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Pinneberger Tageblatt

07. Dezember 2016 | 13:35 Uhr

Heine trifft auf Lindenberg : Amnesty International

vom
Aus der Redaktion des Pinneberger Tageblatts

Die Ortsgruppe Pinneberg veranstaltet ein Benefizkonzert. Der Chansonsängerin Anna Haentjens singt und liest.

Pinneberg | „Flüchtlingspolitik ist ein Menschenrecht“, erklärt Arno Kipp von der Amnesty International Ortsgruppe Pinneberg. „Es gibt keine freiwilligen Flüchtlinge, und um die, die den gefährlichen Weg schaffen, müssen wir uns kümmern.“ Und um das tun zu können, veranstaltet die Ortsgruppe gemeinsam mit der lokalen Chansonsängerin und Kreiskulturpreisträgerin Anna Haentjens und ihrem Klavier-Partner Sven Selle ein Benefizkonzert zugunsten ihrer Flüchtlingsarbeit: In der Drostei werden am Sonntag, 6. November, ab 18 Uhr Texte und Lieder unter dem Motto „Heimat im Gepäck“ zu hören sein.

„Das Programm habe ich bereits im Juni auf der Literaturtagung des Verdi Bildungs- und Begegnungszentrums in Berlin gegeben“, berichtet Haentjens. Dabei ging es um „Ursachen und Folgen von Flucht, Exil und Migration“ – auch für das Amnesty International Konzert perfekt. Namhafte Dichter wie Heinrich Heine oder Berthold Brecht reihen sich ein mit modernen Künstlern, etwa Udo Lindenberg. Auch ein syrisches Gedicht wird dabei sein. Sie alle eint ein Thema: Exil und der Wunsch nach einem freien Leben. Sei es Heine, der selbst ab 1835 in Preußen steckbrieflich gesucht wurde, oder Lindenberg, der 1992 von einem anonymen Jugendlichen sang, der „nach Deutschland“ wollte, „wo nicht überall geschossen wird“. Manche Texte sind alt, andere neuer, aber alle sind brandaktuell. Eine traurige Bilanz, wie Haentjens findet: „Man muss den Menschen Würde lassen und auch Würde zurückgeben. An allem ist genug da auf der Welt, wenn es nur richtig verteilt würde.“

Um genau da zu helfen, ist Amnesty International weltweit im Einsatz. Vor Ort in Pinneberg wird geholfen durch finanzielle Unterstützung für traumatisierte Flüchtlinge sowie durch Hilfe bei Behördengängen als auch die Unterstützung von Behörden selbst. „Früher hatten wir um diese Jahreszeit immer die Bring- und Kaufparty mit Versteigerung“, sagt Kipp. Die Einnahmen flossen in die Arbeit der Ortsgruppe. Doch es kamen immer mehr professionelle Steigerer, um billig zu bieten. „Das ist nicht die Klientel, die wir ansprechen wollten. Daher haben wir eine Alternative gesucht und sind schnell auf Anna Haentjens gekommen, die ohne zu überlegen ihre Zusage gegeben hat.“ Haentjens erklärt dazu: „Ich sehe es als Aufgabe, meine Kunst einzusetzen, wo Menschlichkeit gefragt ist.“

Vor knapp einem Jahr entstand so die Idee zum Benefizkonzert. Zu den vorgetragenen Texten gesellen sich Vertonungen von bekannten Komponisten wie Manfred Schmitz sowie auch eigene Lieder von Haentjens und Selle. Knapp zwei Stunden lang machen sich die beiden Künstler auf eine Reise in die eigene Vergangenheit – und die Gegenwart von Flüchtlingen. Karten kosten im Vorverkauf 13 Euro und sind beim Bücherwurm, Dingstätte 24, erhältlich. An der Abendkasse werden 15 Euro fällig.

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erstellt am 22.Okt.2016 | 15:00 Uhr

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