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Pinneberger Tageblatt

06. Dezember 2016 | 13:16 Uhr

Rellingen : Bekommt der SC Egenbüttel einen Kunstrasenplatz?

vom
Aus der Redaktion des Pinneberger Tageblatts

Der Coup: Das Spielfeld 2 soll umgebaut werden. Die Kosten: 600.000 Euro. Es gibt bereits Plätze in Heidgraben, Hetlingen, Klein Nordende, Tornesch und Tangstedt.

Rellingen | Der Sportclub Egenbüttel (SCE) von 1953 am Moorweg 68. Das ist vorbildliche Fußballtradition mit gepflegten Rasen-Außenplätzen. Und hat einen Vorstand um Norbert Schroeder, für den Stillstand ein Fremdwort ist. Neuester Coup: Dem Rellinger Ausschuss für Kinder, Jugend und Sport liegt ein Antrag vor, den Rasenplatz 2 in einen Kunstrasenplatz umzuwandeln. Am Montag, 5. September, diskutiert das Gremium darüber ab 19 Uhr im Ratssaal des Rathauses.

Während in der Kreisstadt Pinneberg seit Monaten die Planungen für einen Kunstrasenplatz der Hockeyabteilung mangels Fläche stocken, sind in Rellingen die Karten anders gemischt: Der Verein verfügt über fünf Rasenplätze, von denen einer in eine Kunstrasenfläche – mit höher stehenden Halmen – umgewandelt werden soll.

Eine erste Kostenschätzung des Vereins beläuft sich laut Sitzungsvorlage im Wortlaut „auf 530.500 Euro, unter Berücksichtigung der auf dem Areal vorhandenen Trainingsbeleuchtung. Der SCE stellt sich hierbei eine alleinige Finanzierung des Kunstrasenplatzes durch die Gemeinde Rellingen vor und begründete dies mit geringeren Pflegekosten pro Spielstunde auch aufgrund der erhöhten Nutzungsmöglichkeit eines Kunstrasenplatzes im Vergleich mit dem vorhandenen Rasenplatz.“

Eine obligatorische Finanzierungsübersicht kann der SCE nicht leisten. Der Grund dafür: Der Verein sehe sich nicht in der Lage, das nachzuweisende Eigenkapital von 20 Prozent der Maßnahme aufzubringen. Alternativ schlägt der Sportclub nun vor, sich „mit zehn Prozent der Herstellungssumme per zinslosem Darlehn von der Gemeinde zu beteiligen und dafür das alleinige Spielrecht auf dem Platz zu besitzen.“ Die genannten Kosten dürften nach oben zu korrigieren sein. Es geht vor allem um den Einbau von funktionierenden Drainagen.

Dem SCE wird von Seiten der Verwaltung vorgerechnet, wie hoch die Förderung von Sportvereinen ausfallen kann, sollten sie mit einem Eigenanteil von 20 Prozent der Investitionsmaßnahmen und entsprechender Beteiligung der Kommune im Boot sein: Geht die Kommune von einer Gesamtbausumme in Höhe von 600.000 Euro aus, liegt der Eigenanteil des Vereins bei 120.000 Euro. Der Kreis Pinneberg ist mit 15 Prozent, sprich 90.000 Euro beteiligt, der Landessportverband Schleswig-Holstein (LSV) ist mit einer Höchstsumme von 50.000 Euro dabei. Ein 25-Prozent-Anteil – 150.000 Euro – müsste die Gemeinde Rellingen stemmen, bleibt eine Restsumme von 190.000 Euro.

Brüggemann nennt Zahlen

Die Rellinger Verwaltung hat die Fühler bereits ausgestreckt und sich im Gespräch mit Detlev Brüggemann, stellvertretender Vorsitzender des Kreissportverbands (KSV), über den Status quo zum Thema Kunstrasenplätze im Kreis Pinneberg aufklären lassen. Daraus ergibt sich, dass im Kreisgebiet Pinneberg Kunstrasenplätze in den Kommunen Heidgraben, Hetlingen, Klein Nordende, zwei in Tornesch und Tangstedt bereits erstellt worden beziehungsweise zurzeit in Planung sind.

Brüggemann nennt auch Zahlen: Somit habe der bereits fertiggestellte Kunstrasenplatz in Heidgraben mehr als 700.000 Euro gekostet, die Kommune habe sich mit 320.000 Euro beteiligt. Auch Tangstedt plant aktuell einen Kunstrasenplatz. Voraussichtliche Kosten: etwa 560.000 Euro. „Hier bietet ein Grandplatz mit funktionierender Drainage eine günstige Grundlage für den Kunstrasenaufbau“, heißt es beim KSV. Tangstedt beteiligt sich mit 230.000 Euro, 330.000 Euro tragen der Kreis, der LSV und der Verein selbst.

Die Kunstrasenplätze in Tornesch wurden im Rahmen des Gesamtprojekts „Torneum“ von der Stadt erbaut. Grundsätzlich gilt: Der KSV unterstützt die Vereine bei Verhandlungen mit den Kommunen und „vertritt den Vorschlag, dass sich Kommune und Verein die Kosten teilen sollten“, so die Prämisse. Dabei gelte die Regel: Alle bisherigen Kunstrasenplätze sollen anderen Vereinen gegen Kostenbeteiligung zur Verfügung stehen. Mit einem konkreten Ziel: „So werden vermutlich eine optimale Ausnutzung der möglichen Spielstunden erreicht und Einnahmen zur Refinanzierung der Investitionen gewonnen.“

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erstellt am 01.Sep.2016 | 17:45 Uhr

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