zur Navigation springen

Pinneberger Tageblatt

30. September 2016 | 18:50 Uhr

Krise : Auslaufmodell Städtepartnerschaft?

vom
Aus der Redaktion des Pinneberger Tageblatts

Immer weniger Interesse in Bönningstedt und Hasloh

Die Partnerschaft zwischen der Stadt Liebenwalde in Brandenburg und der Gemeinde Hasloh beschäftigte am Dienstagabend den Ausschuss für Schule, Sport und Kultur. Parallel dazu tagte in Bönningstedt das Gremium, das sich mit den Belangen von Schule, Sport, Kultur, Jugend und Senioren befasst. Dort stand ebenfalls ein Sachstandsbericht zum Thema Städtpartnerschaften auf der Tagesordnung. Mit Rachoni auf der griechischen Insel Thassos, der Stadt Seaford in Großbritannien und der Gemeinde Crivitz in Mecklenburg-Vorpommern ist Bönningstedt gleich mit drei Orten verschwistert.

Die Hasloher Partnerschaft besteht seit 2003. Doch seit vielen Jahren ist sie eingeschlafen. „Es ist sehr schwierig, das Ganze wiederzubeleben“, sagte der Ausschussvorsitzende Jochen Haines (SPD). Dem pflichteten die anderen Politiker bei.


Kaum Kontakte nach Liebenwalde

„Viele haben gar nichts mehr mit Liebenwalde zu tun“, sagte Petra Stapelfeld (FPD). Beate Haines (SPD) plädierte für einen Schlussstrich: „Das ist ein Auslaufmodell. Momentan ist es eine Krampfsache, wir können doch nichts erzwingen.“

Der einzige, der sich für die weitere Partnerschaft zu Liebenwalde aussprach, war Dieter Kalkovski (SPD). Er sei vor wenigen Wochen in der Stadt zu Besuch gewesen. „Das Interesse der Stadt besteht auf jeden Fall, aber sie möchten das Ganze anders aufziehen“, berichtete Kalkovski. Es sei schade, dass einige Hasloher und auch Ausschussmitglieder noch nie in Liebenwalde gewesen seien. „Es ist eine wunderschöne Stadt“, betonte er.

Dagmar Steiner (CDU) sagte, dass die Kontaktfläche zwischen Hasloh und Liebenwalde sehr klein sei und so eine Partnerschaft sehr schwierig aufrecht zu erhalten sei. Auch Stapelfeld führte an, dass die Gemeinde derzeit andere Baustellen habe, die sehr viel wichtiger seien. Zwar müsse der Kontakt nicht abgebrochen werden, doch Aktionen zu starten, sehe sie nicht ein.

„Eine Partnerschaft ist an sich ein Auslaufmodell“, sagte auch Anne Worthmann (CDU). Dem widersprach Kalkovski mit der Frage: „Wieso klappt es dann in anderen Gemeinden so gut?“

Auch Liebenwalde möchte laut Kalkovski das Thema besprechen. Die Ausschussmitglieder einigten sich vorerst darauf, die Partnerschaft so weiterlaufen zu lassen und die Reaktion aus Liebenwalde abzuwarten.

In Bönningstedt berichtete Bürgermeister Peter Liske (BWG) über Crivitz. „Es wird am 3.  Oktober wieder eine Fahrt dorthin geben“, sagte er. Im britischen Seaford dagegen hätten zwei der Organisatoren angekündigt, ihre Arbeit nicht fortzuführen. „Es wird im kommenden Jahr noch eine Fahrt geben, aber die Seaforder werden das nicht aktiv weiterführen“, sagte Liske.

Zuletzt hätten Kontakte überwiegend zwischen Privatpersonen stattgefunden, schon beim vorigen Besuch der Seaforder hätten Gäste im Hotel untergebracht werden müssen, weil keine Gastfamilien zur Verfügung standen. „Diese Partnerschaft ist hochgradig gefährdet“, fasste Liske zusammen.

Als einer der Wenigen, die noch regelmäßig nach Griechenland reisen, berichtete Rolf Lammert (CDU) über die Partnergemeinde Rachoni. „Dort ist durch Brände gerade die Olivenernte zum größten Teil vernichtet worden – wir sollten in einem Schreiben unser Bedauern ausdrücken“, schlug er vor. Vielleicht könne so wieder Bewegung in die Beziehungen kommen. „Ein Versuch ist es wert, denn wir erfahren jedes Mal dort eine sehr herzliche Aufnahme“, sagte Lammert.

Karte
zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen