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Pinneberger Tageblatt

04. Dezember 2016 | 09:22 Uhr

Singen für die Flüchtlingskinder : Benefizkonzert für mehr als 200 unbegleitete minderjährige Flüchtlinge im Kreis Pinneberg

vom
Aus der Redaktion des Pinneberger Tageblatts

Mit einem Chanson- und Liederabend in der Rellinger Kirche sammelte eine Künstlergruppe um die engagierte Pinnebergerin Claudia Kreutz Spenden für den Diakonieverein Migration – alle Einnahmen fließen in die Hilfe für Flüchtlingskinder.

Rellingen | 65 Millionen – das ist laut der Vereinten Nationen die Anzahl der Menschen, die weltweit auf der Flucht sind vor Krieg und Verfolgung. Die Hälfte von ihnen sind Kinder. In den Kreis Pinneberg sind seit Anfang des Jahres allein mehr als 200 unbegleitete minderjährige Flüchtlinge gekommen und für sie soll etwas getan werden: Mit einem Chanson- und Liederabend in der Rellinger Kirche sammelte eine Künstlergruppe um die engagierte Pinnebergerin Claudia Kreutz Spenden für den Diakonieverein Migration – alle Einnahmen fließen in die Hilfe für Flüchtlingskinder.

Bereits im September 2015 trommelte Kreutz ihre musikbegabten Bekannten zusammen. Das erste Konzert im Geschwister-Scholl-Haus in Pinneberg entpuppte sich als so großer Erfolg, dass das Programm gleich zweimal wiederholt wurde, im Februar in Halstenbek und nun in Rellingen. Das Konzept kam in der Gemeinde super an: Zirka 600 Zuhörer drängten sich durch die Eingangspforte, die Ränge auf der Galerie waren vollständig besetzt und einige nahmen für das Benefizkonzert sogar Stehplätze hinten in der Kirche in Kauf.

Begrüßt wurden sie von der Schirmherrin Anja Radtke, die ihren letzten Tag als Bürgermeisterin mit dem Konzert abschloss. „Das Ziel ist es, das Leben der Kinder und jungen Erwachsenen ein bisschen bunter, schöner zu machen“, sagte sie. Auch Pastorin Iris Finnern sprach einleitende Worte.

Einziges Manko an dem sonst gelungenen Abend: Die Mikrofone übersteuerten öfters, doch einen großen Abbruch tat das dem Musikgenuss nicht. Insgesamt elf Künstler traten gemeinsam auf. Mit völlig unterschiedlichen Stilen: von Beatles-Songs vom Sänger Henning Eigenwald über meditativ-stille Eigenkompositionen der Musikerinnen Meike Schrader und Agata Paulina bis hin zu bissigen Chansons, gesungen von Tamara Böhning (Kulturkreis Halstenbek).

Den Konzertabend bereicherten Leonid Klimaschewski und  Sabine Hilger-Gürich mit einem Tango von Astor Piazzolla.
Den Konzertabend bereicherten Leonid Klimaschewski und Sabine Hilger-Gürich mit einem Tango von Astor Piazzolla. Foto: Kowalewski
 

„Wir sind eine buntgemischte Truppe, Profis und Amateure“, erläuterte Kreutz, die selbst sang. Ein extrem vielseitiges Programm – mal mahnenden, mal gesellschaftskritisch – begleitet von Gitarre, Klavier und Akkordeon sowie einem farbenfrohen Lichtkonzept von Moritz Baars. Vor allem die humoristischen Chansons sorgten für Schmunzeln und Lacher, aber auch nachdenkliche Lieder erhielten langanhaltenden Applaus. So wie Sabine Farrs (alias HildeMarlen) Interpretation der Christina-Stürmer-Ballade „Mama ana ahabak“, die einen Bombenangriff aus Kindersicht schildert.

Ganz besonderen Beifall gab es auch für die junge Klavierschülerin Ruth Siebel, die zum Abschluss ihre eigene Vertonung des Schlaflieds „Leise, Peterle, leise“ präsentierte.

„Ruth ist ein wunderbares Beispiel dafür, wie ein behütetes und gefördertes Kind aufwächst“, sagte Kreutz. „Sie ist ein Kontrast zu den Flüchtlingskindern, die haben das nicht.“ Durch die Konzerte in Pinneberg und Halstenbek kamen über 5000 Euro zusammen, die Einnahmen aus Rellingen werden derzeit gezählt. Demnächst soll das Geld übergeben werden und das Leben der Flüchtlingskinder ein bisschen besser machen.

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erstellt am 05.Okt.2016 | 17:30 Uhr

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