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Pinneberger Tageblatt

04. Dezember 2016 | 02:54 Uhr

Chemieunfall in der Badebucht

vom
Aus der Redaktion des Pinneberger Tageblatts

Großeinsatz Desinfektionsmittel ausgetreten / Zwei Mitarbeiter verletzt / 400 Gäste müssen Schwimmbad verlassen

Katastrophenschutzeinsatz in der Badebucht: Weil Chlorlauge austrat, musste gestern Mittag ein Großaufgebot von Feuerwehr und Rettungskräften zum Wedeler Schwimmbad ausrücken. Außer der Freiwilligen Feuerwehr Wedel waren gegen 14 Uhr auch Einsatzkräfte der Feuerwehr Pinneberg, des ABC-Diensts des Kreises Pinneberg, der Polizei und der Rettungsdienstkooperation Schleswig-Holstein (RKISH) zur Badebucht geeilt. Die Schulauer Straße wurden am Roland, an der Gorch-Fock-Straße und an der Bekstraße gesperrt. Unmittelbar nach Eintreffen der Retter wurde das Schwimmbad evakuiert. Nach Angaben der Stadtwerke Wedel, Betreiberin des Bads, mussten etwa 400 Gäste das Gebäude verlassen.

Die Polizei hatte sicherheitshalber die Gegend in einem Umkreis von etwa 1000 Metern um das Bad gesperrt, da zunächst nicht klar war, wie weit Chlorgas ausgetreten war. Die Bevölkerung wurde mit Radiodurchsagen aufgefordert, Türen und Fenster geschlossen zu halten.

Nach ersten Erkenntnissen hielten sich zwei Mitarbeiter der Badebucht in dem Raum mit der Chlorlauge auf, um eine Störung zu beheben. Das teilte der Kreisfeuerwehrverband mit. Mit der Lauge wird das Badewasser desinfiziert. Ungeplant sei die Chemikalie ausgetreten. Die Feuerwehr schätzt die Menge auf maximal zehn Liter.

Einer der Mitarbeiter war laut Feuerwehr mit der Lauge in Berührung gekommen. Sein Kollege klagte später über Atemwegsreizungen. Beide waren die gesamte Zeit über ansprechbar. Sie wurden schließlich ins Krankenhaus gebracht.

Erste Befürchtungen, dass ein Mann vermisst werde, bestätigten sich nicht. Von den Badegästen verletzte sich nach Angaben der Feuerwehr niemand. Alle hätten sich in Ruhe umziehen können, ehe sie das Gelände verließen. „Eine Gefahr für die Badegäste bestand nicht, da der Technikraum in einem separaten Nebengebäude untergebracht ist“, sagte Michael Bunk, Pressesprecher des Kreisfeuerwehrverbands.

Die Einsatzkräfte gingen mit ihren Chemie-Schutzanzügen und Atemschutz in das Nebengebäude. Sie klemmten die Dosiereinrichtung und dort verlaufende Schläuche ab, so dass keine Chemikalien mehr austreten konnten. Anschließend wurde die Luft vom ABC-Dienst auf Chlorgehalt gemessen.

Gegen 16 Uhr kam dann Entwarnung. Das Leck, aus dem die Chlorlauge entwichen war, war geschlossen. Etwa eine halbe Stunde später wurden der Einsatz beendet und die Sperrungen widere aufgehoben. Eine Fachfirma kümmerte sich um die Reparatur der Chlorungsanlage. Die Badebucht öffnet nach Angaben der Stadtwerke am Sonnabend wieder.

Zwischenzeitlich waren fast 70 Einsatzkräfte von Feuerwehr, Polizei, Katastrophenschutz und Rettungsdienst sowie Vertreter der Stadtwerke und der Stadt im Einsatz. Auch Stadtwerke-Geschäftsführer Adam Krüppel war zur Badebucht geeilt, um sich vor Ort ein Bild zu machen.

Einige Badegäste beschwerten sich über lange Schlangen am Ausgang des Bads, weil viele noch hätten bezahlen müssen. „Das können wir nicht bestätigen. Aus unserer Sicht ist die Räumung einwandfrei abgelaufen“, sagte Stadtwerke-Sprecherin Natali Steffen.

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erstellt am 18.Aug.2016 | 15:44 Uhr

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