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Pinneberger Tageblatt

10. Dezember 2016 | 04:17 Uhr

Bauernhof wird zum Klassenzimmer

vom
Aus der Redaktion des Pinneberger Tageblatts

Pädagogik Minister starten landesweites Projekt in Kooperation mit Bauernverband mit Schulkindern startet in Borstel-Hohenraden

Wie nennt man eine Kuh, wenn sie noch kein Kälbchen zur Welt gebracht hat? Eine knifflige Frage an die 22    Drittklässler, die auf dem Bauernhof der Familie Thießen in der Quickborner Straße 92 in Borstel-Hohenraden gestern zu Besuch waren. Selbst bei den Erwachsenen gab es einige ratlose Gesichter. Anne Thießen half schließlich aus. „Das ist eine Färse“, verriet sie.

Vier Blätter umfasste der Fragebogen, mit dem sich die kleinen Besucher aus der Borstel-Hohenradener Grundschule auf ihren Erkundungsrundgang gemacht hatten. An ihrer ersten Station, der Siloplatte, ging es um Futterbestandteile. Von da zogen sie weiter zu den Maschinen und Geräten. Hier sollten die Kinder unter anderem den Güllewagen abmessen. Dann war der Besuch bei Kälbern und Kühen dran. Endstation war das Melkhaus.

Führungen von Schulklassen und Kita-Gruppen sind keine Seltenheit für die Thießens. Die vielen Erwachsenen waren an diesem Tag das Ungewöhnliche. Britta Ernst (SPD), Bildungsministerin des Landes Schleswig-Holstein, war dabei, ebenso ihr Kollege aus dem Landwirtschaftsministerium Robert Habeck (Bündnis 90/Die Grünen) und nicht zuletzt der Präsident des Landes-Bauernverbandes Werner Schwarz. Ihnen gehe es darum, mit dem wiederbelebten Projekt „Schulklassen auf dem Bauernhof“ solche pädagogischen Führungen zu einem festen Bestandteil im Grundschullehrplan zu machen. Allein im Kreis Pinneberg haben sich bereits 30    landwirtschaftliche Betriebe bereit erklärt, daran teilzunehmen, gab der Bauernpräsident bekannt.


Agrarprodukte mehr schätzen


Außerschulische Lehrorte würden immer wichtiger, führte die Bildungsministerin aus. Der Landwirtschaftsminister ergänzte, dass es ab 2017 ein neues europäisches Schulprogramm für Bauernhofbesuche geben werde. Die Bundesregierung müsse dazu aber noch Ausführungsbestimmungen erlassen. Darauf wolle man in Schleswig-Holstein nicht warten. Deshalb handle die Landesregierung jetzt schon so, „als ob alles gelingen werde“.

Lernen auf dem Bauernhof schaffe ein besseres Verständnis für die regionale Landwirtschaft und fördere die Wertschätzung für heimische Agrarprodukte. Das Projekt „Mein Essen wächst nicht im Supermarkt. Schulklassen auf den Bauernhof!“ solle dieses Verständnis für die heimische Landwirtschaft und die Produktion von Lebensmitteln weiter fördern, unterstrich der Bauernpräsident. Es sei ehemals von der Landwirtschaftskammer Schleswig-Holstein betreut worden. Der Bauernverband Schleswig-Holstein will ihm jetzt in Kooperation mit den zuständigen Ministerien neues Leben einhauchen. Dabei geht es auch um eine angemessene finanzielle Kompensation für den Einsatz der Landwirte.

„Wir müssen aber nicht warten, bis die Behörden alles geregelt haben“, stellten Gastgeber Hanjörg und Anke Thießen heraus. Auf ihrem Hof seien Schulklassen seit Langem willkommen.



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