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Pinneberger Tageblatt

09. Dezember 2016 | 05:02 Uhr

Bauen, Fliegen und sicher landen

vom
Aus der Redaktion des Pinneberger Tageblatts

Wettbewerb Flugtechnische Gemeinschaft Borstel-Hohenraden organisiert vierten Nord-Cup am 3. September

„Wenn man es selbst nachmachen soll, merkt man erst, wie schwer das ist“, sagt Fabian Tschoetschel, Kassenwart der Flugtechnischen Gemeinschaft (FTG) Borstel-Hohenraden, über das Flugmanöver, das beim Nord-Cup im „Segelschlepp“ geflogen werden muss. Diesen richtet die FTG am Sonnabend, 3. September, zum vierten Mal auf ihrem Fluggelände in Borstel-Hohenraden, Hanredder 200, aus.

„Das Segelschlepp ist eine Sparte im Modellflug, die nicht so stark verbreitet ist“, erläutert der Vereinsvorsitzende Lothar Wendt. Die Aufgabe klingt einfach: Wie bei echten Segelfliegern muss ein Motorflugzeug ein Segelflugzeug, das mit einer 25 Meter langen Leine befestigt ist, in die Luft bringen. Dort ist eine Platzrunde mit vier 90-Grad-Winkeln zu absolvieren. Ist diese beendet, gibt der Segelflieger das Kommando, die Leine zu trennen. Diese muss vom Motorflieger in einer Markierung auf dem Flugfeld abgeworfen werden. Für den Segelflieger läuft mit dem Lösen der Leine die Zeit. Binnen 200 Sekunden muss dieser wieder auf dem Flugfeld aufgesetzt haben. Sicher. Ohne Unfall. Denn vor allem die Landung hat es in sich. „Fliegen ist Landen“, sagt Manfred Münster, Sportwart und stellvertretender Vorsitzender der FTG. Zwei Modellbauer treten immer als Team an – einer mit einem Motor- und der zweite mit einem Segelflieger.

Die Modellflieger, mit denen Wendt und Tschoetschel die Übung demonstrieren, sind selbstgebaut – im Maßstab 1:3. Dies ist aber keine Vorgabe. „Ich habe auch schon kleine Styroporflieger bei Wettbewerben gesehen, aber große Flugzeuge sind nicht so anfällig bei Wind“, sagt Wendt. Denn der Flug soll möglichst realistisch aussehen und je leichter ein Flugzeug ist, desto schneller wird der Flug unruhig. Maximal 25 Kilo dürfen Motor- und Segelflugzeug jeweils wiegen. „Für Flieger ab 25 Kilogramm braucht man eine Zulassung des Bundesluftfahrtamtes“, erläutert Wendt.


Viel Zeit ins Hobby investiert


Bisher seien die Anmeldungen für den Nord-Cup sehr spärlich, sagt Wendt. Das Interesse am Segelschlepp sei in Bayern und Nordrhein-Westfalen deutlich höher: „Es gibt mehr Angebote, aber auch größere Nachfrage.“ Den Grund kennt er nur zu gut: „Es ist ein sehr zeitintensives Hobby.“ Etwa ein Jahr dauere es, bis man ein Modellflugzeug fliegen könne. „Wir empfehlen immer, in einen Verein zu gehen, wenn jemand Interesse an der Sportart hat“, sagt Tschoetschel. Von Wildfliegern halten die Modellbauer nichts. Zudem würde man schnell das Interesse verlieren, wenn es nicht funktioniere. „Wir haben ein Lehrer-Schüler-Modell. Das bedeutet, dass der Lehrer jederzeit die Kontrolle über das Flugzeug übernehmen kann. So kann eigentlich nichts passieren“, sagt Tschoetschel. Denn ein Absturz der Flieger kann schnell teuer werden.

Die meisten Modellflieger sind selbstgebaut. „Man kann auch schon mit fertigen Fliegern für 300 Euro Spaß haben“, sagt Platzwart John Sicks. Wie viel Geld sie in die eigenen Modelle investiert haben, wollen die Modellbauer nicht verraten. „Das kann aber bis zum Preis von einem Kleinwagen gehen“, sagt Tschoetschel. Wendt schränkt ein: „Das Material ist nicht wirklich teuer und im Verein findet sich immer jemand mit Werkbank oder einer, der sich mit Holz auskennt. Die Zeit darf man nicht mitrechnen.“ In den Nachbau einer ULBI Wild Thing hat er etwa 400 Stunden investiert. Derzeit baut er seit zwei Jahren an einer Messerschmitt BF 109E. „Da sind es locker schon 800 Stunden“, sagt Wendt. Für Einsteiger bietet der Verein im Winter Bauseminare an. Wer das Modellfliegen ausprobieren möchte, kann sich unter „Modellflugschule“ auf der Webseite des Vereins anmelden.

Der Eintritt zum vierten Nord-Cup am 3. September ist frei. Um 9 Uhr sollen die ersten Flieger aufsteigen, gegen 16 Uhr ist die Siegerehrung geplant. „Nur bei Regen können wir nicht fliegen“, sagt Tschoetschel. Die Technik und die Holzgehäuse seien dafür nicht ausgelegt. Die Modellbauer hoffen auf weitere Anmeldungen für den Wettbewerb.
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www.ftg-borstel-hohenraden.de


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