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Pinneberger Tageblatt

04. Dezember 2016 | 17:18 Uhr

Von der Herrschaft bis heute : Buch zum Jubiläum der Drostei

vom
Aus der Redaktion des Pinneberger Tageblatts

Die Drostei war Amtssitz, Wohnsitz, Hauptquartier der SA-Standarte und Katasteramt bis sie Kreiskulturzentrum wurde.

Pinneberg | Rechtzeitig zum 250. Jubiläum der Pinneberger Landdrostei im nächsten Jahr hat der zugehörige Förderverein ein Buch herausgegeben, das sich ausschließlich mit dem Kulturzentrum beschäftigt. „Kultur – ein langer Weg“ heißt die überarbeitete und ergänzte Neuauflage des 2007 erstmals erschienenem Werks, dass die historische Entwicklung der Drostei von 1767 bis heute zusammenfasst. „Es ist der wesentliche Beitrag des Fördervereins zum Jubiläumsjahr“, sagt Niels Jonas, dessen stellvertretender Vorsitzender. „Und es ist rechtzeitig zur Weihnachtszeit fertig“, ergänzt Henner Wachholtz vom Wachholtzverlag.

Das Buch erscheint zunächst in einer Auflage von 800 Exemplaren. Es ist in zwei Schwerpunkte unterteilt: Im ersten gibt Autor Dieter Beig einen umfassenden historischen Überblick über die Entstehung der Drostei und ihrer Bedeutung im Kreis Pinneberg. Für die Neuauflage hat Beig Teile aktualisiert. „Es gab neue historische Erkenntnisse“, sagt der 85-Jährige. In dem neuen zweiten Teil ergänzt Stefanie Fricke, seit 2012 Künstlerische Leiterin der Drostei, das Buch mit der Rolle des Kulturzentrums in der Neuzeit. Sie geht vor allem auf das Konzept der Institution sowie auf vergangene Aktionen und Ausstellungen ein. „Das Schöne ist doch zu verstehen, wo wir uns hier eigentlich befinden und was das bedeutet“, sagt Fricke. So habe auch manch eine Ausstellung zu Diskussionen geführt. „Auch dafür ist Kultur gut, für Auseinandersetzungen“, ist Fricke überzeugt.

Die Drostei hat sich in ihrer Funktion im Laufe eines Vierteljahrtausends immer wieder gewandelt: Von 1765 bis 1767 wurde das Gebäude im Stil des norddeutschen Backsteinbarocks errichtet. In Auftrag gegeben hatte das Stadtpalais der Landdrost Hans von Ahlefeldt-Seestermühe (1710 bis 1780). Als Architekten vermutet man Ernst Georg Sonnin (1713 bis 1794), der unter anderem die Michaeliskirche in Hamburg entworfen hat. In Pinneberg lässt sich sein Schaffen nicht eindeutig nachweisen.

„Zu Anfang war die Drostei Wohn- und Amtssitz des Landdrosten, des dänischen Verwalters der ‚Herrschaft Pinneberg’“, berichtet Jonas vom Förderverein. Die Drostei bezeichnet er als das „in ihrer Art bedeutendste Denkmal des Kreises Pinneberg“. Die Herrschaft Pinneberg war dem dänischen König bis 1864 unterstellt, heißt es in der historischen Ausführung von Beig. 1867 annektierte Preußen Schleswig-Holstein als preußische Provinz und der Landkreis Pinneberg wurde gegründet. Bis zum Ende der Weimarer Republik war das Gebäude der Dienstsitz des preußischen Landrats.

Die Lithografie zeigt das Drostei-Anwesen um 1835.
Die Lithografie zeigt das Drostei-Anwesen um 1835. Foto: Stiftung Landdrostei
 

Unter Hitler befand sich zeitweise das Hauptquartier der Sturmabteilung-Standarte in der Drostei. Zugleich war das Katasteramt dort untergebracht. Bis 1984 war die Vermessungsbehörde in den Räumen. Danach übereignete das Land Schleswig-Holstein das damals 217 Jahre alte Gebäude an den Kreis Pinneberg. Ziemlich heruntergekommen sei es damals gewesen, berichtet Jonas. „Deswegen folgte eine mehrjährige Restaurierungsphase bis 1991.“

2017 wird der 250. Geburtstag der Drostei mit einem vielfältigem Programm gefeiert. Auch der Förderverein feiert in dem Jahr sein 20-jähriges Bestehen. Einen offenen Wunsch haben die Organisatoren des Jubiläums für das nächste Jahrnoch: „Die Drostei hätte ein Hinweisschild an der Autobahn in Höhe Pinneberg verdient. Das gibt es leider noch nicht“, sagt Jonas.

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erstellt am 22.Nov.2016 | 10:00 Uhr

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