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Pinneberger Tageblatt

05. Dezember 2016 | 19:39 Uhr

Bönningstedt : Biomilch rund um die Uhr zapfen

vom
Aus der Redaktion des Pinneberger Tageblatts

Direktverkauf: Erster Automat im Kreis Pinneberg mit Öko-Ware

„Verkaufsstelle“ steht auf dem schlichten Schild an der kleinen Holzhütte vor der Winzeldorfer Straße 37 in Bönningstedt. Was sich dahinter verbirgt, ist zwar nicht neu, aber dennoch für Bönningstedt – und sogar für den Kreis Pinneberg – einmalig: Hier können Kunden zu jeder Tages- und Nachtzeit frische Biomilch „tanken“. Jeden Tag wird die Maschine mit der Milch befüllt, die lediglich gefiltert und gekühlt, nicht aber pasteurisiert wird.

„Immer wieder klingelten Menschen bei uns an der Tür, die fragten, ob wir die Biomilch unserer Kühe auch direkt verkaufen“, berichtete Johanna Langeloh, die mit ihrem Mann Ruben und Vater Jan den Bauernhof betreibt. Da die Nachfrage in jüngster Zeit immer weiter anstieg, entschloss sich die Familie schließlich dafür, in einen Zapfautomaten zu investieren. „Aber es ist ja nicht nur die Maschine – auch Flaschen wollten besorgt und die Hütte gebaut sein“, ergänzte Ruben Langeloh. Für die Kunden ist der Einkauf denkbar einfach, denn der Automat nimmt sowohl Münzen als auch Scheine an. „Im Display wird dann der Guthaben-Betrag angezeigt“, erläutert die Bäuerin. Anschließend werde die Flasche in das Ausgabefach gestellt und per Knopfdruck befüllt.

„Dabei ist es unerheblich, wie viel abgefüllt wird – das kann ein halber Liter oder auch mehrere Liter sein“, sagte Johanna Langeloh. Den Preis – der Liter kostet 1,30 Euro – rechne das Gerät entsprechend der Menge aus und gebe anschließend das passende Wechselgeld zurück. „Saubere Flaschen stehen hier bereit, aber die Käufer können selbstverständlich ihre eigenen Behälter mitbringen“, erklärte Ruben Langeloh. Bereits an den ersten beiden Tagen seien ausschließlich über Mund-zu-Mund-Propaganda und das soziale Netzwerk Facebook etwa 50 Liter verkauft worden, freuen sich die Betreiber über die Resonanz.

Und die jungen Landwirte haben schon Pläne, das Angebot an direkt vermarkteten, regionalen Produkten zu erweitern. „Im November starten wir unser Hühner-Mobil und bieten dann auch Eier an“, kündigte Johanna Langeloh an. Der mobile Stall, der regelmäßig den Stellplatz auf einer Wiese wechselt, sei dank Solaranlage komplett autark. „Wassertank und Futterautomat werden so mit Strom versorgt“, erläuterte sie. Die Tiere seien stets im Grünen und trotzdem nicht weit von ihrem Rückzugsort, dem Stall, entfernt.

„Wir müssen uns schon etwas einfallen lassen, wenn der Hof weiter bestehen soll“, bringt es der Jung-Bauer auf den Punkt. Eine schrittweise Erweiterung des Sortiments mit regionalen Bio-Produkten ist für ihn durchaus denkbar.

Die Umstellung auf Bio-Landwirtschaft im Jahr 2002 hat die Familie nie bereut. „Wir arbeiten nachhaltig, ohne Giftstoffe und Gentechnik“, betonte die Landwirtin. Von April bis Oktober seien die Milchkühe Tag und Nacht draußen auf der Weide, auch im Winter dürften die Tiere ins Freie. „Unsere Kühe haben eine höhere Lebenserwartung und keinen Leistungsdruck“, haben die Halter inzwischen festgestellt. Auch wenn das biologische Wirtschaften mehr betrieblichen Aufwand bedeute, sei es für sie eine Herzensangelegenheit für die Umwelt und die Natur.

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erstellt am 25.Aug.2016 | 14:00 Uhr

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