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Pinneberger Tageblatt

08. Dezember 2016 | 12:55 Uhr

Unterversorgung : Appen verliert seine Postfiliale

vom
Aus der Redaktion des Pinneberger Tageblatts

Immer mehr Geschäfte in der Gemeinde schließen oder schränken ihre Öffnungszeiten stark ein.

Appen | Seit gestern ist es offiziell: Das Geschäft „Maren’s LaDiDa“ in Appen hat seine Türen für immer geschlossen – und damit steht die Gemeinde derzeit ohne Postfiliale da. Inhaberin Maren Sauter bestätigte die Schließung gestern im Gespräch mit dieser Zeitung. Zu den Gründen will sich die Betreiberin nicht weiter äußern.

Nachdem das Schicksal des Nahversorgers an der Hauptstraße bereits besiegelt ist und dieser in absehbarer Zeit ebenfalls schließt, wird es nun eng für die Appener, die vor Ort einkaufen wollen. In den Sommermonaten haben nun auch noch die Bäckereien Kolls und Eggers nachmittags geschlossen. Auch die Eisdiele „Janny’s Eis“ sucht nach einem neuen Betreiber. Schon länger wird im Ort gemunkelt, dass „Maren’s LaDiDa“ schließt. Aufgrund von Krankheit waren die Öffnungszeiten seit Wochen eingeschränkt.

Die Paketzustellung in Appen erfolgt nach Angaben des zuständigen Post-Pressesprechers Martin Grundler derzeit über die Pinneberger Filiale. Die Schließung sei sehr kurzfristig gewesen, so Grundler. Normalerweise gebe es eine Kündigungsfrist von einem halben Jahr. Deshalb sei auch in diesem Fall kein nahtloser Übergang mit einer neuen möglichen Poststelle hinzubekommen. „Wir suchen nun gemeinsam nach einem neuen Filial-Partner. Sobald wir mehr wissen, informieren wir die Gemeinde“, sagt Grundler. „Da gehen wir mit Hochdruck ran.“

Bürgermeister Hans-Joachim Banaschak (CDU) sagte gestern im Gespräch mit dieser Zeitung, er habe am kommenden Mittwoch ein Gespräch mit den Post-Verantwortlichen, um eine Lösung zu finden. Was die Versorgung im Ort angeht, räumt er ein: „Das ist ein großes Problem, vor dem wir stehen.“ Die Politik sei derzeit im Gespräch, um möglicherweise ein Dorfentwicklungskonzept auf den Weg zu bringen. Noch gebe es aber keinen Beschluss. Die Planungen stünden ganz am Anfang.

Rolf Heidenberger, Ehrenbürger der Gemeinde, befürchtet, dass Appen in Zukunft zur Schlafgemeinde verkommt. Im Gespräch mit dieser Zeitung appellierte er an die Politik, sich um die immer schlechter werdende Versorgung zu kümmern. „Wie soll das denn weitergehen? Das ist doch kein Zustand. Ich erwarte, dass Appen überplant wird, was die Infrastruktur und die Versorgung angeht.“ Er sagt aber auch: „Der Verbraucher stimmt mit den Füßen ab. Wenn er die Geschäfte nicht nutzt – was soll man da machen?

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erstellt am 01.Jul.2016 | 16:00 Uhr

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