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Pinneberger Tageblatt

01. Oktober 2016 | 03:29 Uhr

„Bedürfnisse der Schule gehen vor“

vom
Aus der Redaktion des Pinneberger Tageblatts

KündigungGemeinde Halstenbek beendet Vertragsverhältnis mit der Musikschule Pinneberg / Mutter ist über Entscheidung enttäuscht

Jahrelang entsandte die Musikschule Pinneberg Musiklehrer in die Halstenbeker Grund- und Gemeinschaftsschule an der Bek. Unterrichtet wurden Kinder aus der Gemeinde in Blockflöte, Oboe und Gitarre. Doch damit soll ab dem 1. Oktober Schluss sein. „Aufgrund der Offenen Ganztagsschule benötigen wir die Räume. Deshalb haben wir den Vertrag mit der Musikschule gekündigt“, erklärte Susanne Dietrich vom Fachbereich Schule der Gemeinde Halstenbek.

Die schulischen Bedürfnisse seien vorrangig und müssen befriedigt werden. Für die Kinder und Eltern bedeutet dies, dass der Unterricht ab sofort in der Pinneberger Musikschule stattfindet. Die Zusammenarbeit soll jedoch seitens der Verwaltung weiter bestehen bleiben. „Wir wollten die Musiklehrer nicht vertreiben, sondern haben die Intention für neue Verhandlungen“, betonte Dietrich.

Enttäuscht über diese Entscheidung ist vor allem Winfried Richter, Leiter der Pinneberger Musikschule. „Uns wurden Uhrzeiten ab 17 Uhr angeboten. Das kann ich nicht verantworten für die Lehrer und die Eltern“, sagte Richter im Gespräch mit unserer Zeitung. Er sehe mit diesen Auflagen keine Perspektive für eine weitere Zusammenarbeit mit der Schule. Jedoch gibt es einen kleinen Lichtblick für ihn. „Wir konnten den Unterricht für Blockflöte und Oboe in die Volkshochschule Halstenbek verlegen“, erklärte der Leiter. Lediglich der Gitarrenunterricht werde in die Stadt Pinneberg verlegt.

Nicht nur für Richter ist die Entscheidung der Verwaltung ein herber Rückschlag. Sylvia Dressler, Mutter zweier Schüler der Musikschule, kann die Gründe für die Kündigung des Vertrags nicht nachvollziehen. „Die Zusammenarbeit gab es schon immer. Meine Tochter hatte zehn Jahre lang Oboenunterricht in der Schule und mein Sohn nimmt seit vier Jahren Gitarrenunterricht“, berichtet Dressler. Ihre Tochter sei mit der Lösung in der VHS zufrieden, jedoch muss sie ihren Sohn künftig ein Mal die Woche nach Pinneberg bringen. Eine halbe Stunde dauert seine Unterrichtseinheit. „Die Fahrt ist für mich gar kein Problem. Mich stören die Gründe, die die Gemeinde angeführt hat“, sagt die Halstenbekerin. Lediglich zwei Räume würden für den Musikunterricht benötigt und sie wisse von ihrem Sohn, der die Schule besucht, dass trotz der Offenen Ganztagsschule (OGTS) bei Weitem nicht alle Räumlichkeiten in Benutzung sind. „Die OGTS betrifft ja auch gar nicht alle Schüler“, sagt Dressler weiter. Sie habe bereits von Musikschülern gehört, die aufgrund der Situation ihren Unterricht an der Musikschule gekündigt hätten. „Das ist schade. Es sind so gute Lehrer.“

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