zur Navigation springen

Pinneberger Tageblatt

02. Dezember 2016 | 23:25 Uhr

Badebucht: Betrieb läuft wieder

vom
Aus der Redaktion des Pinneberger Tageblatts

Nach großeinsatz Stadtwerke und Feuerwehr sprechen von guter Zusammenarbeit / Techniker finden keine weiteren Fehler

Es war einer der größten Rettungseinsätze in Wedel während der vergangenen Monate: Vor einer Woche mussten Katastrophenschutzkräfte zur Badebucht ausrücken, weil eine Chemikalie zur Desinfektion von Wasser ausgetreten war. Das Bad wurde evakuiert, 400  Gäste verließen das Gebäude. Zwei Mitarbeiter wurden verletzt. Inzwischen läuft der Betrieb wieder wie gewohnt.

Nach Angaben der Stadtwerke war ein angerissener Schlauch Auslöser für den Alarm. Er ist Teil einer Dosieranlage für Natriumhypochlorid. Weil auf dem Boden eine etwa 50 mal 60 Zentimeter große Lache entstanden sei, habe das Chlorgaswarngerät angeschlagen. Die Lache sei mit 30 Litern Wasser verdünnt und abgesaugt worden.

„Der Schlauch soll alle zwei bis drei Monate ausgetauscht werden. Wir haben ihn zuletzt vor vier Wochen getauscht“, sagt Karsten Niß, Leiter der Badebucht. Es sei davon auszugehen, dass ein Materialfehler für den Riss verantwortlich sei. Die kurzen Wartungsintervalle sind laut den Stadtwerken, Betreiber des Bads, nötig, weil der Schlauch von einem Rotor zusammengedrückt werde und schnell an Elastizität verliere. Dies verringere die Leistung der Pumpe erheblich.

Die Chlorelektrolyse-Anlage, mit der die Chemikalie zur Desinfektion des Badewassers hergestellt wird, muss laut Stadtwerken einmal pro Jahr von einer Fachfirma gewartet werden. „Die letzte Wartung fand im April statt“, heißt es seitens der Badebucht. Für die Dosierpumpe gebe es keine Wartungsvorschriften. „Sie wurde jedoch zuletzt im März überprüft“, heißt es in einem Aktenvermerk der Stadtwerke. Die Anlage werde zusätzlich zweimal täglich von Mitarbeitern des Bads überprüft, unter anderem auf Dichtigkeit. „Die morgendliche Prüfung war ohne Beanstandung“, heißt es zum vergangenen Donnerstag. Zudem habe eine Fachfirma für Arbeitssicherheit Mitte Mai die Mitarbeiter des Bads geschult.

Die Badebucht war auch am vergangenen Freitag geschlossen. „Wir haben die Anlage nach ihrer Reparatur in Betrieb genommen und alle Komponenten noch einmal gecheckt. Wir haben keine weiteren Fehler entdeckt“, sagte Niß. Der Badleiter wiederholte: „Die Elektrolyseanlage ist in einem separaten Gebäude untergebracht. Es können keine Chemikalien in das Schwimmbad hinüberfließen. Für die Gäste hat keine Gefahr bestanden.“

Doch grade in der Ferienzeit ist die Badebucht ein beliebter Ausflugsort. Den genauen Umsatzausfall kann Niß nicht beziffern. Doch am Freitag vor dem Unglück hätten die Stadtwerke einen Gesamtumsatz von 9500 Euro verbucht.

Können sich Gäste, welche das Bad verlassen mussten, ihre Ticketpreise erstatten lassen? „Eine allgemeine Regelung gibt es nicht. Wenn sich jemand meldet, treffen wir Einzelfallentscheidungen“, sagte Niß. Bisher seien aber keine Reklamationen eingegangen. Vereinzelt war nach der Evakuierung Kritik laut geworden. Es hätten sich Schlangen im Ausgangsbereich gebildet, weil das Personal des Bads stellenweise nachkassiert hätte. Das hatte Stadtwerke-Sprecherin Natali Steffen dementiert. „Vielmehr waren Gäste, welche beim Verlassen des Bads Eintrittspreise erstattet haben wollten, Ursache für den Stau.“

Die Zusammenarbeit mit den Rettungskräften hat nach Ansicht von Niß reibungslos funktioniert. „Aber natürlich wird es nach einem solchen Einsatz auch immer noch mal Nachgespräche mit den Einsatzkräften geben“, sagte Niß. Dennis Renk, Sprecher des Kreisfeuerwehrverbands, bestätigte auf Anfrage: „Die Zusammenarbeit hat gut funktioniert.“ Heute solle es eine Besprechung mit Feuerwehr, Stadtwerken, Ordnungsamt und Polizei geben.“

Zum Vorgehen der Rettungskräfte sagte Renk: „Dass so großräumig abgesperrt wird, ist eine Standardprozedur. Wir müssen uns vor Ort ein Bild machen. Erst wenn wirklich klar ist, dass die Gefahrenquelle unter Kontrolle ist, kann man einzelne Maßnahmen zurückfahren.“

Karte
zur Startseite

von
erstellt am 25.Aug.2016 | 16:00 Uhr

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen