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Pinneberger Tageblatt

03. Dezember 2016 | 12:42 Uhr

Hilfe für Menschen in Not : Awo-Schiff feiert 20-jähriges Bestehen

vom
Aus der Redaktion des Pinneberger Tageblatts

Derzeit sind an der Aschhooptwiete 28 Bewohner untergebracht.

Pinneberg | Für Sean Klante war es erst der zweite Arbeitstag. Der neue Arbeitsplatz des „Bufdis“, das Awo-Übergangswohnheim „Schiff“ in der Aschhooptwiete, feierte vor Kurzem sein 20-jähriges Bestehen und Sean wieselte fröhlich zwischen den Mitfeiernden herum und passte auf, dass keine Kaffeetasse leer wurde. „Tüchtig ist der, so jung wie er noch aussieht“, kommentierten Hausbewohner seinen Einsatz.

28 Männer und Frauen beherbergt das „Schiff“, darunter eine Frau, die hier zu Hause ist, seit es vom Stapel lief. Die durchschnittliche Aufenthaltsdauer ist kürzer: „Fünf Jahre“, überschlug Michael Neumann, der das Haus seit 17 Jahren leitet. Die Betonung liege auf „Übergang“. Schwer psychisch erkrankte Menschen finden hier ein vorübergehendes Zuhause, wenn sie anders nicht mehr weiter wissen. Ihnen stehe rund um die Uhr ein Betreuungsangebot zur Verfügung.

„Wir beraten in Fragen zum Leben mit der Erkrankung, deren Folgen, Heilung und zu Möglichkeiten der persönlichen und beruflichen Entwicklung. Wir helfen bei der Alltagsgestaltung, Alltagsbewältigung und bei Krisen. Wir unterstützen bei der Suche nach einer Wohnform mit geringerem Hilfeangebot und bei der Entwicklung beruflicher Perspektiven. Wir vermitteln Kontakt zu den zuständigen Stellen, Behörden und Diensten“, fasste Neumann das weite Spektrum der Betreuung zusammen. Besonders wichtig sei dabei, dass die Hilfesuchenden sich hier wohlfühlen.

Das Haus sei praktisch immer voll, fügte der Hausherr hinzu. Er erhalte bis zu 100 Platzanfragen im Jahr. Erfolgreich sei der Aufenthalt, wenn er die Erkrankten in die Lage versetze, wieder selbstständig zu leben, oft in einer betreuten Wohngemeinschaft, manchmal sogar wieder in einer eigenen Wohnung.

Seine Jubiläumsansprache hielt Neumann kurz. Ein bisschen Rückblick, viel Lob für die Mitarbeiter und Helfer, dann wandten sich alle wieder dem Kaffee und Kuchen zu. Einige Angehörige der Kranken kamen auch und wurden mit großem Hallo begrüßt. An manchen Tischen wurde lebhaft geklönt. Die Uetersener Clonmel Band sorgte für Musik. Neumanns Stellvertreter Michael Genthe verhökerte Tombola-Lose und „Bufdi“ Sean genoss sein neues Umfeld. Erst habe er sich bei einer Kita beworben, berichtete der junge Mann, aber dann habe er die Anfrage vom „Schiff“ entdeckt und sofort mit großer Begeisterung dort angeheuert.

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erstellt am 18.Okt.2016 | 12:00 Uhr

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