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Pinneberger Tageblatt

10. Dezember 2016 | 11:51 Uhr

Hasloh befürchtet Nachahmer : Ausschuss: Der Hausbau in zweiter Reihe wird abgelehnt

vom
Aus der Redaktion des Pinneberger Tageblatts

Hasloh | Ginge es nach Herbert Markowe und seinen Verwandten Olga und Erwin Patton, würden in der Hasloher Bogenstraße demnächst die Bagger anrollen. „Wir haben eine Bauvoranfrage gestellt, um auf dem Grundstück drei Einfamlienhäuser zu bauen“, berichtete er.

Zwei der Grundstücke sollen veräußert werden, um die Finanzierung des Vorhabens zu sichern. „Das dritte soll im Familienbesitz bleiben, dort will die Tochter älteren Herrschaften einziehen“, erklärte Markowe. Insbesondere im Hinblick auf das Alter von Tante und Onkel würde er sich darüber besonders freuen.

Doch während der vergangenen Sitzung des Bauausschusses wurde das Vorhaben mit knapper Mehrheit abgelehnt: Das für den Bau notwendige gemeindliche Einvernehmen wurde nicht erteilt. „Das finden wir sehr schade und wir würden gern mit der Gemeinde ins Gespräch kommen“, betonte Hans-Werner Püttjer, der als Freund der Familie vermitteln will.

„Wir sind ja kein wilder Investor, der hier etwas machen möchte, was gegen die Interessen des Gemeinwohls verstößt – ganz im Gegenteil“, sagte Püttjer. Zwar sei zunächst auch mit einem Investor gemeinsam überlegt worden, wie die rückwärtig gelegene Wiese bebaut werden könnte. „Wir waren schockiert über das Ergebnis, es ist nicht unser Ziel, so viel Geld wie möglich heruaszuschlagen“, bekräftigte der Vermittler. Stattdessen solle der gewachsene Siedlungscharakter erhalten bleiben. „Wir haben hier ein Leben lang in Frieden und Freude gelebt – das soll auch so bleiben“, betonte auch Markowe.

Negative Vorbildwirkung verhindern

Nach Informationen von shz.de soll mit der Ablehnung der Gemeinde die sogenannte negative Vorbildwirkung verhindert werden: Werden diese drei Häuser genehmigt, könnten Nachbarn in der näheren Umgebung auf die Idee kommen, ebenfalls eine Bebauung in zweiter Reihe zu beantragen.

Kreissprecher Oliver Carstens kann zu dem laufenden Verfahren selbst keine näheren Auskünfte erteilen. Wohl aber zum weiteren Vorgehen: „Gegen den Beschluss der Gemeinde kann der Bauherr Widerspruch einlegen“, erläuterte er. Dann werde der Vorgang beim Kreisbauamt sorgfältig geprüft. Gelange die Behörde zu einem anderen Ergebnis als die Gemeinde, werde das Gespräch gesucht. „Es kommt so gut wie nie vor, dass der Kreis das versagte Einvernehmen erzwingt – das wäre ein Eingriff in die Planungshoheit der Gemeinde“, sagte Carstens.

Falls die Gemeinde unabhängig von der Empfehlung des Kreises bei ihrem negativen Bescheid bleibe, könne vom Bauherr der Klageweg beschritten werden. Püttjer und Markowe setzen dagegen auf Information der Öffentlichkeit: Sie wollen das Vorhaben gern während der nächsten Sitzung des Bauausschusses vorstellen. „Dann können wir auch gleich alle Fragen dazu beantworten“, sagte Püttjer.

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erstellt am 13.Jul.2016 | 12:15 Uhr

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