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Pinneberger Tageblatt

30. September 2016 | 15:25 Uhr

Bester Baumschuler kommt aus Tangstedt

vom
Aus der Redaktion des Pinneberger Tageblatts

Freisprechung Christoph Krohn schließt seine Ausbildung mit Note 1,15 ab

Während der Tangstedter Arbeitskreis für Dorfentwicklung derzeit überlegt, wie man die Identifikation als Baumschulgemeinde stärken könnte, hat der 22-jährige Christoph Krohn gezeigt, dass die Tradition dieser Betriebe im Dorf nicht von ungefähr kommt: Er schloss als Jahrgangsbester Baumschulgärtner-Azubi in Schleswig-Holstein seine Ausbildung mit dem traumhaften Durchschnitt von 1,15 ab.

Gleich nach dem Abitur am Halstenbeker Wolfgang-Borchert-Gymnasium begann Krohn seine Lehre im Beverner Betrieb von Heinrich Heydorn senior. „Ich konnte die Ausbildungszeit auf zwei Jahre verkürzen“, berichtete der frisch gebackene Geselle im Gespräch mit unserer Zeitung.

Einmal in der Woche fuhr er nach Ellerhoop zur Berufsschule. „Ich fand toll, dass wir dort auch ganz viel Allgemeinwissen vermittelt bekommen haben – solche Themen wie Steuern und Versicherungen wurden an der Schule bei uns nie behandelt“, sagte er. Hinzu kamen die theoretischen Hintergründe des Berufs: Botanik und als Schwerpunkt die Vermehrung und Aufzucht von Pflanzen.

„Mein Ausbildungsbetrieb ist spezialisiert auf Wild- und Ziersträucher“, erklärte Krohn. Schlehe, Haselnuss, Weißdorn, Vogelbeere, Liguster, Schneeball – es gibt kaum einen Strauch, den er nicht kennt. Besonders gut habe ihm gefallen, dass auch die Azubis Eigenverantwortung übernehmen durften und selbst überlegen mussten, was die erforderlichen Schritte sind. „In der Prüfung musste ich Stecklinge herstellen und veredeln“, berichtete Krohn. Auch eine Aufgabe zum Thema Pflanzenschutzmittel sei zu beantworten gewesen. „Erst mit dem Gesellenbrief hat man die Berechtigung, den sogenannten Sachkundenachweis, um Pflanzenschutzmittel kaufen zu dürfen“, erläuterte Krohn.

Ganz nebenbei übernahm der 22-jährige den Vorsitz der Junggärtner im Kreis Pinneberg. „Der Austausch von Azubis und jungen Gesellen erweitert den Horizont“, sagte Krohn. Bei Betriebsbesichtigungen und internen Fortbildungen, etwa im Bereich Gehölzkunde, habe er viel dazugelernt. „Außerdem haben wir uns gegenseitig bei den Vorbereitungen zur Prüfung unterstützt“, berichtete der Geselle.

Doch damit ist nun erst einmal Schluss: Krohn geht seinen Weg konsequent weiter und fängt in wenigen Tagen in Osnabrück sein Studium an. „Wirtschaftsingenieurwesen im Agri- und Horti-Business heißt der Studiengang. Das ist im Grunde eine Mischung aus BWL und Gartenbauingenieur“, erklärte Krohn. Ob er nach drei Jahren Bachelor-Studium noch den Master macht, wisse er im Moment noch nicht.

Mit der Ausbildung fühlt er sich bestens vorbereitet auf das Studium. „Eine Lehre ist nicht so schlecht wie viele glauben – leider wird das in der Schule oft anders vermittelt“, betonte Krohn. Er könne diesen Weg jedem empfehlen, um Einblick in die tägliche Berufspraxis zu bekommen. „Ich habe mich persönlich wie beruflich weiterentwickelt“, ist der angehende Student überzeugt.

Das Ziel, das er vor Augen hat ist, den elterlichen Betrieb in Tangstedt in dritter Generation zu übernehmen. „Gerade, wenn man irgendwann mal Chef ist, hat es große Vorteile, die Sorgen und Nöte der Mitarbeiter aus eigener Erfahrung zu kennen“, sagte Krohn. Stolz sind Vater Thorsten und Bürgermeisterin Henriette Krohn (parteilos) jetzt schon auf ihren Sohn.

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erstellt am 21.Sep.2016 | 16:00 Uhr

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