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Ostholsteiner Anzeiger

29. März 2017 | 01:36 Uhr

Zwischen Military-Fitness und Olympia

vom
Aus der Redaktion des Ostholsteiner Anzeigers

Die Eutiner Weber-Schülerin Larissa Prien hat an dem 150. Jugendpressekongress in der Sportschule der Bundeswehr teilgenommen / Hier ihr Bericht

2016 ist das Jahr des Sports! Vor einigen Wochen ist Portugal als Sieger der Fußball-Europameisterschaften hervorgegangen und am Freitag starten die Olympischen Sommerspiele in Rio de Janeiro. Diese Ereignisse waren u.  a. der Anlass, sich zum ersten Mal in der Geschichte der Jugendpressekongresse dem Thema Sport zu widmen.

Journalismus und Sport? Olympia und Bundeswehr? Wie passt das alles zusammen? Diese Fragen stellten sich rund 120 sportbegeisterte und engagierte Schüler aus ganz Deutschland. Antworten darauf erhielten sie vom 1. bis zum 3. Juli auf dem
150. Jugendpressekongress in Warendorf in der Sportschule der Bundeswehr.

Die Möglichkeit, an diesem Jugendpressekongress teilzunehmen und die dort gesammelten Erfahrungen zu teilen, bekamen auch drei Schülerinnen der Carl-Maria-von-Weber-Schule, da sie sich sowohl durch ihr schulisches als auch kirchliches und sportliches Engagement auszeichnen.

Denn wer diese Eigenschaften mitbringt, gehört zur Zielgruppe der young leaders GmbH. Dieses Unternehmen führt Bildungsveranstaltungen durch und fördert junge Menschen im Alter von 15 bis 22 Jahren, die sich ehrenamtlich für andere engagieren. Ob Workshops, Akademien oder Recherchereisen, mit den abwechslungsreichen Programmen ist für jeden was dabei! Die Ergebnisse sind bis zu einwöchige Veranstaltungen in ganz Deutschland mit einer bunten Mischung junger Engagierten. Ob Pfadfinder oder Rettungsschwimmer: Die verschiedenen Charaktere sorgen für ein besonderes Erlebnis!

Mit Sack und Pack, aber auch voller Vorfreude auf das bevorstehende Wochenende, traten wir die fünfstündige Bahnreise ins Münsterland an. An unserem Ziel erwartete uns das riesiges Gelände der Sportschule der Bundeswehr, das unter anderem ein Fußball- und Leichtathletikstadion, zwei Schwimmhallen sowie diverse Sportplätze und -hallen beherbergt.

Ziel des Jugendpressekongresses war es, unter Anleitung von Profijournalisten, ein Webmag, eine PR-Zeitung sowie ein eigenes TV-Magazin zu dem Thema Sport bei der Bundeswehr zu erstellen – und das an keinem geringeren Ort als der Sportschule der Bundeswehr in Warendorf.

Profijournalisten von BILD.de, des Bayerischen Fernsehens und des ARD-Morgenmagazins sowie ein Kamerateam standen den Schülern tatkräftig zur Seite. Die Journalisten erklärten uns in den Workshops, wie man richtig recherchiert, wie man sich auf ein Interview professionell vorbereitet und gaben uns nützliche Tipps und Tricks für das Layout einer Zeitung oder die Moderation vor der Kamera. Des Öfteren plauderten sie auch mal aus dem Nähkästchen und standen uns in einer Infobörse Frage und Antwort über den beruflichen Werdegang eines Journalisten.

Unser neu erworbenes Wissen setzten wir schnell in die Tat um. Es wurden Redaktionen gebildet und Beiträge auf Papier und Leinwand gebracht. Alle die uns dafür notwendigen Informationen bekamen wir in einer Medienbörse, in der uns Experten als Interviewpartner zur Verfügung standen.

So interviewten wir exklusiv vor der Kamera Herrn Oberst Michael Maul. Er ist bereits 31 Jahre bei der Bundeswehr und seit 2012 Kommandeur der Sportschule in Warendorf. Die Schule setzt ihren Schwerpunkt auf die Aus- und Weiterbildung von Ausbildern und Fachsportleitern.

Doch was uns alle überraschte – die Sportschule ist auch ein Sprungbrett für viele Olympiasportler. Sie ermöglicht vielen Athleten unterschiedlicher Disziplinen eine sportliche Karriere – ganz ohne finanzielle Sorgen. Ein Beispiel dafür ist die Spitzensportlerin Kerstin Stegemann, die dank der Bundeswehr ihr Hobby zum Beruf machen konnte. Mit der Fußballnationalmannschaft der Frauen holte sie den Weltmeistertitel 2003 und 2007 nach Deutschland.

Neben den sportlichen Einrichtungen der Schule fällt besonders das Zentrum für Sportmedizin auf. Dort kümmern sich Orthopäden und Internisten um die fachärztliche Behandlung und Beratung der Soldatinnen und Soldaten. Im Vordergrund stehen jedoch die im Einsatz verletzten Patienten, die den Umgang mit Prothesen oder das Rollstuhlfahren erlernen. Zu diesem Thema interviewten wir Oberstarzt Dr. Andreas Lison. Neben einer Kombination aus Sport und Medizin sei vor allem die Kameradschaft entscheidend für die Heilung.

Die Sportschule in Warendorf ist nicht nur eine Ausbildungsstätte für Soldaten und Spitzensportler, sondern gleichzeitig auch ein Schauplatz internationaler Wettkämpfe. Auf dem großen Gelände wird das Conseil International du Sport Militaire ausgetragen. Das CISM ist eine der größten Sportorganisatoren der Welt und organisiert rund 20 Weltmeisterschaften im Jahr für die Soldaten der 133 Mitgliedsstaaten. Zu diesem Thema interviewten wir den Chef der Deutschen Delegation, Oberstleutnant Wolfram Henkies.

Er ist überzeugt davon, dass durch die sportlichen Begegnungen zwischen den Streitkräften verschiedener Länder Verbindungen auf freundschaftlicher Ebene geschlossen werden und dadurch ein friedliches Miteinander geschaffen wird. Ende September finden die Militärweltmeisterschaften im Modernen Fünfkampf (Degenfechten, Schwimmen, Springreiten, Pistolenschießen und Laufen) in der Sportschule der Bundeswehr in Warendorf statt.

Schließlich entstanden aus den Recherchen und Interviews eine PR-Zeitung, zwei TV-Magazine und eine Online-Zeitung, die wir mit Stolz präsentierten. Doch auch neben den Redaktionsarbeiten konnten wir hautnah beim Fußball, Beachvolleyball, Schwimmen oder Military-Fitness ein Einblick in die tägliche Realität der Sportschule bekommen. Nicht der von vielen mit der Bundeswehr in Verbindung gesetzte Drill stand hier an der Tagesordnung, sondern der Teamgeist – sei es beim Überqueren eines riesigen Strohballens oder dem Durchlaufen eines Gewässers – seine Mitstreiter zu unterstützen und seine Kräfte zu sparen, wurde uns hierbei mit auf den Weg gegeben.

Der Kongress neigte sich schnell dem Ende zu und schon bald saßen wir wieder in der Bahn in Richtung Heimat. Müde, aber zufrieden konnten wir auf ein Wochenende zurückblicken, das rundum mit faszinierenden Eindrücken geprägt war. Nicht nur die interessanten Vorträge und die Arbeit mit den Profijournalisten haben ihren Teil dazu beigetragen. Wir haben auch viele Kontakte zu gleichgesinnten Jugendlichen aus ganz Deutschland knüpfen können.

Der nächste Jugendpressekongress wird im Herbst diesen Jahres stattfinden. Weitere Hintergrundinformationen zu diesem Artikel finden Sie unter: www.young-lea ders.net und www.bundes wehr.de.

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erstellt am 25.Jul.2016 | 17:12 Uhr

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