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Ostholsteiner Anzeiger

10. Dezember 2016 | 17:42 Uhr

Zoff um Fußweg

vom
Aus der Redaktion des Ostholsteiner Anzeigers

Ortsvorstand fordert, die geplante Verschwenkung der Straße zu überdenken

Der Streit zwischen dem Neversfelder Ortsvorstand und der Gemeinde um eine Verschwenkung der Neversfelder Straße spitzt sich zu. Während Bürgermeister Michael Koch darauf beharrt, das Vorhaben nun wie geplant umzusetzen, will der Ortsvorstand unter allen Umständen vermeiden, dass der Umbau zu Lasten des Fußwegs geht.

Es ist schon vertrakt. Jahrelang musste die Gemeinde Malente mit einer provisorischen halbseitigen Sperrung der Neversfelder Straße leben, weil sie an ein Grundstück nicht herankam. Die Straße drohte zum deutlich tiefer liegenden Grundstück hin abzurutschen. Um den Hang zu befestigen, wollte die Gemeinde das Grundstück erwerben. Doch die Eigentümerin knüpfte den Verkauf an Bedingungen, die aus Sicht der Verwaltung nicht zu erfüllen waren.

Die Gemeinde machte schließlich aus der Not eine Tugend und beschloss, aus der provisorischen halbseitigen Sperrung eine Dauerlösung zu machen. Zugleich soll die Straße auf Kosten des an dieser Stelle überdurchschnittlich breiten Fußwegs um einen Meter vom Hang weg verlegt werden. Diesen Plan segnete der Planungsausschuss Ende Juli ab – auch wenn nicht alle mit der Lösung zufrieden waren. Die Verwaltung kündigte an, die Verschwenkung möglichst in den Herbstferien umzusetzen.

Doch nun läuft der Neversfelder Ortsvorstand Sturm gegen das Vorhaben. Er will nicht, dass der Fußweg, der von den Neversfelder Kindern als Schulweg genutzt wird, geschmälert wird. Und er verweist auf eine gänzlich neue Lage. Denn die Grundstückseigentümerin ist mittlerweile gestorben. Voraussichtlicher Erbe sei der Zarnekauer Hans Sach. Dieser sei „durchaus bereit, bauliche Maßnahmen im Randbereich seines Grundstücks zu tolerieren und zwar ohne Vorbedingungen, heißt es in einem Schreiben des Ortsvorstands an die Gemeinde. Dies habe Sach nach eigenen Angaben der Gemeinde bereits im April mitgeteilt, heißt es weiter. Ein Reaktion habe er nicht erhalten.

Als Beweggrund für den Sinneswandel gebe Sach an, nicht an einer Verschlechterung der Schulwegsituation für die Neversfelder Kinder schuld sein zu wollen. Außerdem wolle er Irritationen und Verstimmungen ausräumen, die zwischen den bisherigen Eigentümern und der Gemeindeverwaltung bestanden hätten. Sach selbst war vom OHA für eine Stellungnahme nicht zu erreichen.

Bürgermeister Michael Koch will unterdessen an der nun beschlossenen Lösung festhalten. „Aus meiner Sicht ist der Zug jetzt abgefahren“, erklärte der am 29. August aus dem Amt scheidende Verwaltungschef. Wenn nun doch noch eine andere Lösung gewünscht werde, müsse die Politik das gegebenenfalls anders entscheiden. Koch verwies auch auf die Kosten. Die nun geplante Verschwenkung schlage mit 60  000 Euro zu Buche. Dagegen kostet eine Befestigung des Hangs nach Angaben des Bauamts 150  000 bis 230  000 Euro. Anders als zuletzt gemeldet, wäre laut Bauamt in diesen Kosten allerdings der Grunderwerb enthalten, auf den nun offenbar verzichtet werden könnte.

Ginge es nach dem Ortsvorstand, könnte die Lösung noch viel günstiger ausfallen. Ulf Werner, stellvertretender Ortsvorsitzender, hält eine Verschwenkung der Neversfelder Straße für verzichtbar. Die jetzige durch Warnbaken vorgegebene Fahrbahnbreite sei für große landwirtschaftliche Fahrzeuge ausreichend. Und: „Der Riss in der Straße ist nach meiner Beobachtung seit drei Jahren nicht größer geworden.“ Insofern müsse die Fahrbahn auch nicht vom Hang wegverlagert werden. Im Bauamt verweist man dagegen auf ein Bodengutachten, das genau das fordere.

Aus Sicht von Werner liegt dem Abrutschen des Hangs auch ein straßenbauliches Problem zugrunde. An der betroffenen Stelle gebe weder einen Bordstein, noch einen Begrenzungswall. Dadurch laufe bei starkem Regen das Wasser den Hang hinunter und destabilisiere ihn. Dies ließe sich mit geringem Kostenaufwand ändern.

In seinem Schreiben von Anfang August an die Gemeinde äußert der Dorfvorstand die Bitte, die für die Herbstferien geplante Maßnahme noch einmal zu verschieben und über diese Lösungsmöglichkeiten zu diskutieren. Angesichts eines bereits über drei Jahre dauernden Provisoriums sei dieser Wunsch nicht unangemessen. Eine Antwort habe er noch nicht, bedauert Werner.

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erstellt am 05.Aug.2016 | 19:49 Uhr

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