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Pinneberger Tageblatt

08. Dezember 2016 | 05:19 Uhr

Sparkurs in Wedel : Anwohner kritisieren die Spielplatz-Streichliste

vom
Aus der Redaktion des Wedel-Schulauer Tageblatts

Die Wedeler Stadtverwaltung will sieben von 49 Spielplätzen abräumen lassen. Politiker vertagen Entscheidung.

Wedel | Die Wedeler Spielplätze rufen die Bürger auf den Plan. Nachdem die Stadtverwaltung eine Streichliste mit sieben Spielplätzen vorgelegt hat, deren Geräte sie in Zukunft abbauen will, hat sich am Mittwochabend der Ausschuss für Bildung, Kultur und Sport mit dem Thema befasst. 20 Besucher folgten der Diskussion. Viele von ihnen kritisierten während der Einwohnerfragestunde die Pläne. Die Politiker vertagten einen Beschluss. Sie haben weiteren Informationsbedarf.

Die Stadtverwaltung hatte im Auftrag des Wedeler Stadtrats ein Spielplatzkataster erstellt und untersucht, auf welchen Flächen Geräte verzichtbar sind. Ergebnis: Sieben von 46 landeten auf der Streichliste. Dazu gehören die Flächen am Egenbüttelweg, am Hainbuchenweg, an der Reepschlägerstraße, am Rebhuhnweg, an der Pferdekoppel, am Wiedkamp und der Bolzplatz Im Grund. Unkrautwuchs habe darauf schließen lassen, dass diese Spielplätze kaum benutzt würden, teilte die Verwaltung mit.

Anwohner widersprachen am Mittwoch. Insbesondere die Fläche an der Pferdekoppel sei gut besucht. Am Rebhuhnweg sammelten Betroffene vor einigen Tagen sogar Unterschriften, um gegen den Rückbau zu protestieren. Etliche Bürger argwöhnten, die freiwerdenden Flächen könnten als Bauland verkauft und so zu Lasten der Kinder zu Geld gemacht werden.

Auch die Spielgeräte an der Reepschlägerstraße sollen abgebaut werden.
Auch die Spielgeräte an der Reepschlägerstraße sollen abgebaut werden. Foto: Stadtverwaltung
 

Bürgermeister Niels Schmidt (parteilos) versuchte, die Befürchtungen zu zerstreuen. „Letztendlich entscheidet die Politik. Aber die Stadtverwaltung hat empfohlen, die Flächen auch ohne Geräte zu erhalten. Sie sollen weiterhin für Kinder zugänglich sein.“ Schmidt erläuterte auch, dass die Vorschläge für den Rückbau im Wesentlichen auf einer Einschätzung des Bauhofs basierten. Dessen Mitarbeiter hätten die Gebrauchsspuren beurteilt. „Wir können jedoch nicht die tatsächlichen Nutzungszahlen erheben. Das wäre ein unangemessen hoher Aufwand“, sagte der Bürgermeister. Die Vorlage mit der Streichliste sei kein Dogma, sondern eine Diskussionsgrundlage. „Ich freue mich, dass sich Anwohner so engagiert einbringen. Als Verwaltung nehmen wir Hinweise zur Nutzung der Spielplätze gerne auf“, sagte Schmidt.

Erstmals präzisierte der Verwaltungschef das Sparpotential des Rückbaus. Durchschnittlich 5800 Euro gebe die Stadt pro Jahr für jeden Spielplatz aus. Das Gros entfalle auf Personalkosten des Bauhofs. Macht bei sieben Spielplätzen 40.600 Euro. Etwa 32.000 Euro würde es kosten, die Geräte abzubauen.

Die Fraktionen fassten am Mittwoch noch keinen Beschluss und vertagten das Thema. Sie sehen weiteren Beratungsbedarf. Ratsfrau Petra Kärgel (Grüne) griff Schmidt an und kritisierte die ihrer Ansicht nach die von der Verwaltung nur mangelhaft erstellte Vorlage. „Es fehlen detaillierte Informationen zum tatsächlichen Einsparpotential. Außerdem wurden weder die betroffenen Anwohner noch Kitas einbezogen. Das ist völlig intransparent gelaufen“, schimpfte Kärgel. Detlef Murphy (Linke) schloss sich der Kritik an der Vorlage an. Schmidt konterte: „Alles ist transparent. Auch die Presse hat berichtet. Und wir haben klargemacht, welche Kriterien wir herangezogen haben.“

Heidemargret Garling sagte für die CDU: „Wedel ist überdurchschnittlich versorgt. Und die zunehmende Ganztagsbetreuung in Kitas und Schulen werden die Nachfrage zurückgehen lassen. Wir müssen das Angebot überprüfen.“

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erstellt am 30.Sep.2016 | 12:00 Uhr

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