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Pinneberger Tageblatt

11. Dezember 2016 | 12:58 Uhr

Bürgervorsteher Sajitz tritt zurück

vom
Aus der Redaktion des Pinneberger Tageblatts

Paukenschlag Halstenbeks Christdemokrat legt sein Amt wegen Insolvenz zum 1. Dezember nieder / Hoß-Rickmann zollt Respekt

Die Gerüchteküche sorgte seit Wochen für Gesprächsstoff hinter vorgehaltener Hand. Gestern ging Otto Sajitz (51, Foto), CDU-Ratsherr und seit März 2005 Bürgervorsteher der Gemeinde Halstenbek, von sich aus in die Offensive: „Mit Wirkung zum 1. Dezember lege ich mein Amt nieder.“ Damit zieht der Kommunalpolitiker und Ehemann von Kirsten Sajitz, CDU-Partei- und Fraktionschefin der Baumschulengemeinde, von sich aus die Reißleine.

Gegenüber unserer Zeitung begründete Otto Sajitz seinen Schritt: „Seit einem Jahr bin ich für eine kleine Firma für Gartenarbeiten mit fünf Angestellten verantwortlich.“ Doch jetzt habe er Insolvenz anmelden müssen. Die Kollegen – Gärtner der ebenfalls insolventen Euro-Baumschule Rudolf Schmidt – müssten sich einen neuen Job suchen. Als Nachfolger von Bürgervorsteher Joachim Hartig (CDU, 1942-2010), der das Amt von 1998 bis 2005 inne hatte, übernahm Sajitz vor elf Jahren das verantwortungsvolle Amt des Ersten Bürgers der Gemeinde. Bereits im Juni 2011 strauchelte der fünffache Familienvater erstmals: Wegen finanzieller Probleme geriet er in die Schlagzeilen und legte aus diesem Grund sein Amt von Juni bis Oktober nieder. Es ging um die Zwangsversteigerung des Anwesens seiner Familie am Olenmoorweg, das ihm und seinem Bruder Harald als Besitzer einer Gesellschaft bürgerlichen Rechts (GbR) je zur Hälfte gehörte. Es soll um Schulden gegangen sein.

Auch während des jüngsten Bürgermeister-Wahlkampfs seiner Frau wollten die Gerüchte um Finanzprobleme nicht verstummen. Nach Informationen unserer Zeitung soll auch die Partei Sajitz zum Rücktritt gedrängt haben.

Sajitz wird ab 1. Dezember von seinem Stellvertreter Jürgen Boller (SPD) vertreten. Während der Ratssitzung am 12. Dezember soll ein Nachfolger – Vorschlagsrecht hat die CDU – gewählt werden.

Halstenbeks Bürgermeisterin Linda Hoß-Rickmann (parteilos) sagte dazu gestern: „Ich halte es für einen konsequenten Schritt, der Respekt verdient.“

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erstellt am 25.Nov.2016 | 16:00 Uhr

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