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Pinneberger Tageblatt

03. Dezember 2016 | 22:59 Uhr

Einfamilienhäuser in Hasloh : Bogenstraße: Der Bauantrag ist abgelehnt

vom
Aus der Redaktion des Pinneberger Tageblatts

Bürgermeister Bernhard Brummund (SPD) verweigert die Erlaubnis im Namen des Dorfs. Der Kreis schlägt einen B-Plan vor.

Hasloh | Schon der erste Antrag der Hasloher Familie Makowe, die von Hans-Werner Püttjer vertreten wird, wurde im Juni nach Beratungen im Bauausschuss negativ beschieden: Die Bebauung einer im rückwärtigen Teil der Bogenstraße liegenden Wiese mit drei Einfamilienhäusen wurde abgelehnt. Püttjer beauftragte daraufhin den Architekten, den Plan zu ändern und wollte diesen in der jüngsten Sitzung des Gremiums der Öffentlichkeit vorstellen. Doch dazu kam es nicht: Sein Antrag zur Tagesordnung wurde nicht berücksichtigt.

„Das gemeindliche Einvernehmen ist versagt worden“, bestätigte gestern Bürgermeister Bernhard Brummund (SPD) auf Nachfrage. Basis dafür sei die Argumentation des Kreises, der in einer Stellungnahme für den entsprechenden Bereich eine Bauleitplanung (B-Plan) vorgeschlagen hatte. „Das Gelände muss überplant werden“, erklärte Brummund. Zuständig sei der Bauausschuss, der ein entsprechendes Verfahren in die Wege leite. „Dafür müssen jedoch zunächst Haushaltsmittel bereitgestellt werden“, sagte Brummund weiter.

Das sieht Püttjer anders: „Es handelt sich hier um eine Baulücke“, ist er überzeugt. Kreissprecher Oliver Carstens dazu: „Der Begriff ‚Baulücke‘ ist kein baurechtlich definierter Begriff und wird in vielen Fällen für unterschiedliche Sachverhalte verwendet.“ Zur weiteren Erläuterung des Begriffs zitiert Carstens aus einem Fachmagazin: „Es handelt sich bei Baulücken um unbebaute Grundstücke innerhalb eines Bebauungszusammenhangs, die nach der Verkehrsanschauung Bauland sind und bei denen die umgebenden Grundstücke einen derartig prägenden Einfluss auf die Art und Weise der Bebauung ausüben, dass dadurch die städtebauliche Ordnung gewährleistet wird.“

Beim rückwärtigen Teil der Bogenstraße handele es sich jedoch nicht um eine Baulücke im beschriebenen Sinn, weil die umgebenden Grundstücke mit ihrer Bebauung hinsichtlich der Tiefe der Bebauung nicht eine Prägung auf die Fläche ausübten, die überbaut werden sollen. „Der Rahmen, der durch die vorhandene Bebauung an der Bogenstraße geprägt wird und innerhalb dessen eine gleichartige Bebauung zulässig ist, endet bei zirka 19 Metern gemessen von der Grundstücksgrenze zur Bogenstraße. Das beantragte Vorhaben überschreitet diesen Rahmen aber wesentlich“, erklärte Carstens weiter.

Grundsätzlich könne zwar auch ein rahmenüberschreitendes Vorhaben zugelassen werden, allerdings nur dann, wenn damit keine Vorbildwirkung ausgelöst werde. „Eine Vorbildwirkung ist in diesem Fall aber gegeben“, betonte Carstens. Durch eine Bebauung an dieser Stelle würden sich städtebauliche Spannungen ergeben, insbesondere, weil sich die Vorbildwirkung dann auch auf die Bebaubarkeit anderer Grundstücke an den benachbarten Straßen auswirken würde. Nur durch ein Bauleitplanverfahren könnten diese Spannungen geeignet behandelt oder ausgeglichen werden. Und die ist Sache der Gemeinde.

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erstellt am 21.Okt.2016 | 10:00 Uhr

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