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Pinneberger Tageblatt

07. Dezember 2016 | 21:21 Uhr

Festakt in der Drostei : 70 Jahre FDP in Pinneberg

vom
Aus der Redaktion des Pinneberger Tageblatts

Vertreter aus Politik und Verwaltung zum Empfang geladen. Gedenken an Hans-Dietrich Genscher. Festschrift zur FDP-Geschichte.

Pinneberg | 70 Jahre FDP in Pinneberg – das hat Ortsverbandsvorsitzende Birgit Klampe mit ihren Parteifreunden gestern mit einem großen Empfang in den barocken Sälen der Drostei gefeiert. Sie und Schatzmeister Werner Mende begrüßten mit Sekt unter anderem Vertreter aus der Politik, von der Stadt und der Feuerwehr. Etwa 90 Gäste versammelten sich zur Feststunde, angekündigt war auch ein Besuch vom FDP-Vize-Bundesvorsitzenden Wolfgang Kubicki – der musste allerdings absagen, denn die Pinneberger Feier wurde überschattet von der in Bonn gleichzeitig stattfindenden Trauerfeier für den früheren Außenminister und FDP-Kollegen Hans-Dietrich Genscher. „Kubicki ist heute beim Staatsakt in Bonn. Aber der Landesvorsitzende der FDP Schleswig-Holstein, Heiner Garg, wird ein Grußwort sprechen“, so Mende.

Auch Klampe gedachte bei ihrer Begrüßung Genscher und dem zweiten kürzlich verstorbenen FDP-Kollegen, Guido Westerwelle, mit einer Schweigeminute: „Beide haben die Partei geprägt und hinterlassen eine Lücke.“ Danach sprachen Bürgermeisterin Urte Steinberg, (parteilos), der stellvertretende FDP-Vorsitzende Jens Lucka sowie Garg. Alle besannen sich zurück auf die Wurzeln der FDP und zogen Lehren daraus für die Zukunft. Steinberg lobte: „Eine Zukunft in Freiheit haben sich die Gründer Ihres Ortsvereins nach Krieg und Faschismus gewünscht, für dieses Ziel haben sie und alle ihre Nachfolgerinnen und Nachfolger gearbeitet.“

Auch Garg ließ ehemalige Politikgrößen Revue passieren und betonte: „Wenn es eine Lehre aus der Geschichte der FDP gibt, dann doch diese: Die FDP darf nie ihre Wurzeln vergessen und muss sich immer wieder erkennbar machen, sich zu ihren liberalen Werten und Tugenden zu bekennen.“ Das war auch das Ergebnis von Luckas humorigem, aber auch selbstkritischen Blick in die Geschichte des Liberalismus, angefangen bei der Weimarer Republik über die Märzrevolution bis in die Gegenwart. „Wir müssen uns auf unsere Wurzeln besinnen. Das haben wir manchmal vergessen, das werden wir in Zukunft wieder besser machen.“

Doch auch auf Erfolge wurde zurückgeblickt. Garg: „Stolz bin ich vor allem auf Menschen wie Sie, die mit viel Herzblut und Hingabe die Partei mitgetragen haben.“ Denn wie es sich für einen Parteigeburtstag gehört, stand nicht nur die Politik im Zentrum, sondern die Menschen, die sich engagieren: Zunächst wurden Jörg Wölber für 25 Jahre und Bernd Lehmann für 40 Jahre Mitgliedschaft ausgezeichnet, dann gaben drei Mitglieder Anekdoten aus ihrer Anfangszeit zum Besten. Ingeborg Heinrich ist seit 1981 in der Partei aktiv: „Ich wollte nicht immer nur meckern, sondern helfen“, das war ihre Motivation. Wolfgang Vetter ist noch länger dabei, wäre sogar das älteste Mitglied – wäre er nicht zwischenzeitlich für zwei Jahre ausgetreten, weil es ihm an Zuverlässigkeit fehlte. Olaf Klampe hingegen erklärte nach seinem Eintritt 2003 erstmal alle Politiker für verrückt: „Ich bin als lösungsorientierter Handwerker in die Politik gekommen – das war ein völlig anderer Planet.“ Was die drei erzählten, waren persönliche Erfahrungen aus der Parteigeschichte. Mit den offiziellen Fakten und Zahlen hatte sich im Vorfeld Bernd-Ulrich Vollert beschäftigt und in einer 50-seitigen bebilderten Festschrift zusammengestellt, die von Birgit Klampe vorgestellt wurde und für die Besucher auslag. Danach war Zeit für den von der FDP so geschätztenDialog beim gemeinsamen Essen.

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erstellt am 18.Apr.2016 | 10:00 Uhr

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