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Pinneberger Tageblatt

01. Juli 2016 | 01:10 Uhr

Reportage : Auf zwei Rädern durch Pinneberg

vom
Aus der Redaktion des Pinneberger Tageblatts

Autor Julian Willuhn testet gemeinsam mit dem ADFC die Velorouten der Kreisstadt. Das Fazit: Vieles ist gut, nicht alles perfekt.

Pinneberg | Bereits seit mehr als einem Jahr weist die Stadt Pinneberg offizielle Velorouten aus. Auf diesen Strecken sollen sich Radfahrer schnell, bequem und sicher durch die Kreisstadt bewegen können, möglichst Abseits des Hauptverkehrs und dennoch zügig. Erarbeitet wurden diese Strecken von Stadtverwaltung, Agenda 21 und dem ADFC Pinneberg. Aber wie gut kommt man auf zwei Rädern tatsächlich in der Stadt voran? Und wo müssen die Strecken noch für den Radverkehr optimiert werden? Ich mache den Praxis-Check. Gemeinsam mit ADFC-Mitgliedern treffe ich mich zur Radtour, um zumindest einen Teil der schnellen Bike-Routen in der Stadt zu erkunden. Eine Tour der Erkenntnisse.

„Eigentlich lohnt es sich in Pinneberg mit dem Fahrrad zu fahren“, betont ADFC-Mitglied Juliane Besendahl gleich zu Beginn. Die Bahngleise könnten mit dem Drahtesel beispielsweise an fünf Stellen überquert werden, für Autofahrer stehen nur zwei Übergänge bereit.

An der Drostei brechen wir auf. Eigentlich soll die Tour 15 Kilometer lang werden, alle sieben existierenden Velorouten zumindest angefahren werden. Dieses ehrgeizige Ziel werden wir verfehlen, zu häufig heißt es: anhalten und sich von den Fahrrad-Fachleuten heikle Stellen erklären lassen.

Während wir durch die Dingstätte rollen werde ich bereits auf das erste Ärgernis hingewiesen. „Es gibt zu wenige Fahrradständer, und an den vorhandenen lässt sich das Rad oft nicht am Rahmen anschließen“, sagt ADFC-Mitglied Jörg Heuer. Bereits an der Kreuzung Koppelstraße/Schauenburger Straße müssen wir warten. Dort können Radfahrer die Straße nur an der Fußgängerampel überqueren. „Hier sollte eigentlich ein richtiger Übergang hin“, wünscht sich Besendahl.

Hinter der Kreuzung mit der Berliner Straße führen entlang der Prisdorfer Straße in beide Richtungen benutzungspflichtige Radwege aus der Stadt hinaus. Für die ADFCler ein Schildbürgerstreich. „Die Radwege heben sich eigentlich gegenseitig auf“, sagt Hauser. Außerdem sei der Weg in einem schlechten Zustand. Ein Kritikpunkt, den ich während der Tour noch häufiger hören werde. Der ADFC vertritt den Standpunkt, dass Radfahrer sich möglichst auf der Straße bewegen sollen. Besendahl: „So wird man von Autofahrern besser wahrgenommen, außerdem ist der Straßenasphalt meist angenehmer.“ Zu häufig zwinge die Straßenverkehrsordnung die Zweiräder aber auf holprige Radwege.

Fährt man auf der Straße wird man häufig mit einem anderen Problem der leichteren Verkehrsteilnehmer konfrontiert. „Fahrräder lösen die Kontaktschleifen unter dem Asphalt oft nicht aus, da sie aus zu wenig Metall bestehen.“ Kommt dann kein Auto angefahren, bleiben die Ampeln rot.

Über die Elmshorner Straße radeln wir wieder ins Zentrum zurück und Richtung Bahnhof. Der Übergang vom Radweg auf die Straße direkt gegenüber des A.Beig-Gebäudes wird gelobt. Ärgerlich dagegen der zu enge Bürgersteig in der Bahnhofstraße. Wenn Beifahrer hier aus dem parkenden Auto aussteigen, könnten sie rasch einen Radfahrer mit der Tür erwischen. Positiv hingegen: Fährt man vom Bahnhof stadteinwärts, gibt es einen Fahrradstreifen auf der Straße. Hinter dem Bahnhof passieren wir in der Abendsonne den Bahnhof und fahren ein Stück durch den beschaulichen Fahlt. Dort wurde der Radweg deutlich verbreitert. Sobald man die Burmeisterallee erreicht, sollten die Radfahrer sich Richtung Schwimmbad eigentlich auf der Straße bewegen, in die entgegengesetzte Richtung gibt es eine Radspur. Dieser Umstand ist jedoch nicht deutlich beschildert. Viele Fahrradfahrer bewegen sich daher auf der falschen Straßenseite.

Mein persönliches Fazit: Die Hinweise der Experten zeigen: Es gibt viele Stellen, an denen noch etwas getan werden könnte. Das grundlegende Konzept der Velorouten funktioniert aber schon recht gut. Immer wieder fahren wir weite Strecken durch ruhige Nebenstraßen und ich bin immer wieder erstaunt, wenn wir dann ganz plötzlich an einem zentralen Verkehrsknotenpunkt herauskommen. Wer sich die Mühe macht, sich die erarbeiteten Strecken einzuprägen, kann tatsächlich stressfreier in der Kreisstadt vorankommen.

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erstellt am 25.Jul.2014 | 16:00 Uhr

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