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Pinneberger Tageblatt

10. Dezember 2016 | 13:52 Uhr

Pinneberg : 83.000 Euro mehr für die Wohnraumhilfe

vom
Aus der Redaktion des Pinneberger Tageblatts

Die Zahl der obdachlosen Menschen in Pinneberg ist weiter gestiegen.

Pinneberg | Flüchtlinge und Pinneberg – das passt im positiven Sinn zusammen. Bisher hat die Stadt tunlichst darauf geachtet, Geflüchtete dezentral unterzubringen. Und im Ehrenamtszentrum „Hafen“ in den ehemaligen AKAD-Räumen werden Flüchtlinge mit Kleidung sowie Sprach- und PC-Kursen versorgt.

Jetzt will die Politik ein weiteres Zeichen setzen: Der Zuschuss für die Soziale Wohnraumhilfe der Diakonie in Pinneberg soll für die nächsten drei Jahre von 130.000 Euro auf 213.000 Euro aufgestockt werden. Für das Geld soll eine neue dritte Stelle eingerichtet werden. Außerdem ist geplant, Sprechstunden einzurichten, in denen Dolmetscherinnen zum Einsatz kommen.

Der Vorschlag für einen höheren Zuschuss kommt von der Diakonie selbst. Er wird von der Pinneberger Verwaltung getragen. Andrea Makies von der Geschäftsstelle des Diakonischen Werks Hamburg-West-Südholstein, die mit ihren Kolleginnen Anja Valentin und Karen Schueler-Albrecht am Mittwochabend im Ausschuss für Soziales, Kinder und Senioren zu Gast war, begründete den Antrag.

„Die Zahl der obdachlosen Menschen in den Unterkünften der Stadt ist in den vergangenen zwei Jahren auf das Doppelte gestiegen“, führte sie aus. Die Crux: Sobald ein geflüchteter Mensch einen anerkannten Aufenthaltsstatus habe, müsse er die Unterkunft oder die ihm zugewiesene Wohnung verlassen und falle in die Zuständigkeit der Sozialen Wohnraumhilfe. Aktuell leben 559 Asylbewerber in Pinneberg. Davon sind mittlerweile 197 anerkannt, 363 Geflüchtete warten jedoch noch auf eine Anerkennung. Die Unterstützung der Gruppe der Wohnungslosen gestalte sich zudem immer schwieriger aufgrund der angespannten Wohnungsmarktsituation.

Von der Politik bekamen die drei Frauen von der Diakonie einstimmig Zuspruch: „Wir haben für Ihre Arbeit großen Respekt“, sagte Bernd Hinrichs (CDU). Das sahen SPD, FDP und die Fraktion Grüne und Unabhängige ebenso. Dennoch wurde eine Entscheidung auf Antrag der CDU vertagt, weil in der Fraktion noch darüber beraten werden soll. „Damit macht man nichts kaputt“, so Hinrichs. Auf Unverständnis stieß, dass anerkannte Asylbewerber ihre Wohnungen räumen müssten. Die Vertreterinnen der Diakonie bestätigten das noch einmal.

„Warum wandelt man die Mietverträge nicht in reguläre um“, stellte Carl-Eric Pudor (CDU) zur Debatte. „Wir müssen uns darüber Gedanken machen, Wohnungen umzuwandeln, wenn es passt“, sagte Ratsherr Manfred Stache (Unabhängige und Grüne). „Und wir müssen sozialen Wohnraum schaffen“, forderte er. Damit dürfte er bei der Diakonie offene Türen einrennen: Laut Statistik kamen 2015 insgesamt 524 Menschen in die Einrichtung. 30 Prozent der Hilfesuchenden erhielten eine fristlose Kündigung und 57 Prozent drohte eine Räumungsklage.

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erstellt am 30.Sep.2016 | 12:00 Uhr

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