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Pinneberger Tageblatt

01. September 2016 | 01:26 Uhr

42.000 Euro Investitionen : Ab heute funkt Kummerfeld digital

vom
Aus der Redaktion des Pinneberger Tageblatts

42.000 Euro hat die Gemeinde in die Umrüstung auf Digitalfunk investiert. Bessere Sprachqualität und abhörsicher.

Kummerfeld | Die analogen Funkgeräte braucht die Kummerfelder Feuerwehr ab heute nicht mehr. Denn jetzt wird nur noch digital gefunkt. Dafür wurden in den vergangenen zwei Wochen die Fahrzeuge sowie die Leitstelle umgerüstet. Insgesamt 42.000 Euro investiert die Gemeinde in die neue Technik. Eine Alternative gibt es nicht, denn der Digitalfunk für Sicherheitsbehörden wird vom Bund vorgeschrieben. Polizei, Rettungsdienst und Feuerwehr sollen künftig den Analogfunk komplett ablösen.

Der Digitalfunk BOS (Behörden und Organisationen mit Sicherheitsaufgaben) soll ein einheitliches, flächendeckendes Netz für die Sprach- und Datenkommunikation werden. Bisher betrieben die Behörden voneinander unabhängige Analogfunknetze. Diese inzwischen veraltete Technik wird im Rahmen des Modernisierungsvorhabens der Bundesregierung durch den Digitalfunk BOS abgelöst. Die Entscheidung dafür fiel 2004. Damals beschlossen Bund und Länder die Vereinbarung über die Einführung des bundesweiten Digitalfunks. Auch viele andere europäische Staaten stellen ihre Funketze um oder haben das bereits getan. Belgien, Dänemark, Estland, Finnland, Großbritannien, Ungarn, Island, Litauen, die Niederlande, Portugal, Schweden, Irland, Bulgarien und Montenegro verfügen bereits über ein sogenanntes TETRA-Netz.

Kummerfelder Wehrführer  Marc-Oliver Peters freut sich auf die neue Technik und sieht darin viele Vorteile: „Früher konnten wir nur im Kreis Pinneberg funken. Jetzt geht das auch über die Kreisgrenzen hinaus“, sagt der 48-Jährige. „Theoretisch könnte ich nun mit Kollegen in München Kontakt aufnehmen“, fügt er hinzu. „In der Testphase haben wir den Digitalfunk bisher nur positiv wahrgenommen“, sagt Peters und erklärt: „Es gibt zum Beispiel  kein Rauschen mehr wie das beim Analogfunk der Fall war.  Die Sprachqualität ist deutlich besser und abhörsicher ist der Digitalfunk auch“, sagt er. Außerdem haben die Geräte eine Notruftaste. Wenn man den orangefarbenen Knopf drückt wird für die Sprechverbindung mit allen anderen Teilnehmern aufgebaut. „Dann hat man 30 Sekunden, um seinen Notruf an die Kameraden durchzugeben.“ Den 54  Einsatzleuten stehen in Kummerfeld nun 21 Handsprechfunkgeräte zur Verfügung.

Und gibt es auch Nachteile? Peters vermute, dass die Funkverbindung in Kellergeschossen schlechter sein könnte. „Ob sich das bewahrheitet und ob andere Probleme auftauchen, kann man erst sehen, wenn man die Technik im Alltag nutzt.“ Damit das möglich ist, wurden die Kameraden umgeschult. Jeweils zwei Tage mussten sie an Seminaren teilnehmen.

Die schleswig-holsteinische Landespolizei nutzt seit Ende 2013 die digitale Technik. Probleme gab es  etliche: Schlechte Sprachqualität, Funklöcher, Übertragungsstörungen bei schlechtem Wetter. Bei den Feuerwehren im Land wird die Technik nun nach und nach eingeführt. „Die grobe Testphase ist vorbei und es gibt mittlerweile durch mehr Masten keine Funklöcher mehr in Schleswig-Holstein“, sagt Peters. Von den Erfahrungen der anderen Behörden könne man profitieren.

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erstellt am 07.Mär.2016 | 12:30 Uhr

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