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Pinneberger Tageblatt

08. Dezember 2016 | 07:03 Uhr

Urte Steinberg gibt sich kämpferisch : Bürgermeisterin von Pinneberg zieht nach gut drei Jahren Amtszeit Bilanz

vom
Aus der Redaktion des Pinneberger Tageblatts

„Noch ein Riesenberg an Aufgaben zu lösen.“ „Meinen Führungsanspruch werde ich weiterhin konsequent erheben und durchsetzen.“

Pinneberg | Gut drei Jahre ist Bürgermeisterin Urte Steinberg (parteilos) im Amt. Für viele Bürger ist sie die Hoffnungsträgerin für ein neues, schöneres, offeneres Pinneberg. Doch sie stößt auch auf viel Gegenwind. Die jüngste Sitzung der Ratsversammlung nahm Steinberg zum Anlass, Bilanz zu ziehen. Dabei zeigte sich die Verwaltungschefin kämpferisch. Nicht alle Kommunalpolitiker klatschten nach ihrer Rede Beifall.

„Rückwärts betrachtet, bin ich froh, dass ich mich entschieden habe, dieses Amt zu übernehmen. Dazu gehören auch kritische Hinweise zum eigenen Tun sowie Reflexion und anschließende Optimierung“, sagte die 57-Jährige. Ihr mache der Beruf Freude, auch wenn manche Tage nicht einfach seien. „Und wer mich fragt, ob ich es bereut habe, Bürgermeisterin geworden zu sein, hört ein entschiedenes Nein! Das ist auch heute so. Trotz aller Schwierigkeiten, trotz aller Ärgernisse, trotz Kritik und trotz der schier unendlichen Aufgaben, die vor uns allen liegen.“

Sie könnte jetzt aufzählen, was man in den letzten drei Jahren gemeinsam angeschoben, sprich geleistet habe. „Was auch immer Sie jetzt gerade in Ihrem Kopf bewegen, die Liste ist deutlich länger und wir haben zusammen vieles für Pinneberg erreicht. Darauf bin ich stolz“, so Steinberg.

Die Liste der Aufgaben, die jedoch noch zu bewältigen seien, sei um einiges länger. Vieles habe sich seit vielen Jahren, seit Jahrzehnten aufgestaut: die Erstellung der Bilanzen, die Haushaltskonsolidierung, die Schulsanierung, die Sportstättensanierung, die Entwicklung von Gewerbegebieten, der Bau von Sozialwohnungen, um nur einige Beispiele von vielen zu nennen. Und trotzdem erwarte so mancher, dass genau sein Thema das erste sein soll, das jetzt unbedingt angegangen werden muss. Das gehe nicht gleichzeitig, so die Verwaltungschefin.

Das operative Geschäft

Die Prioritäten lägen bei der Abarbeitung der Vergangenheit. Und daneben bei der Integration der Flüchtlinge. Dazu bei der Bewältigung des operativen Geschäftes und der zielgerichteten Weiterentwicklung Pinnebergs, wie zum Beispiel der Ansiedlung neuer Firmen und der Attraktivitätssteigerung unserer Innenstadt. „Das ist ein Riesenberg an Aufgaben, alles gleichzeitig zu bearbeiten, zu lösen und abzuschließen“, sagte sie. Und: „Der Status quo, den wir heute haben, ist seit Jahrzehnten gewachsen und hätte schon viel früher in eine bessere Zukunft bewegt werden können.“

Doch auch ihre Kritiker nahm Steinberg sich vor. Hintergrund: Während der vergangenen Monate hatte es von Seiten der Politik immer wieder Kritik an ihrem Führungsstil im Rathaus gegeben. „Wer mich persönlich negiert, schwächt meine Position. Ist das der richtige Weg, um Pinneberg positiv zu verändern? Ich glaube nicht“, betonte sie. Außer dem kommunalpolitischen Tagesgeschäft, der Wahrnehmung vieler Mandate und Repräsentanzen leite sie als Bürgermeisterin eine komplexe Großorganisation.

Steinberg: „Selbstverständlich bin ich immer für Hinweise dankbar, wie dieses Haus am besten zu führen ist“, sagte sie. Dennoch gebe es dafür kein Patentrezept. Sie habe die Schwachstellen analysiert und bereits erste Konsequenzen eingeleitet, sagte sie und spielte darauf an, dass es bald einen neuen Fachbereich für Bildung geben wird. Manches sei nicht sichtbar. Das darf es auch nicht. Manches werde sichtbar werden. Steinberg: „Meinen Führungsanspruch werde ich weiterhin konsequent erheben und durchsetzen. Auch gegen Widerstände. Egal wie viele und von wem.“

Zum Schluss ihrer Rede appellierte sie an alle Bürger, Firmen, Institutionen, Politik und Verwaltung, den Aktivitätsmodus aufzunehmen, wie sie sich ausdrückte.

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erstellt am 25.Jan.2016 | 12:15 Uhr

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