen ist.“

Nach ihren Hobbys gefragt, kommt es wie aus der Pistole geschossen: Bücher und Tauchen. „Ich bin ein Science-Fiction- und Fantasy-Fan und lese gerade einen Schmöker von Patricia Briggs auf Amerikanisch“, berichtete sie. Denn viele gute englische und amerikanische Erzähler würden gar nicht oder spät ins Deutsche übersetzt. „Ich kann Englisch zwar nicht gut reden – aber ich kann es problemlos lesen, und wenn ich rede, werde ich verstanden und verstehe auch nach dem Hineinhören, was gesagt wird“, so Heine weiter.

Gelernt hat sie die Sprache durch das zweite Hobby: „Ich habe einige Urlaube beim Tauchen in Irland verbracht und dabei so viel Englisch gelernt, dass ich mit Star-Trek-Videos auf Englisch und Büchern weitermachen konnte“, sagte die Pastorin. Und dabei habe sie eine neue Welt entdeckt. „Englisch ist eine tolle Sprache, witzig, wortreich und flexibel“, so ihre Überzeugung. Die gründliche Sprachausbildung der Schulzeit habe für die Entwicklung eines intuitiven Sprachgefühls gesorgt. „Das steht einer lutherischen Pastorin in der Kirche des Wortes wohl“, sagte sie.

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erstellt am 20.Mär.2017 | 12:00 Uhr

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