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Pinneberger Tageblatt

07. Dezember 2016 | 17:27 Uhr

Der Tag nach dem Großbrand in Quickborn : 49 Jahre Vereinsgeschichte in Schutt und Asche

vom
Aus der Redaktion des Quickborner Tageblatts

Der Vorstand des TuS-Holstein-Quickborn-Tennis steht nach verheerendem Feuer unter Schock. Die Wintersaison ist noch ungewiss.

Quickborn | Der Schock ist groß. „Über Nacht ist plötzlich alles weg“, stellte Thorsten Brack, Vorsitzender des Vereins TuS-Holstein-Quickborn-Tennis, gestern Morgen fest. In der Nacht hatte ein verheerender Brand am Harksheider Weg die Dreifeldhalle des Vereins und dessen Clubhaus samt Gastronomie und Umkleideräumen zerstört.

Der zweite Vorsitzende Uwe Kaeckerey war gegen 1.45 Uhr vor Ort. Durch das Feuer hatten Bewegungsmelder in den Clubräumen angeschlagen. Ein Anruf der Alarmzentrale riss Kaeckerey daraufhin aus dem Schlaf. „Es stand alles in hellen Flammen“, berichtete er. Der Brand sei eine Katastrophe für den Verein. Gerade am 15. September habe die Wintersaison begonnen. Die Dreifeldhalle sei täglich von 10 bis 22 Uhr komplett ausgebucht. „Die Leute müssen ausweichen, aber die Möglichkeiten sind begrenzt“, sagte er. Noch am Vorabend des Brands hätten Mitglieder in der Halle gespielt.

Kaeckerey rief sofort die Kassenwartin Ulla Becker an. „Ich war heute Nacht um zwei Uhr hier“, berichtete sie. Das Unglück weckte böse Erinnerungen in ihr. Becker erlebte es mit, als vor 35 Jahren eine private Tennishalle in der Nachbarschaft in Flammen aufging. Sie war von demselben Brandstifter angesteckt worden, der 1982 in der Bauphase der bisher einzigen Vereinshalle auch das Clubhaus anzündete. Kaeckerey berichtete, dass die Außenmauern stehen bleiben durften, alles andere aber ersetzt werden musste.

Von der Halle blieben nur meterhohe Berge aus verbogenen Blechteilen übrig.
Von der Halle blieben nur meterhohe Berge aus verbogenen Blechteilen übrig. Foto: Frank
 

Der Verein hat seine Immobilien Becker zufolge zwar mit 1,2 Millionen Euro versichert. Sorgen bereiten ihr aber die bereits eingenommenen Hallengebühren für die Wintersaison. „Es wird viel Arbeit, alle Abonnenten anzuschreiben und das Geld zurückzuzahlen. Ich hoffe, wir kommen über die Runden“, sagte sie.

Bürgermeister Thomas Köppl (CDU) stieß zwischen 4 und 5 Uhr zu den Einsatzkräften dazu. Es stimme ihn traurig zu sehen, wie eine 50-jährige Arbeit in einer Nacht zugrunde gehe. „Das ist dramatisch für die sportliche Arbeit in Quickborn. Ich hoffe, das wir möglichst schnell eine neue Tennishalle bekommen“, sagte er. Der 1967 aus dem TuS-Holstein-Quickborn hervorgegangene Verein möchte 2017 Jubiläum feiern.

Kaeckerey will nun erforschen, ob es innerhalb der etwa 250 Mitglieder einen Architekten gibt, der den Verein beraten kann. Ein Clubhaus ließe sich in Fertigbauweise innerhalb von zwei bis drei Monaten errichten. Für eine Halle sei mehr Zeit nötig. Zu klären sei etwa, ob sie auf dem alten Fundament erbaut werden kann. Er gibt sich zuversichtlich: „Bis zum Frühjahr werden wir wieder startklar sein“, sagte er.

Die Feuerwehr kämpfte gegen die Flammen im Vereinsheim am Harksheider Weg.
Die Feuerwehr kämpfte gegen die Flammen im Vereinsheim am Harksheider Weg. Foto: Bunk
 

Der Vorstand kündigte auf der Internet-Seite des Vereins an, dass er sich gestern Abend zu einer Krisensitzung treffen wollte. „Wir sind auch schon mit den Nachbarvereinen im Kontakt, um irgendwie den Trainings- und Spielbetrieb im Winter aufrecht zu halten“, heißt es dort. Die Außenplätze schienen gestern noch intakt zu sein. Klaus Hielscher-Samrei erschien mit Tennistasche am Brandort. Er hatte die Halle für 10 Uhr gebucht, wollte aber angesichts des Wetters eigentlich draußen spielen. Als er die Schuttruinen sah, blies er das Match jedoch ab. „Es ist ein doofes Gefühl, wenn deine sportliche Heimat abgebrannt ist, und du spielst weiter, als ob nichts gewesen wäre“, sagte er.

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erstellt am 05.Okt.2016 | 10:00 Uhr

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