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Pinneberger Tageblatt

09. Dezember 2016 | 18:31 Uhr

Bismarckstraße wird Fußgängerzone : Autos sollen raus aus der Innenstadt von Pinneberg

vom
Aus der Redaktion des Pinneberger Tageblatts

Stadtentwicklung: Ein Teil der Bismarckstraße wird 2017 zur Fußgängerzone. Der Sonnabend-Wochenmarkt zieht um.

Pinneberg | Autos raus, Fußgänger rein – mit dieser effizienten Formel will die Stadt den Bereich des nördlichen Drosteiplatzes in Pinneberg beleben. Bereits von der Politik vor Jahren beschlossen, soll nun die Umsetzung des Projekts erfolgen.

Die ersten Pläne für die neue Flaniermeile im Herzen der City liegen vor: So soll ein Teil der Bismarckstraße, die derzeit noch in eine Richtung befahren werden kann, im Frühjahr 2017 zur Fußgängerzone umgestaltet werden. Der Einfahrtsbereich Friedrich-Ebert-Straße wird mit halbautomatischen versenkbaren Pollern für den regulären Kfz-Verkehr gesperrt. Polizei, Feuerwehr, THW, Lieferfahrzeuge und Ver- und Entsorgungsfahrzeuge können jedoch weiterhin bei Notfällen, für Anlieferungen oder die Müllabfuhr in die Bismarckstraße fahren. Im Mittelbereich der Bismarckstraße wird eine Aufenthaltszone mit Sitzmöglichkeiten geschaffen. Dafür müssen die Stellflächen im Planungsbereich weichen. Die Einbahnstraße Am Rathaus, die Verlängerung der Bismarckstraße, wird künftig in beide Richtungen befahrbar sein.

Die Pläne sehen weiter vor, dass nach Beendigung der Bauarbeiten der Sonnabend-Wochenmarkt von der Elmshorner Straße für immer in die Innenstadt ziehen soll.

Vorrang für Fußgänger

Mal eben in die Bismarckstraße fahren und vor den Treppen „wild“ parken, um zum Rathaus, zur Sparkasse Südholstein oder Scheune zu gelangen – die Zeiten sind 2017 vorbei. Nach Fertigstellung des Büro- und Geschäftshauses und des Parkhauses der Volksbank soll nun die Bismarckstraße im Abschnitt zwischen Einmündung Friedrich-Ebert-Straße und der Straße Am Rathaus für den regulären Fahrverkehr gesperrt und zur Fußgängerzone und zentralen Auftaktzone der Innenstadt umgestaltet werden.

Außerdem soll der bislang auf dem Marktplatz an der Elmshorner Straße ansässige Sonnabend-Wochenmarkt in die Innenstadt verlegt werden. Die Kosten für den Umbau betragen etwa 390.000 Euro. Die Arbeiten sollen mit Städtebaufördermitteln finanziert werden. Pinneberg wäre mit einem Drittel dabei.

Die ersten Pläne liegen bereits vor und sollen nach der politischen Sommerpause beraten werden. Beschlossen wurde das Projekt schon vor Jahren – es ist ein Teil des Integrierten Entwicklungskonzepts Innenstadt. „Jetzt geht es nur noch um das Wie“, sagte Angela Traboldt, Fraktionschefin der Pinneberger SPD, die zusammen mit der CDU hinter dem Projekt steht. Das sind die ersten Vorschläge des zuständigen Planungsbüros: Der Einfahrtsbereich Friedrich-Ebert-Straße wird mit halbautomatisch versenkbaren Pollern für den regulären Kfz-Verkehr gesperrt. Polizei, Feuerwehr, THW, Lieferfahrzeuge und Ver- und Entsorgungsfahrzeuge können die Poller mit speziellen Dreikantschlüsseln versenken. Somit ist die Bismarckstraße in Notfällen, für Anlieferungen oder die Müllabfuhr befahrbar.

Neue Möglichkeiten zum Aufenthalt

Im Mittelbereich der Bismarckstraße wird eine Aufenthaltszone mit Sitzmöglichkeiten geschaffen. Hier werden auch die Beleuchtungskörper integriert. Die Pflanzung von Kirschbäumen, wie in der oberen Dingstätte, steht zur Diskussion.
Die Pflasterung im sogenannten Reihenverband ist dem vorhandenen Verlegemuster auf dem südlichen Drosteiplatz angepasst.

Beton-Pflastersteine in hellen bis dunklen Farbtönen werden verlegt, passend zur Farbgebung der künftigen Ebertpassage und der bereits ausgebauten Fußgängerzone Dingstätte/Fahltskamp.

Für Menschen mit Sehbehinderung soll ein taktiles Leitsystem in die Neupflasterung integriert werden. Für die im Planungsbereich entfallenen Parkplätze werden in der Straße Am Rathaus neue Behindertenparkplätze geschaffen. Zwei weitere entstehen am Museum Pinneberg. Für den Wochenmarkt soll ausreichend Aufstellfläche geschaffen werden. Es ist eine Lösung vorgeschlagen worden, die es ermöglicht, dass die Marktstände Rückseite an Rückseite aufgestellt werden können und somit nicht vor den Schaufenstern des stationären Einzelhandels stehen.

Qualität soll angehoben werden

„Die Einrichtung einer Fußgängerzone ist sinnvoll und verbessert die Aufenthaltsqualität“, sagte Wirtschaftsförderer Stefan Krappa. „Wir wollen, dass auch während der Drosteiplatzveranstaltungen und während des Weihnachtsmarktes der Wochenmarkt in der Innenstadt stattfinden kann“, sagte er.

Doch die Umzugspläne stoßen nicht bei allen auf Gegenliebe: Viele Marktbeschicker wollen an der Elmshorner Straße bleiben. „Es ist nicht einzusehen, dass die Marktbeschicker für die Belebung der Innenstadt verantwortlich sein sollen“, sagte Joachim Dreher, Fraktionsvorsitzender Grüne und Unabhängige. FDP-Fraktionschef Werner Mende ist ebenfalls gegen die Umzugspläne. Er würde das Geld viel lieber in die Schulbausanierung stecken. Auch die Bürgernahen haben Bauchschmerzen: „Wie soll das mit dem Wochenmarkt funktionieren?“, fragte Fraktionschef Uwe Lange.

Die CDU hält allerdings dagegen: „Wir wollen einen Markt, der Stadt und Bürger verbindet, auf dem so etwas wie ein Einkaufserlebnis stattfindet“, sagte CDU-Fraktionschef Andreas Meyer. So wie auch in vielen anderen Städten.

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erstellt am 29.Jul.2016 | 12:15 Uhr

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