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Pinneberger Tageblatt

08. Dezember 2016 | 09:04 Uhr

Schließung von Polizeistation : Beispiel Tornesch: Liebing und Stegner - zwei Politiker, zwei Meinungen

vom
Aus der Redaktion des Pinneberger Tageblatts

CDU-Kandidat Liebing will die Schließung in Tornesch eventuell rückgängig machen. SPD-Chef Stegner hält daran fest.

Tornesch | Seit dem 1. April dieses Jahres ist die Tornescher Polizeistation geschlossen. Zum Ärger vieler Bürger. Sie könnte demnächst wieder geöffnet werden. Ingbert Liebing, CDU-Spitzenkandidat für die Landtagswahl, hat im Gespräch mit shz.de angekündigt, die Schließungen größerer Polizieistationen im Falle eines Wahlsiegs eventuell wieder rückgängig zu machen. SPD-Landespartei- und Landtagsfraktionschef Ralf Stegner hat hingeben, ebenfalls im Gespräch mit der Redaktion bekräftigt, dass seine Partei die Schließungen nach wie vor für richtig hält.

1250 Bürger hatte per Unterschrift und mit einer Demonstration gegen die Pläne der Landesregierung, die Station der 13.000-Einwohner-Stadt Tornesch zu schließen, protestiert. Vergeblich.

Sie bekommen nun Unterstützung von Liebing: „Wir werden genau prüfen, welche der von dieser Landesregierung geschlossenen Polizeistationen wir gegebenenfalls wieder eröffnen können.“ Dabei gehe es nicht um jede Ein-Mann-Station. Es seien aber auch größerer Stationen mit vier, fünf oder noch mehr Stellen in der Vergangenheit geschlossen worden. „Das ist nicht in Ordnung. Ich sage zu, dass wir genau prüfen werden, welche der Schließungen wieder rückgängig gemacht werden können“, sagte der CDU-Politiker. Die Debatte um die Schließung der Tornescher Station habe er intensiv verfolgt, so der Christdemokrat. Seine Partei wolle eine sichtbare Präsenz der Polizei in der Fläche. Auch das stärke das Sicherheitsgefühl der Menschen.

In Tornesch hatten sich bis April zwölf Beamte um die Sorgen und Nöte der Bürger gekümmert. In deren Dienststelle ist inzwischen eine Ermittlungsgruppe der Kriminalpolizei eingezogen. Doch diese Beamten stehen nicht als Ansprechpartner für die Bürger zur Verfügung.

In der Station Moorrege, die bereits 2014 geschlossen worden ist, hatten fünf Beamte ihren Dienst getan. In Haseldorf und Holm waren es hingehen die lange Zeit üblichen typischen Ein-Mann-Stationen, die 2014 geschlossen wurden. Die möchte auch Liebing nicht wieder eröffnen. Gar keine der geschlossenen Polizeistationen wieder eröffnen will die SPD. Das machte Ralf Stegner deutlich: „Fast nirgendwo ist die Polizeidichte so hoch wie im Hamburger Randgebiet. Ich verstehe, dass die Menschen sich eine Dienststelle vor Ort wünschen. Entscheidend ist aber, dass die Polizisten schnell dort sind, wo sie gebraucht werden.“ Dafür seien die entsprechenden Fahrzeuge nötig.

Eine kleine Dienststelle, die geschlossen bleibe, wenn jemand krank oder im Urlaub sei, helfe niemandem weiter, so der SPD-Landesvorsitzende. „Wir brauchen mehr Polizisten und eine moderne und gut aufgestellte Polizei. Dafür sorgt diese Koalition in Schleswig-Holstein. Das Zeitalter der Dorfpolizisten ist vorbei“, sagte Stegner.

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erstellt am 02.Sep.2016 | 14:00 Uhr

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