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Pinneberger Tageblatt

24. August 2016 | 18:11 Uhr

Jubiläum in Pinneberg : 25 Jahre Hamburger Ratsmusik

vom
Aus der Redaktion des Pinneberger Tageblatts

Jubiläums-Konzertreihe in der Pinneberger Drostei startet am 5. März. „Musik kommt zu Wort“ lautet der Leitfaden.

Pinneberg | Ein Leben für die klassische Musik: Als Simone Eckert im Alter von acht Jahren nach ihrem Berufswunsch gefragt wurde, antwortete sie: „Gambistin“. Die Ermahnung, doch einen richtigen Beruf zu ergreifen, schlug sie in den Wind. Heute lebt und arbeitet sie als freischaffende Musikerin. „Reich wird man davon nicht, aber man kann davon leben“, sagt Eckert. Sie konzertiert auf allen wichtigen Festivals in Deutschland und in vielen Ländern Europas.

Doch die Pinneberger kennen sie besonders wegen ihrer viel beachteten Konzertreihe: „Hamburger Ratsmusik“. Direkt nach dem Ende ihres Studiums gründete die Wahl-Ellerhooperin 1991 mit dem Lautenisten Ulrich Wedemeier die Reihe. Seit 2004 ist auch der Cembalist und Organist Michael Fuers mit dabei. Das Projekt ist so erfolgreich, dass das Ensemble jetzt das 25-jährige Bestehen feiern darf. Auf vier Konzerte in der Drostei können sich Musikliebhaber freuen.

Das Ensemble knüpft dabei an die Tradition der historischen „Ratsmusik“ an, die im 17. Jahrhundert in der Hansestadt populär war. „Nach dem Grundsatz ‚Gott zu Ehren und Hamburg zur Lust, Ergötzlichkeit und Nutz‘ leistete sich die Stadt ein Elite-Ensemble von acht Ratsmusikern, das vielen fürstlichen Hofkapellen Konkurrenz machen konnte“, informiert Eckert. Seine erste Blüte erreichte das Ensemble im 17. und 18. Jahrhundert unter führenden Musikern wie William Brade, Johann Schop, Georg Philipp Telemann und Carl Philipp Emanuel Bach.

In der Neuzeit möchte Eckert vor allem die Musik dieser Zeit – des Barocks – wieder aufleben lassen. Und das genau mit den Instrumenten, die damals gespielt wurden. Wie beispielsweise die Viola da Gamba, die Eckert selbstverständlich spielen kann. „Zum Teil spielen wir auf Originalinstrumenten aus dem 17. Jahrhundert“, sagt sie.

Für die Musiker sei die Musik ihrer Vorgänger durch ihre enge Anlehnung an Rhetorik und durch nuancenreiche Artikulation so „beredt“, so nah an der menschlichen Sprache wie keine andere. Weswegen der rote Leitfaden der vier Konzerte auch lautet: „Musik kommt zu Wort.“ Wie kann man Töne „aussprechen“? „Zwischen langen und kurzen Silben oder langen und kurzen Tönen gibt es unendlich viele Nuancen, die Sprache zum Klingen bringen und Musik zum Sprechen“, beschreibt Eckert es. Aufgrund dieser Basis wollen die Musiker auf die emotionale Ebene kommen und dadurch ihre Hörer berühren.
 

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erstellt am 17.Feb.2016 | 15:30 Uhr

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