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Pinneberger Tageblatt

10. Dezember 2016 | 02:16 Uhr

Bürsten, Wedel, Farben und Pinsel : „Am langen Arm – Auf den Spuren von Karl Otto Götz“ im Kunsthaus Schenefeld

vom
Aus der Redaktion des Schenefelder Tageblatts

Insgesamt 16 Teilnehmer stellen in Schenefeld aus. Kunsthauschefin Marianne Elliott-Schmitz denkt an alte Zeiten.

Schenefeld | Kunsthauschefin Marianne Elliott-Schmitz erinnerte sich am Sonnabend bei der Eröffnung der Ausstellung „Am langen Arm – Auf den Spuren von Karl Otto Götz“ an das Sommerseminar, an dem 15 Frauen und ein Mann teilgenommen haben und vor allem das mitgebrachte Equipment: „Montagmorgen um 10 Uhr. Einzug von 16 Personen mit Gepäck. Beladen mit Farben, Pinseln, Spachteln, großen Leinwänden, ganzen Stoff- und Tuchrollen, Besen, Schrubbern, Teleskopstangen mit daran montierten Bürsten, Staubwedeln, allerlei Stiele mit daran montierten Schwämmen und Fensterschiebern.“

Götz, geboren 1914, gilt als Hauptvertreter der abstrakten Kunst und des Informel in Deutschland und seine Arbeiten wollten die Künstler nachempfinden. Götz hatte 1952 sein letztes Bild auf Öl gemalt, das passenderweise den Titel „Das letzte Ölbild“ trägt. „Fortan verwendete er Tapetenkleister unter seinen Gouachen, damit sich diese eindrucksvoller vermalen ließen“, erläuterte Elliott-Schmitz. Die Idee, Kleister zu verwenden, sei Götz beim Tapezieren mit seinem Sohn gekommen. Gearbeitet habe er vor allem mit Rakeln und großen Quasten.

Die Schenefelder Künstler konzentrierten sich zunächst auf Pinsel, Maltstöcke, Spachtel und Palettmesser und wurden dann kreativ. „Aber auch unseriöse Geräte wurden zum Einsatz gebracht“, sagte Elliott-Schmitz und erläuterte: „Besen, Schrubber, Staubwedel, Klobürsten. Deren Stiele sind zum Teil lang und die Kontrolle über das Ergebnis scheint bei der Anwendung zu entschwinden. Eine feine Sache für den Zufall.“ Getestet wurde alles. „Diese Geräte wurden geprüft, für gut befunden, oder für völlig untauglich erklärt. Einige neue Lieblingswerkzeuge wurden entdeckt, weil sie schöne Strukturen und Spuren hinterlassen“, beschrieb die Kunsthauschefin den Kreativprozess.

Nicht nur Zufallsprodukte

Wie bei Götz seien die ausgestellten Werke aber nicht nur Zufallsprodukte. „Ähnlich wie bei Jackson Pollock ist seine Malerei gestisch. Anders als Pollock überlässt Götz nicht alles nur dem Zufall“, so Elliott-Schmitz.

In Skizzen habe der in Aachen geborene Künstler Choreografien für seine Werke erstellt. Diese Arbeitsweise lernten Uschi Wientapper, Hanne Kuhlmann, Bärbel Wieruch, Martina Kelting, Renate Möller, Heike Blanck, Dörthe Schröder, Karin Harders, Irene Schwarzbach, Hilla Imig, Brunhild James, Sabine Kohn, Ulla Wiese, Christa Bossmann, Nathalie Roux und Michael Behrens im vergangenem Sommer.

Bis zum 29. Januar sind ihre Werke im Kunsthaus Schenefeld, Friedrich-Ebert-Allee 3-11, zu sehen – Montag bis Freitag jeweils von 15 bis 18 Uhr. Der Eintritt ist frei.

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erstellt am 25.Jan.2016 | 13:00 Uhr

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