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Pinneberger Tageblatt

04. Dezember 2016 | 00:57 Uhr

Kriminalstatistik Pinneberg : Banden auf Einbruchstour

vom
Aus der Redaktion des Pinneberger Tageblatts

Organisierte Tätergruppen aus dem Großraum Hamburg sind auch für zahlreiche Raddiebstähle verantwortlich.

Pinneberg | Die organisierte Kriminalität dringt zunehmend in Bereiche vor, wo sich früher vor allem Kleinkriminelle und Gelegenheitsdiebe tummelten. Organisierte Tätergruppen aus dem Großraum Hamburg sind für zahlreiche Wohnungseinbrüche und Fahrraddiebstähle in Pinneberg verantwortlich. Das berichtet Matthias Wieske. Er ist Polizeihauptkommissar und Leiter des Reviers in der Kreisstadt, Chef von etwa 60 Kollegen. Ein Drittel davon sind Frauen.

Wieske präsentierte der Redaktion die Kriminalstatistik 2015, die er auch der Politik im Hauptausschuss am Donnerstagabend vorstellte. „Die Gesamtkriminalität in der Stadt hat sich im Vergleich zu den vergangenen Jahren kaum verändert“, sagte er. 3686 Verbrechen und Vergehen weist die Kriminalstatistik 2015 auf – 96 weniger als im Vorjahr.

Die Kehrseite der Medaille: Kriminelle Banden haben Fahrraddiebstähle wie nie zuvor begangen. Die Zahl ist von 333 (2014) auf 517 (2015) gestiegen. In der Deliktsgruppe Wohnungsbereich gibt es auch eine Steigerung. Die Statistik weist 154 Einbrüche auf – 19 mehr als 2014.

„Die Täter nehmen alles mit, was man tragen kann und was in einen Rucksack passt“, sagt Wieske. Sie würden im Team arbeiten und das Diebesgut auch schon mal in einem Knick verstecken, wo es von den Mittätern später eingesammelt würde.

Woher kommen die Banden? „Aus dem osteuropäischen Ausland und dem Balkan“, erklärte Wieske. Auch chilenische Banden seien überregional tätig, um Wohnungseinbrüche zu begehen.

Es gibt auch gute Nachrichten: Die Zahl der Ladendiebstähle ging von 162 (2014) auf 130 Taten (2015) zurück, die Betrugsdelikte um 40 Prozent sowie die Kfz-Diebstähle um 48 Prozent. Auch bei den leichten als auch bei den gefährlichen Körperverletzungen ist ein Rückgang zu verzeichnen. Im letzteren Deliktsbereich gab es einen Rückgang von 88 registrierten Taten (2014) auf 70 Fälle (2015). „Die Schwerpunkte verändern sich von Jahr zu Jahr deutlich“, sagte der Chef des Polizeireviers.

Wieske betonte, dass die Zahl der von Flüchtlingen begangenen Straftaten sehr gering sei. Der Polizeihauptkommissar lobte das Konzept der Stadt, die Geflüchteten dezentral unterzubringen.

Die Aufklärungsquote ist um 178 Fälle gesunken und liegt bei 45,6 Prozent. Aber Wieske spricht von einem großen „Dunkelfeld“. Soll heißen: Nur ein Viertel aller begangenen Straftaten werden polizeilich angezeigt.

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erstellt am 30.Apr.2016 | 14:00 Uhr

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