zur Navigation springen

Pinneberger Tageblatt

03. Dezember 2016 | 20:48 Uhr

Abi-Zweig: Jetzt beginnt die Arbeit

vom
Aus der Redaktion des Pinneberger Tageblatts

Caspar-Voght-Schule Rellinger Fachausschuss berät über Klassenerweiterung, Mensaausbau, Parkplätze und Schutzräume für Sechsjährige

Die Verantwortlichen der Gemeinde Rellingen in Politik und Verwaltung hatten sich jahrelang für die gymnasiale Oberstufe an der Grund- und Gemeinschaftsschule Caspar Voght eingesetzt. Mit Erfolg. Doch die eigentliche Arbeit beginnt erst jetzt: Am Dienstagabend trafen sich die Mitglieder des Schulausschusses zu einer Sondersitzung. Auf der Tagesordnung: Wie kann der Wandel der Schule mit Ganztagsangebot vom Lern- zum Lebensraum realisiert werden?

Verena Hilgenstock, promovierte Projektsteuerin bei Drees & Sommer, einem international tätigen Beratungsunternehmen für den Bau- und Immobiliensektor, hatte ihren großen Auftritt im Ratssitzungssaal. Sie beschwor während ihres mehr als einstündigen Referats die Politik, die richtigen, wegweisenden Entscheidungen in Bezug auf Unterrichtsstrategie, Pädagogik, Qualität, verkehrliche Situation, Inklusion und kurzen Wegen zu treffen.


Die Kommune steht unter Druck


Dass mit der künftigen Oberstufe die Schülerzahl von etwa 500 auf möglicherweise etwa 1000 Schüler anwachsen wird, setzt die Kommune mächtig unter Druck. Geplant ist, die Klassen 5 bis 9 fünfzügig, die Klasse 10 vierzügig sowie die 11.      bis 13.    Klassen dreizügig – zuzüglich zweier DaZ-Klassen – „fahren“ zu lassen. Dafür müssen Klassenräume geschaffen, die Bibliothek ausgebaut werden.

Fragen über Fragen. Beispiel Mensa. Die platzt aus allen Nähten. Kann sie an Ort und Stelle erweitert werden? Oder wird ein neuer Standort anvisiert? Sind dadurch die kassierten Fördergelder in Gefahr? Muss die benachbarte Ortsjugendpflege mit ihrer „Oase“ ausziehen? Wenn ja, wohin? Reicht die Ein-Feld-Sporthalle aus? Oder werden, wie es Ausschuss-Chef Steffen-Böhm-Rupprecht (CDU) anmerkte, „mal eben drei Millionen Euro investiert“, um eine neue Drei-Feld-Halle zu bauen?

Gedanken, die das Schulleitungsteam Jochen Kähler und Andrea Rönnau auf den Plan brachte. Besonders bei künftigen gemeinsamen Entlassungsfeiern mit den Klassen 9      und 10 sowie dem Abi-Jahrgang sei der Andrang der Schüler mit Familienanhang so groß, dass nicht zu klein gedacht und geplant werden dürfe.

Mahnungen, die wirkten: Schließlich einigte sich das Gremium mehrheitlich darauf, Räumlichkeiten für etwa 500 Menschen zu planen. Das heißt: Die Sporthalle bleibt bestehen, über eine zusätzliche Gymnastikhalle mit Schwingboden werde nachgedacht.

Ob das bestehende Aquarium, die Aula, eine Zukunft hat, stellte Hilgenstock in Frage. Sie sei für das Schulleben wichtig, aber die Treppen würden stören. Ein weiterer Aspekt: die Akustik in Gängen und Fluren sowie die allgemeine Schulatmosphäre. Die Verbesserung dürfe nicht ignoriert werden, betonte Hilgenstock.

Aus ihrer Erfahrung heraus forderte die Referentin des Weiteren die Politiker auf, an den erarbeiteten Details in den wochenlang brütenden Arbeitsgruppen in den einzelnen Workshops festzuhalten. Dazu gehöre auch, eine optimale Symbiose aus Eingangsbereich, Sekretariat und Lehrerzimmer zu schaffen. Dazu gehöre auch, darüber nachzudenken, wie sich Sechsjährige gegenüber 16-Jährigen behaupten können. Muss dafür ein Extra-Eingang für die Kleinen geschaffen werden? Muss ein Extra-Schulhof als Schutzzone eingeplant werden?

Ein Diskussionsschwerpunkt war zu guter Letzt die Frage, wie künftig das Angebot von Parkplätzen gesteigert werden kann. Fakt ist: Der Kita stehen 30, der angrenzenden Feuerwehr ebenfalls 30 Stellplätze zur Verfügung. Das Kollegium sowie die Schüler der Oberstufe dürften auch auf einen Anspruch auf einen Pkw-Stellplatz drängen. Grund für Susanne Diekmann von Bündnis 90/Die Grünen, sich zu Wort zu melden. Sie mahnte an, nicht kostbare Grünflächen zu versiegeln, vielmehr auf öffentliche Verkehrsmitteln zu setzen.

Für die erarbeiteten Konzepte gab es durchgehend Mehrheiten aus den Fraktionen. Die ersten Pflöcke sind somit eingeschlagen. Nach dem Schul- sind nun die Verkehrs- und Bauausschüsse gefragt, bevor es final zu Entscheidungen in der Gemeindevertretung kommt. Die gymnasiale Oberstufe an der Caspar-Voght-Schule – Rellingen will das.

Heute trifft sich Schulleiter Kähler mit Dirk Loßack (SPD) zum Gespräch in der Caspar-Voght-Schule. Der Staatssekretär im Ministerium für Schule und Bildung dürfte vom Planungsstand beeindruckt sein.

Karte
zur Startseite

von
erstellt am 14.Jul.2016 | 16:00 Uhr

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Themen zu diesem Artikel:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen