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Pinneberger Tageblatt

02. Dezember 2016 | 23:19 Uhr

10 000 Besucher weniger als sonst

vom
Aus der Redaktion des Pinneberger Tageblatts

SummerJazz Zufriedene Veranstalter trotz Besuchereinbruch / Planungen für das nächste Jahr sind in vollem Gange

„Wenn man ein Open-Air plant, dann muss man eben damit rechnen“, sagt Günter Kleinschmidt, Chefplaner des SummerJazz-Festivals, das am Wochenende in der Pinneberger Innenstadt gefeiert wurde. Gemeint ist natürlich der Regen, der viele potentielle Besucher lieber zu Hause bleiben ließ.

„Donnerstag war für uns der Super-Gau“, sagt Kleinschmidt. Ausgefallen sei trotzdem keines der über 50 Konzerte, denn so ganz ohne Publikum stand am Ende keine der Bands da. Auch wenn die Konzertbesucher den Klängen teilweise unterm Regenschirm lauschen mussten. Manchmal gab es aber auch Überraschungen. Etwa am Freitag, als der Regen erst spät abends einsetzte. „Da waren die Leute schon da – und sind trotz Regen nicht gegangen, weil die Musik sie einfach gepackt hat“, sagt Kleinschmidt.

Vorsichtig geschätzt habe das Festival dieses Jahr etwa 20  000 Besucher in die Innenstadt locken können, sagt Herbert Hoffmann vom Organisationsteam. Das seien etwa 10  000 Besucher weniger als im vergangenen Jahr. Auch von den Pins, mit deren Verkaufserlös das Musikfest zum Teil finanziert wird, seien in diesem Jahr weniger verkauft worden. Hoffmann geht etwa von 3500 verkauften Pins aus. „Es gibt viele, die die Pins sammeln, oder die sich auf diese Weise mit uns solidarisieren wollen, auch wenn sie selbst am Festival nicht teilnehmen konnten“, sagt Kleinschmidt. Darum gibt es die Pins bis Oktober bei der Buchhandlung Bücherwurm, Dingstätte 24, zu kaufen. Die Anstecker haben jedes Jahr die Form eines Instruments. In diesem Jahr zeigen sie ein Vibrafon.

Zum 21. Mal wurde das SummerJazz Pinneberg auf die Beine gestellt und gilt damit als Pinneberger Tradition. Ein entscheidender Punkt für das Gelingen das Festivals ist laut Kleinschmidt der Mischung der Musikstile. „Natürlich gibt es Leute, die fragen: Nur eine Dixilandband? Warum nicht mehr? Aber wir wollen einen guten Mix bringen und unterschiedliche Leute ansprechen“, sagt Kleinschmidt. Das Festival lade darum auch dazu ein, unterschiedliche Spielarten der Musik zu entdecken. „Für mich gab es da ein Schlüsselerlebnis“, sagt Kleinschmidt und berichtet vom Auftritt der Elmshorner Percussionband EBS Stomp. „Nach dem Auftritt kommt ein Mann auf mich zu und sagt: Das war das Beste, was ich in 20 Jahren SummerJazz gehört habe. Und als ich mich umdrehte, spricht mich ein anderer Mann an ‚Ich krieg’ noch Geld von Ihnen. Dafür, dass ich mir das da anhören musste, hat er gesagt. Mir zeigt das, dass wir unterschiedliche Geschmäcker ansprechen. Und das war unser wichtigstes Ziel.“

Auch wenn in diesem Jahr weniger Besucher gekommen sind, stehe das nächste Festival schon auf sicheren Füßen, berichtet Hoffmann. „Wir haben Jahre gehabt, wo wir uns gefragt haben, ob wir uns nächstes Jahr das SummerJazz noch leisten können. Das ist jetzt nicht der Fall. Nächstes Jahr wird es das Festival geben. Wir stecken schon mitten in den Vorbereitungen.“ Vorsorgen gegen den Regen und Veranstaltungen in überdachten Räume stattfinden lassen, wollen die Veranstalter aber nicht. Das habe finanzielle Gründe. „Aber damit wäre auch die Atmosphäre kaputt. Das wollen weder wir, noch die Musiker und ganz sicher auch nicht die Konzertbesucher“, glaubt Hoffmann.

Auch eine neue Form für den Anstecker 2017 wurde schon gefunden. Eine Stealgitarre soll im nächsten Jahr das Erkennungszeichen prägen. „Aber nach über 20 Ausgaben müssen wir schon ein wenig kreativ werden, um uns nicht zu wiederholen“, gibt Kleinschmidt zu.

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