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Pinneberger Tageblatt

25. April 2017 | 18:19 Uhr

3400 Konflikte pro Jahr

vom
Aus der Redaktion des Pinneberger Tageblatts

Hilfe Samiah El Samadoni, Leiterin der Antidiskriminierungsstelle des Landes, zum Dialog im Rellinger Rathaus

Samiah El Samadoni vertritt die Anliegen der Menschen, wenn es in sozialen Fragen zwischen Bürgern und Behörden rumort – sei es beispielsweise beim Kindergeld oder bei Hartz IV. Mehr als 3400 Anfragen landen jährlich auf ihrem Schreibtisch – Tendenz steigend. „Viele wissen überhaupt nicht, dass ihnen die Beratung zusteht“, so El Samadoni (46). Jüngst stellte sich die Expertin beim neu gewählten Rellinger Bürgermeister Marc Trampe (parteilos) vor.

Wenn es um existentiell wichtige Dinge gehe, sei das kostenlose unabhängige Gespräch ein gutes Angebot. Bei zahlreichen Hilfesuchenden gehe es „buchstäblich um die Butter aufs Brot“, sagte El Samadoni. Ihre Mitarbeiter nehmen in Kiel häufig den Telefonhörer in die Hand und versuchen Probleme zu lösen. Doch auch persönliche Beratungsgespräche sind ohne lange Wartezeiten möglich.

Juristin El Samadoni unterstützt die Bürger mit ihrem 18-köpfigen Team, wenn es Probleme wie beispielsweise Auseinandersetzungen zwischen Hartz-IV-Empfängern und dem Jobcenter oder Probleme mit Krankenversicherern, mit Sozialbehörden wie Jobcenter, Sozialamt, Rentenversicherung und gesetzlichen Krankenkassen gibt. Dies umfasst auch die Beratung, wenn der Betreffende nicht weiß, welche Rechte beziehungsweise Leistungen ihm zustehen.

Die Bürgerbeauftragte für soziale Angelegenheiten – 2014 vom schleswig-holsteinischen Landtag für eine sechsjährige Amtsperiode gewählt – hilft weiter, Bescheide von Sozialbehörden zu prüfen und den richtigen Ansprechpartner für das jeweilige Anliegen zu finden. Das Team von El Samadoni verfügt über einen Haushalt von einer Million Euro.

Die Situation im Kreis Pinneberg? Zahlreiche Menschen wie Studenten und Flüchtlinge haben laut der Bürgerbeauftragten in der Metropolregion Hamburg Probleme, eine adäquate Wohnung zu finden. Auch die Unterstützung von Kindern mit Handicap sei ein Thema. „Wir schauen im Einzelfall genau, was bedarfsgerecht ist“, so Samadoni. Erforderliche Leistungen dürften nicht auf dem Rücken von Eltern und Kindern gekürzt werden. Das Thema Kita-Gebühren sei landesweit ein Thema. Es gebe sehr viele Menschen, die Schwierigkeiten hätten, die Gebühren aufzubringen.

Trampe bilanzierte: „Sie leisten wichtige Unterstützung in den Fällen, wo sich Bürger nicht gerecht behandelt fühlen.“ Im Anschluss an das Gespräch folgte eine vierstündige Sprechstunde im Rellinger Rathaus.





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