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Pinneberger Tageblatt

04. Dezember 2016 | 21:21 Uhr

Bürger wollen Brücke erhalten

vom
Aus der Redaktion des Pinneberger Tageblatts

Denkmalschutz Ehepaar Worm übergibt Unterschriftenliste an Bürgermeisterin / Vorschlag: Verkehr über Friedenstraße lenken

Viele Verkehrsteilnehmer fahren täglich über die Brücke in der Bismarckstraße, aber wohl die wenigsten kennen den Namen oder wissen etwas darüber. Die Schüttenbergbrücke ist 102 Jahre alt, ein architektonisches Zeugnis vergangener Zeiten.

Jetzt setzen sich Ingo und Monika Worm für den Erhalt des Bauwerks mit den zwei charakteristischen Lampen ein. „Schade, dass in Pinneberg so viele Gebäude den Planungen der Stadt zum Opfer fallen“, sagt Ingo Worm. Im letzten Jahr wurde diese Brücke auf sein Betreiben hin in die Liste der Kulturdenkmäler eingetragen.

Er und seine Frau Monika übergaben Bürgermeisterin Urte Steinberg (parteilos) gestern Mittag eine Liste mit 55 Unterschriften für den Erhalt der Brücke über die Pinnau. „Ich habe mit allen Menschen, die unterschrieben haben, persönlich gesprochen“, sagt Ingo Worm. Die Initiative reagiert damit auf die Planung der Stadt Pinneberg: Demnach soll das Bauwerk 2018 abgerissen und für 1,1 Millionen Euro erneuert werden, weil sie dem Verkehr nicht mehr standhält. „Wir setzen uns für den Erhalt der Brücke ein“, sagt er.

Der Vorschlag der Bürgerinitiative: Der Durchgangsverkehr soll gestoppt werden, die Brücke künftig nur von Fußgängern und Radfahrern genutzt werden. „Dann hält sie noch viele Jahre und Pinneberg spart Geld“, sagt Worm. Und weiter: Der Verkehr soll über die Friedenstraße zur Elmshorner Straße gelenkt werden. Die Verwaltung wird aufgefordert, dies zu überprüfen und umzusetzen. „Ich bin für den Erhalt der Brücke“, sagt Urte Steinberg. Sie äußere sich jedoch als Privatperson, wie sie betont. Alle sechs Jahre überprüfe der Tüv die Brücken. Die Schüttenbergbrücke werde im Herbst kontrolliert. Dann werde ein Plan erstellt und dann stehe fest, was mit der Schüttenbergbrücke zu tun ist. „Ich werde mit dem Anliegen der Initiative in die Politik gehen und dafür werben. Entscheidend ist die Prüfung des Tüvs“, sagt Steinberg. Zu der Übergabe kam gestern auch Wiebke Rudolph. Sie ist die Tochter des Architekten Klaus Groth, der die Brücke plante. „Mit dem Geld, das mein Vater damals bekommen hat, hat er in Darmstadt studiert“, berichtet sie. Klaus Groth lebte später in Pinneberg und prägte das Stadtbild bis in die 1960er Jahren mit. Die alte Kreissparkasse, das Kreiskrankenhaus und die Lutherkirche – alle diese Gebäude entwarf Architekt Groth.

Für Ingo Worm hat die Schüttenbergbrücke eine hohe Aufenthaltsqualität. Er beobachtet, wie Bürger sich dort ausruhen. Die Brücke bilde mit den anderen Häusern in der Bismarckstraße ein Ensemble. „Die Brücke gehört dazu“, so Ingo Worm.

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erstellt am 10.Sep.2016 | 16:13 Uhr

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