zur Navigation springen

Lokales

10. Dezember 2016 | 21:39 Uhr

Geesthacht : Panne im Umkreis des Kernkraftwerks Krümmel: Katastrophenalarm funktionierte nicht

vom

Zum Glück handelte es sich nur um einen Probealarm. Im Ernstfall hätte es schlimm ausgehen können.

Geesthacht | Böse Panne beim Probelauf für die Auslösung des Katastrophenalarms in der Region um das Kernkraftwerk Krümmel an der Elbe: „Wir haben Katastrophenalarm ausgelöst, und keiner hat es gemerkt“, sagt Karsten Steffen, der Sprecher der Ratzeburger Kreisverwaltung. So blieb wenigstens Panik aus, könnte man meinen. Doch die Sache ist ernst, und wie gut, dass es nur ein Probelauf sein sollte: Die Sirenen im Lauenburgischen rund um das Kernkraftwerk Krümmel blieben am Donnerstagmorgen stumm. Eigentlich hätten sie als Warnsignal für die Bevölkerung im 25-Kilometer-Radius zwischen 10.15 und 10.20 Uhr heulen sollen. Immerhin heulten die Sirenen im Kreis Stormarn zu der Zeit – allerdings mit dem falschen Signal, dem Ton für den Feuer-Alarm. Die Feuerwehrleute nahmen das ernst und fuhren zu ihren Wachen, brauchten aber nicht auszurücken, es brannte ja gar nicht.

„Bekannt ist bisher nur, dass es sich wohl um ein Softwareproblem in der zuständigen Leitstelle in Bad Oldesloe handelt. Dort wird fieberhaft nach dem Fehler gesucht“, so Steffen. „Aber genau deshalb gibt es ja diese Probeläufe der Technik“, kann er dem Defekt auch etwas Positives abgewinnen.

Im Ernstfall hätte das Ausbleiben der Alarmierung fatale Folgen haben können. Bei dem Probebetrieb sollte das Signal „Rundfunkgeräte einschalten – auf Durchsagen achten“ heulen. Dabei schwillt der Sirenenton eine Minute lang auf und ab. Die Sirene soll bei einem Störfall im Kernkraftwerk Krümmel die Bevölkerung warnen. Gegebenenfalls würden dann Warn- und Verhaltenshinweise für die Menschen im Nahbereich um das Kernkraftwerk im Radio laufen.

Für die Bürger waren mit der Überprüfung am Donnerstag keine Verhaltensmaßregeln verbunden, jedoch sollte die Technik geprüft werden. Wie wichtig das ist, wurde deutlich. Steffen: „An so einen kompletten Ausfall kann ich mich nicht erinnern, in früheren Jahren hatten wir höchstens Mal vereinzelt Ausfälle einzelner Sirenen aufgrund lokaler Defekte, die dann dabei erkannt und anschließend behoben wurden.“

In Geesthacht hatte die Sirene zuletzt am 24. Mai geheult. An dem Tag hatte die Leitstelle auf das neue Alarmierungssystem „Cobra 4“ umgestellt. Statt dem Feuer-Alarm auf den Meldern der Einsatzkräfte hatte das System bei einem Einsatz im Helmholtz-Zentrum dann die Sirenen heulen lassen und die Bürger in Angst und Schrecken versetzt. Steht doch am Forschungszentrum auch eine Atomanlage.

„Gerade rund um Geesthacht ist es absolut wichtig, dass die Sirenen funktionieren. Es ist völlig unzureichend, wenn sich die Bevölkerung auf diese Informationsquelle nicht verlassen kann“, sagt Kreiswehrführer Michael Raddatz. Er ist aufgrund verschiedener Probleme bedingt durch „Cobra 4“ ohnehin in ständigem Kontakt mit der Leitstelle.  „Wir haben auch bei unseren normalen Alarmierungen seit der Umstellung im Mai noch immer Probleme. Das muss endlich abgestellt werden“, so Raddatz.

Die Leitstelle in Bad Oldesloe ist für die Alarmauslösung für Feuerwehr, Rettungsdienst und Technisches Hilfswerk in den Landkreisen Herzogtum Lauenburg, Stormarn und Ostholstein zuständig. Auch die Sirenen werden von dort aus ausgelöst. Dazu wird ein Funksignal gesendet, das die Sirenen empfangen.

zur Startseite

von
erstellt am 29.Sep.2016 | 14:21 Uhr

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen