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Pinneberger Tageblatt

28. März 2017 | 00:33 Uhr

Antrittsbesuch : Bundeswehr-Gelöbnis in Elmshorn?

vom
Aus der Redaktion des Pinneberger Tageblatts

Staatssekretär Ole Schröder im Gespräch mit Oberst Michael Skamel, Kommandeur der Unteroffizierschule.

Appen | Der Vorschlag der Elmshorner CDU hatte im vergangenen Sommer für Diskussionen gesorgt: Junge Soldaten der Bundeswehr sollten in Elmshorn ein öffentliches Gelöbnis ablegen. An der Bundeswehr wird eine solche Veranstaltung nicht scheitern. Das machte Oberst Michael Skamel deutlich. Anlass war der Antrittsbesuch des CDU-Bundestagsabgeordneten und Staatssekretärs im Bundesinnenministerium, Ole Schröder, der sich gemeinsam mit der CDU-Landtagsabgeordneten Barbara Ostmeier beim neuen Kommandeur der Unteroffizierschule der Luftwaffe in Appen, informierte.

Gelöbnisse der Bundeswehr sind für Soldaten am Anfang ihrer Dienstzeit feierliche Zeremonien, die im Soldatengesetz festgelegt sind und die Integration der jungen Rekruten in die soldatische Gemeinschaft fördern sollen. Während des Gelöbnisses legen die Soldaten einen Eid ab. Um die Bundeswehr in der Mitte der Gesellschaft zu verankern und um zu zeigen, welche Dienste Soldaten an der Gesellschaft leisten, sind Gelöbnisse, wenn möglich öffentlich. Aufgrund von Protesten der Friedensbewegung war das bis in die 1980er Jahre jedoch kaum möglich.

Im vergangenen Jahr hatte es die feierliche Gelöbnis-Zeremonie in Pinneberg, 2015 in Uetersen gegeben. Das, so hatten Elmshorns CDU-Fraktionschef Immo Neufeldt und Stadtverbandsvorsitzender Nicolas Sölter gesagt, würden sie sich auch für Elmshorn wünschen. Die Luftwaffe steht dem Ansinnen aufgeschlossen gegenüber. „Wir würden uns einer Einladung der Stadt nicht verschließen“, sagte Skamel.

Schröder unterstützt den Wunsch seiner Elmshorner Parteifreunde ebenfalls ausdrücklich: „Die Soldatinnen und Soldaten setzen sich und ihr Leben für die Grundwerte unserer Gesellschaft wie Meinungs- und Pressefreiheit, aber auch für Gleichberechtigung und Religionsfreiheit ein.“ Es sei deshalb wichtig, öffentlich zu zeigen, dass sie ein Teil der Gesellschaft seien. SPD und Grüne in Elmshorn hatten sich damals eher ablehnend geäußert. Dass die Unteroffizierschule der Luftwaffe fest in der Gesellschaft des Kreises Pinneberg verankert ist, habe sich nicht zuletzt bei den Feierlichkeiten anlässlich des 60-jährigen Bestehens der Luftwaffe und der seit 20 Jahren währenden Partnerschaft mit der Stadt Uetersen im vergangenen Jahr gezeigt, erinnerte Ostmeier.

Schröder wies darauf hin, dass die Unteroffizierschule auch ein bedeutender Wirtschaftsfaktor in der Region ist. Das werde derzeit deutlich an den Bauarbeiten auf dem Gelände der Marseille-Kaserne. Insgesamt investiere die Bundeswehr in Appen rund 20 Millionen Euro. Skamel geht davon aus, dass das neue Verwaltungsgebäude auf dem Kasernengelände im April bezogen werden kann. Vorgesehen ist zudem unter anderem auch eine Sporthalle. Kritik übten die Christdemokraten am Land. Während der Bund das Geld gebe, sei das Land für die Planung zuständig. Und die verlaufe ähnlich schleppend wie beim Straßenbau. Nach Überzeugung von Oberts Skamel wird der Appener Standort der Luftwaffe aufgrund des „steigenden Personalumfangs der Bundeswehr“ künftig noch mehr Bedeutung erhalten. „Wir sehen optimistisch in die Zukunft“, sagte der Kommandeur.

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erstellt am 17.Mär.2017 | 14:00 Uhr

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