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Kummerfelder Rat : Andreas Supthut nimmt Abschied

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Aus der Redaktion des Pinneberger Tageblatts

Andreas Supthut war 39 Jahre lang Mitglied der Gemeindevertretung in Kummerfeld. Während der jüngsten Sitzung wurde der CDU-Kommunalpolitiker verabschiedet.

Kummerfeld | Er schien so schnell abgehandelt zu sein, dieser Tagesordnungspunkt Ehrungen, mit dem die jüngste Sitzung der Kummerfelder Gemeindevertretung eröffnet wurde. Und dann wurde er zum wichtigsten und längsten Thema, bedeutete er doch nicht weniger als das Ende einer Ära in doppelter Hinsicht. Verabschiedet wurden die letzten verbliebenen Mitglieder der sogenannten „Sozialen Gruppe“, die damit der Vergangenheit angehört, und der langjährige CDU-Fraktionsvorsitzende Andreas Supthut (kleines Foto). Die insgesamt sieben engagierten Kummerfelder verdrängten die politischen Themen an diesem Abend auf die hinteren Plätze.

Der Abschied von Andreas Supthut fiel Bürgermeisterin Erika Koll (SPD) sichtlich schwer. „39 Jahre lang waren Sie Mitglied der Gemeindevertretung und für mich immer fest mit diesem Gremium verbunden“, sagte sie. Bereits ein Jahr nach seinem Eintritt in die Kommunalpolitik 1978 wurde er Fraktionschef seiner Partei, leitete 19 Jahre den Bau- und Wegeausschuss, acht Jahre den Schul-, Sport-, Sozial- und Kulturausschuss, war mit Unterbrechungen zwölf Jahre Vorsitzender des Finanzausschusses. „Sie haben sich immer extrem für die Gemeinde eingesetzt“, lobte Erika Koll.

Supthut erhielt 2012 die Freiherr-vom-Stein-Ehrennadel

Dafür wurde Andreas Supthut 2012 mit der Freiherr-vom-Stein-Ehrennadel ausgezeichnet. Kollegen schätzen ihn als einen sachkundigen und integeren, wenn auch nicht immer diplomatischen Gesprächspartner. Supthut, der aus gesundheitlichen Gründen aufhört, war maßgeblich beteiligt an der Realisierung von zwei Gewerbegebieten, des großen Sportplatzes, der Dreifeldhalle und der Grundschule. „Das Gemeinwesen braucht Menschen wie dich, die Verantwortung übernehmen“, sagte sein Parteifreund Burkhard Tiemann.

Auch SPD-Fraktionschef Uwe Hanspach fand warmherzige Worte. „Wir waren nie politische Freunde und werden es wohl auch nie werden. Wir haben so manchen Streit ausgefochten, aber immer mit dem gleichen Ziel, nämlich das Bestefür die Gemeinde rauszuholen.“ Er könne nicht glauben, dass sich Supthut jetzt „vom Acker“ mache und damit riesengroße Spuren hinterlasse.

„Soziale Gruppe“ wurde 1982 gegründet

Der Christdemokrat war an diesem Abend nicht der einzige, dessen Rückzug mit großem Bedauern zur Kenntnis genommen wurde. Zuletzt bildeten noch fünf Frauen und Pastor Christoph Stegmann die sogenannte „Soziale Gruppe“. Nun hört das Team auf. Gegründet wurde es 1982 auf Initiative der SPD und mit dem Ziel, „ältere Menschen aus dem Dorf mit den zunächst noch überwiegend aus Kummerfeld stammenden Bewohnern des Altenheims zusammenzubringen“, sagte Erika Koll.

1985 wurde die Gruppe von der SPD abgekoppelt und überparteilich ausgerichtet. Seitdem luden die Mitglieder regelmäßig zu geselligen Treffen in die Cafeteria im Obergeschoss des Seniorenheims, das zuletzt den Regiokliniken gehörte und jetzt geschlossen wird.

„In den vergangenen Jahren wohnten immer weniger Menschen aus Kummerfeld in dem Heim“, so Koll. Das Interesse an den Zusammenkünften wurde geringer. Zuletzt trafen sich die Mitglieder der „Sozialen Gruppe“ – aus alter Verbundenheit. „Das Altenheim stirbt und mit ihm auch diese Gruppe. Ich bin traurig, dass es zu Ende geht“, sagte die Bürgermeisterin, die sich mit Blumen und Gutscheinen für das lange ehrenamtliche Engagement bedankte.

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erstellt am 02.Mär.2017 | 16:00 Uhr

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